4 Unterschiede zwischen Traden und Investieren

Vielen sind die Unterschiede zwischen Traden und Investieren nicht bewusst. Ich habe die gängigsten Unterschiede hier für dich zusammengestellt.

 
Unterschiede zwischen Traden und Investieren gibt es in vielerlei Hinsicht. Um uns den beiden Themenkomplexen anzunähern beginnen wir mit einer Quizfrage:



Kennst du einen berühmten Investor?

Ich weiß, dass deine Antwort zu 90% mit “Ja” ausfallen wird. Jeder, der auf tradingfreaks.com gelandet ist und sich für profitables Trading interessiert, hat bereits Erfahrungen im “normalen” Börsenhandel gesammelt.

Und wer Erfahrungen im Börsenhandel sammeln will und das erste Mal eine Aktie auf eigene Faust handelt, der wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf den Namen “Warren Buffet” gestoßen sein.

Der gute Warren ist für viele so etwas wie DAS Investoren-Vorbild überhaupt. Als Jugendlicher mit dem Aktienhandel begonnen gehört er heute zu den Top 3 der reichsten Menschen der Welt. Der Aktienkurs seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway liegt aktuell bei 187.622,00 EUR.

Wahnsinn, oder? Über 200.000 Dollar für eine Aktie. Und das alles, weil unser Warren ein Gespür für gute, unterbewertete Aktiengesellschaften hat. Er kauft günstig ein und verkauft teuer. Einfach, oder?

Eine seiner Regel lautet: Verliere niemals Geld. Eine andere: Vergesse niemals Regel Nummer 1. Und die dritte wichtige Regel: Investiere nur in Gesellschaften, deren Tätigkeiten du verstehst.

 
Ein weiterer Investment-Guru ist George Soros.

Soros ist für den unübertroffenen Erfolg seines Quantum Fund bekannt. Ein Hedge-Fonds-Guru , der für die beste Leistungsbilanz aller Investmentfonds der Welt in seiner 26 -jährigen Geschichte bekannt ist. Hättest du oder deine Eltern 1969 überschaubare 1000$ investiert, als Soros den Quantum Fund gegründet hat, wäre deine Position im Jahr 2000 stolze 4.000.000$ wert gewesen.

Seine grundlegende Theorie des Investierens ist, dass die Finanzmärkte chaotisch sind.

Die Preise von Aktien, Anleihen und Währungen sind abhängig von den Menschen, die kaufen und verkaufen. Händler handeln oft aus sehr emotionalen Reaktionen anstelle von rationalen und logischen Berechnungen.

Chancen können sich durch eine sorgfältige Untersuchung der Firmen und den Marktpreisen von Vermögenswerten zu ergeben. Er konzentriert sich auf eine Theorie der “Reflexivität “, die auf der Annahme beruht, dass einzelne Vorurteile der Anleger und daraus resultierende Markttransaktionen sich auf die Wirtschaft auswirken.

Ach ja, Soros ist vor allem der Mann, der die Bank of England in den Abgrund gestoßen hatte, nachdem er eine 1992 während des Schwarzen Mittwochs gegen das GBP spekulierte und daraus resultierend 1 Milliarde US-Dollar verdiente. Und du so?

 

Nachdem wir nun zwei der bekanntesten (weil erfolgreichsten) Investment-Gurus gefunden und beschrieben haben, stelle ich dir die zweite Quizfrage:
 

Kennst du einen berühmten Trader?

Nein? Echt nicht?

Gut, ich auch nicht. Ich kenne zwar erfolgreiche Trader, aber die sind nicht berühmt. Klar, wer sich in der Traderszene auskennt, dem sind zwei-drei Namen geläufig, aber frag mal einen x-beliebigen BWL Studenten, ob er einen berühmten Trader kennt. Er wird wahrscheinlich nicht mal wissen, was ein Trader ist.

Wenn ich nach berühmten Tradern google, erhalte ich auf den ersten Blick keine plausiblen Suchergebnisse. Warum ist das so?

Um die Frage beantworten zu können, widmen wir uns nun den 4 Unterschieden zwischen Traden und Investieren.

 

Unterschied 1: Definition

 
Zu Beginn schauen wir und die Definitionen der beiden Begriffe an.

Im Gabler Wirtschaftslexikon findet man unter dem Begriff Investition folgendes: ” …langfristige Bindung finanzieller Mittel in materiellen oder in immateriellen Vermögensgegenständen”.

Da “Trading” im Allgemeinen nichts anderes als “Handel” bedeutet, spezifizieren wir diesen Begriff und suchen nach “Daytrading”.

“..Daytrading beschreibt den kurzfristigen spekulativen Handel mit Wertpapieren. Hierbei werden Positionen innerhalb des gleichen Handelstages eröffnet und wieder geschlossen, mit dem Ziel bereits von geringen Kursschwankungen zu profitieren. In der Regel handelt es sich bei den Spekulationsobjekten um Aktien, Devisen oder Futures bzw. Derivate”. Quelle: Wikipedia.

