Dax Trading ist unter privaten Tradern sehr beliebt. Doch nur die wenigsten sind damit dauerhaft erfolgreich. Hier gibt es wichtige Tipps, Tricks und Hinweise zur Dax Entwicklung.

Abseits von all dem Börsentrubel und Handelskriegen gab es Juli auch einen Geburtstag zu feiern. Der deutsche Leitindex DAX hat am 01.07.2018 sein 30-jähriges Bestehen gefeiert.

In diesem Beitrag gehe ich einmal durch die Historie dieses Indizes, stelle wichtige und interessante Fakten vor um am Ende noch einen kleinen Blick in die Zukunft zu werfen.

Den DAX gibt es seit dem 01. Juli 1988, wurde jedoch zum 01. Januar des Jahres zurückgerechnet und startete bei genau 1.000 Punkten. Zum 01. Juli 1988 betrug der Indexstand schon 1.163 Punkte, dies entspricht einem Gewinn von 16,3% nach gerade einmal sechs Monaten. Am letzten Handelstag vor seinem Jubiläum schloss der Index bei einem Stand von 12.306 Punkten (+1.130%).
Hieraus ergibt sich eine durchschnittliche Jahresrendite von 8,2%.

Beispielsweise können wir Anleger seit einiger Zeit für passive Indexfonds (ETF) an Indizes partizipieren.

DAX Entwicklung Historie

Quelle: boerse.de

Trotz dieser guten Dax Entwicklung haben aber leider nur knapp 11% der Deutschen Aktien und können so am Markt teilnehmen und von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren.

Im DAX sind ca. 80% des Werts aller deutschen Unternehmen abgebildet welche an der Börse notiert sind. Der Grund für die „Erfindung“ des Dax ist ziemlich simpel.

Davor gab es diverse deutsche Indizes. Jede Wirtschaftszeitung hatte quasi ihren eigenen Index, die FAZ, die Börsenzeitung und als Bank auch die Commerzbank.

Die anderen Banken wollten nichts mit dem Index der Commerzbank zu tun haben und andere Zeitungen hatten ein Problem damit, die Konkurrenz wie FAZ und Börsenzeitung zu zitieren.
Hier musste Abhilfe geschaffen werden.

Auch musste die Vergleichbarkeit einfacherer gestaltet werden und nach außen hin wollte man schon länger einen einheitlichen Index haben. Vorbild hier der Dow Jones der weltweit bekannt war und jedem vom Namen sofort etwas gesagt hat. Mit dem „FAZ-Index“ konnten hingegen die meisten nicht allzu viel anfangen.

Weniger als die Hälfte der aktuell 30 Mitglieder waren von Beginn an dabei, dazu gehören:
Allianz, BASF, Bayer, BMW, die Commerzbank, die Deutsche Bank, Lufthansa, Henkel, Linde, RWE, Siemens und Volkswagen.
*Daimler, ThyssenKrupp und E.On waren unter den heutigen Namen noch nicht von Beginn an im DAX vertreten, deren Vorgängerunternehmen waren jedoch schon seit dem 01. Juli. 1988 dabei.

Die aktuell im Index am höchsten gewichteten Aktien, also die, die für die größten Bewegungen sorgen können sind:
1. SAP (ca. 10%)
2. Siemens (ca. 9%)
3. Bayer (ca. 8%)

Kein Unternehmen kann auch eine höhere Gewichtung als 10% erzielen. Hierdurch soll ein Klumpenrisiko vermieden werden, welches dafür sorgen könnte, dass nur noch ein, zwei, drei Titel für die Indexbewegungen verantwortlich sind.

Es kam zum Beispiel durch eine versuchte Übernahme einmal dazu, dass die VW Stammaktie die im Dax notierte bei 1000€ stand und so über 25% vom Index ausgemacht hätte.

Das am geringsten gewichtete Unternehmen, welches Stand jetzt den Index auch als nächstes verlassen muss, ist die Commerzbank (ca. 0,8%).

Als Nachfolger wird aktuell das TecDax Unternehmen Wirecard gehandelt.

https://de.reuters.com/article/mrkte-commerzbank-wirecard-idDEL8N1U11XH

Insgesamt waren bis heute 59 verschiedenen Unternehmen im Laufe der Zeit im DAX enthalten.

Wie der DAX genau berechnet wird und was ihn bewegt habe ich schon in diesem Artikel beschrieben und zusammengefasst.

Der DAX ist als einer der wenigen großen Leitindizes weltweit ein sogenannter Performanceindex. Bei den meisten anderen Indizes handelt es sich um Kursindizes. Den Unterschied zwischen diesen beiden Indexformen habe ich auch bereits im oben verlinkten Artikel dargestellt und erklärt.

Kurz und knapp werden bei einem Performanceindex die von den Unternehmen ausgeschütteten Dividenden reinvestiert und beim Indexstand mitberücksichtigt und beim Kursindex eben nicht.

Ohne diese Dividenden, also wenn der DAX ein Kursindex wäre, würde dieser heute bei „nur“ ca. 5.668 Punkten notieren.

Ganze dreimal in seiner Historie hat der DAX es geschafft einen prozentualen zweistelligen Gewinn zu erzielen.

An all diesen Tagen befanden wir uns mitten in der Finanzkrise von 2008. Am 13. Oktober 2008 konnte der DAX ein Tagesplus von 11,4% erzielen und kurz darauf am 28. Oktober stieg er um ganze 11,3%.

Einen Monat später, am 24. November, war dann der letzte Tag der zweistelligen Gewinne und der Index stieg noch einmal um 10,3%.

DAX Entwicklung in Krisenzeiten

Wo Gewinner sind, sind aber meistens auch Verlierer anzutreffen und so verwundert es nicht, dass es auch ein paar Tage mit ordentlichen Verlusten im Laufe der Zeit gab. Am 26. Oktober 1989 stürzte der DAX um ganze 12,8% in die Tiefe. Dies war dann aber auch schon der einzige Tag mit zweistelligen prozentualen Verlusten.

Trotzdem sollte man Krisen von denen sich auch der DAX nicht freimachen konnte der Vollständigkeit halber erwähnen. Nach dem Boom Anfang/Mitte der 1990er in Folge der Wiedervereinigung kam es zu mehreren Krisen:

– Mitte/Ende der 1990er Asien-/Russlandkrise
– Die Dotcom Blase Anfang der 2000er
– Der 11. September 2001 und der darauffolgende Krieg
– Lehman Brothers und Ausbruch der US-Subprime-Krise 2008
– Eurokrise 2011

DAX Trading bietet in Krisenzeiten viele Möglichkeiten für Daytrader, denn die Volatilität ist entsprechend hoch.

Und trotz all dieser Krisen und Rückschläge haben wir schon zu Beginn die immer noch wunderbare langfristige Entwicklung gesehen.

Der DAX spiegelt durch seine dynamische Zusammensetzung immer die Lage der deutschen Wirtschaft wieder.

Dadurch, dass die Zusammensetzung einmal im Jahr anhand von Kriterien wie der Marktkapitalisierung und dem Umsatz an der Börse bemessen und gewichtet wird, ist der Index immer auf einem aktuellen Stand und kann so die gesamte Wirtschaftslage gut wiederspiegeln.

Dies führte in der Vergangenheit aber auch hin wieder mal zu Kritik.

So galt der DAX zu Beginn schon als zu finanzlastig (Deutsche Bank, Commerzbank, Allianz, Munich Re, Dresdner Bank, Bayerischen Vereinsbank waren enthalten) oder auch anschließend als zu techlastig (Siemens, Infineon, Epcos, SAP). Dies ist aber eine nur eine reine Abbildung der Wirtschaft und Gesellschaft. In den Dax Anfangszeiten war nun einmal noch die große Phase der Banken und Finanzen und im Anschluss kam durch das Internet die Zeit der Computer und Roboter.

Wie schon oben beschrieben wird wohl bald mit der Commerzbank der nächste klassische Bankentitel verschwinden und wenn man sich den Kursverlauf der Deutschen Bank mal anschaut, sieht es da auch nicht unbedingt besser aus. Hier hat man nur noch den Vorteil der Größe.

Wo wir gerade bei Technologie sind. Eine nette Spielerei, die sich die deutsche Börse hat einfallen lassen, ist die Bodengestaltung in manchen Räumen der Börse Frankfurt.
So sind am Boden auf den Kacheln die einzelnen Werte aus Dax, Mdax, Sdax und Tecdax dargestellt und leuchten je nach aktueller Kursänderung auf (ich halte selber Aktien des angezeigten Unternehmen):

DAX Boden Kacheln

Und wie es so oft im Leben ist stehen irgendwann auch Veränderungen an.
Man wird älter und die Familie vergrößert sich. So hat der Dax im Laufe der Zeit mit dem Mdax für Unternehmen aus dem Mittelstand, dem Sdax für Small-Caps und dem Tecdax für Unternehmen aus dem Technologiesektor noch einige Indizes an die Seite gestellt bekommen.

Bald wird es aber wohl zur größten Veränderung kommen. Der Dax hatte in den letzten 30 Jahren immer konstant genau 30 Werte abgebildet. Das diese durchaus ausgetauscht werden können haben wir schon weiter oben erfahren. Hier wird sich wohl auch erst einmal nichts daran verändern. Aber seine kleineren Partner werden ein paar Änderungen erfahren.

Der Mdax wird zum 05. September auf 60 Werte aufgestockt (zuvor 50), im Sdax werden von da an 70 Werte abgebildet werden (zuvor 50), im TecDax werden zukünftig dann auch Unternehmen aus dem Dax aufgelistet.

Auch ist es von September an möglich, dass Unternehmen die zuvor nur im Tecdax waren, von da an auch in den anderen Indizes notiert sein dürfen, wenn die Kriterien dafür denn erfüllt sind.
Zuvor war es für Unternehmen aus der Technologiebranche nicht möglich im Mdax oder Sdax zu notieren.

Ich hoffe mit dem Beitrag konnte ich noch ein paar Fakten und Informationen liefern die dir so bisher noch nicht bewusst waren und du hast wieder ein, zwei Dinge dazugelernt.

Und nicht vergessen, auch mal von der Börse und dem ganzen Trubel und der Hektik abschalten, wie der Kollege unten im Bild ?

Börse Frankfurt Sheldon

Ich wünsche noch eine schöne und erfolgreiche Handelszeit!

Grüße
Andreas

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