Nun gibt es neben Daytradern auch Swingtrader, die Positionen durchaus ein paar Tage oder Wochen halten. Doch es wird bereits deutlich, dass die Zeit eine entscheidende Rolle spielt.

 

Unterschied 2: Zeitliche Perspektive

 
Aus den Definitionen wurde ein wesentlicher Aspekt der Unterschiede zwischen Traden und Investieren bereits deutlich.

Während Investieren eher auf ein langfristiges Engagement im Investitionsobjekt ausgelegt ist, sind Trader an kurzweiligen Spekulationen interessiert. Die Haltedauer von Tradern kann wenige Sekunden bis hin zu ein paar Wochen dauern. Investoren haben in der Regel mindestens ein 6-monatiges Engagement im Blick, wobei die erwartete Rendite natürlich auch an einem Tag erreicht werden kann (Stichwörter IPO oder Übernahme).

 

Unterschied 3: Finanzinstrumente

 
Hinsichtlich der gehandelten Finanzinstrumente bestehen Unterschiede. Da Trader nur eine kurze Haltedauer anstreben, muss der gehandelte Wert eine hohe Volatilität gewährleisten oder er muss gehebelt werden.

Dadurch können in kurzer Zeit beachtliche Renditen erzielt werden. Beim Hebel handelt es sich um eine Kennzahl, die das Verhältnis zwischen dem Kurs des Basiswertes (z.B Aktie oder Index) zu dem Kurs des Derivats (Optionsschein, CFD, Future, etc).

Die Größe des Hebels bietet mir einen (theoretischen) Anhaltspunkt dafür, in welchem Maße ich an einer Kursveränderung des Basiswertes partizipiere (positiv oder negativ).

Trader nutzen somit vornehmlich Derivate, um mit wenig Kapitaleinsatz große Renditen erzielen zu können. Für die Nutzung eines Hebels zahlen sie einen Preis in Form von Zeitwert, Finanzierungskosten oder vorgegebener Laufzeit.

Investoren handeln in der Regel den “reinen” Basiswert wie zum Beispiel eine einfache Aktie. Speziell institutionelle Anleger verfügen über hohes Vermögen. Wenn 5 Millionen EUR in eine DAX-Aktie investiert werden, dann machen 10% Rendite auch hier einen netten Eurobetrag aus.

Da beim Investieren sinnvollerweise ein Investmentportfolio, bestehend aus mehreren Anlagen, aufgebaut wird, können auch hier vereinzelt Derivate zum Einsatz kommen. Entweder aus spekulativen Absichten, oder um das Portfolio zu “hedgen”.

 

Unterschied 4: Analysen und Ansätze

 
Die ewige Diskussionen – Chartanalyse oder Fundamentalanalyse – findet auch hier Einklang.

Beim Investieren spielt der fundamentale Aspekt eine wichtigere Rolle, als die Charttechnik. Über beispielsweise Top-Down oder Bottom-Up Ansätze werden Investmentideen generiert. Dazu gehören Auswertungen von Unternehmensbilanzen und Branchenanalysen.

Nach reifer Überlegung entscheidet man sich für oder gegen eine Investition. Aber auch hier wird durchaus die Charttechnik benutzt, um einen geeigneten Einstieg zu finden.

Bei Traden ist wieder die zeitliche Perspektive entscheidend. Der Scalper, der eine Position nur wenige Sekunden oder Minuten hält (und davon mehrere Trades am Tag macht), kann mit der Fundamentalanalyse nicht viel anfangen. Er benutzt sie höchstens zur Sichtung der “Großwetterlage”.

Wenn jemand als Swingtrader agiert, dann wird sowohl die Fundamentalanalyse, als auch die Chartanalyse benötigt, um vielversprechende Trades eingehen zu können.

 
 

Fazit:

Du siehst, dass es durchaus Unterschiede zischen Traden und Investieren gibt, der Übergang ist bei vielen Aspekten jedoch fließend. Wer als Trader bestehen will, benötigt ein “hartes Fell” und muss seine Emotionen im Griff haben. Der Investor hat es da einfacher, darf jedoch nicht die Geduld verlieren.

Und abschließend noch eine Quizfrage:

Macht der allgemeine Ausruf “Investiere in deine Zukunft” überhaupt Sinn?

Wenn jemand jemanden kennt, der weiß, wie man in die Vergangenheit investieren kann, dann möge er mir bitte bescheid geben…:)

Bis in Kürze

Tim
 
 

Weißt du, welche 7 kritischen Fehler dein Tradingkonto gefährden?







 

2 Kommentare zu „4 Unterschiede zwischen Traden und Investieren“

  1. Pingback: Wie und warum funktioniert Chartanalyse [nicht]? - TradingFreaks

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Tim Grueger

Tim ist CEO & Trader bei tradingfreaks.com. Er ist Bachelor of Science (Finance) und hat für zwei große Banken gearbeitet. Tim handelt hauptsächlich das Forex und Aktien Newstrading, so wie diverse Hedgefunds und Propfirmen. Du kannst seine Strategie im kostenlosen Webinar sowie im Top Trader Programm einsehen und erlernen.
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