Hier bekommst du als Anfänger 7 wertvolle Tipps, um Daytrading lernen zu können, sodass du mit Forex oder CFDs sicher starten kannst.

 

Wer Daytrading lernen will, findet Unmengen an Informationen im Internet, in Büchern und auf Seminaren diverser Anbieter. Doch wo fange ich an?

Damit du als Trading Anfänger den Fokus auf die richtigen Inhalte legst, haben wir dir in diesem Blogbeitrag wichtige Trading Tipps zusammengetragen.

Damit kannst du den Fokus auf die wirklich wichtigen Themen legen, denn es gibt einige zu beachten. Bevor wir starten, solltest du dir unbedingt klar machen, dass Trading in der Regel mit gehebelten Finanzinstrumenten (Derivate wie Optionen, Futures, CFDs, FX,..) einhergeht. Der Hebel hat für viele seinen Reiz, wie wir noch feststellen werden, doch er ist genauso tückisch. Du kannst mit Trading sehr viel Geld verdienen, aber ebenso alles verlieren!

Damit letzteres nicht passiert, beginnen wir nun mit Tipp Nummer 1.

 

Daytrading lernen: Tipp 1 –  Gezieltes Fachwissen aufbauen

Wer die absoluten Grundlagen noch nicht beherrscht, sollte sich die Zeit nehmen, diese zu verinnerlichen. Wer sich nicht gründlich auf die Börse und speziell das Trading vorbereitet, wird sein Geld schneller los als er gucken kann. Folgende Fragen musst du zwingend beantworten können, wenn du auch nur den Hauch einer Chance am Markt haben willst. Ich habe jeweils kurze Antworten dazu geschrieben, doch je nach Wissenstand solltest du tiefer in die Materie einsteigen.

  1. Welche Assetklassen gibt es? Die Rubriken der einzelnen Assets sind Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Devisen (FX). In den einzelnen Rubriken gibt es noch einmal Abstufungen. Bei Aktien spricht man beispielsweise von Bluechips oder Small Caps, was sich an der Größe des Handelsvolumens orientiert und somit unterschiedliche Tradingstrategien ermöglicht.
  2. Was ist überhaupt der „Markt“? Der Markt ist ein Sammelbegriff und beschreibt einen Ort, an dem Wertpapier- oder Derivatetransaktionen stattfinden. Es ist der (virtuelle) Ort, wo sich Käufer und Verkäufer finden und ihre Positionen gegen Geld tauschen. Wie beim Autohandel, werden auch die Preise für Wertpapiere (Basiswerte) über Angebot und Nachfrage bestimmt.
  3. Welche Marktteilnehmer gibt es? Die Marktteilnehmer teilen sich auf in Spekulanten (Du und ich), Investoren, Hedger und Arbitrageure. Hedger sichern sich bzw. Ihre Ware an Terminbörsen vor starken Preisschwankungen. Arbitrageure nutzen Preisdifferenzen eines Basiswertes an unterschiedlichen Börsen aus. Der moderne Computerhandel hat diesen Handelsstil in den letzten Jahren maßgeblich verändert.
  4. Wie kommt ein Kurs zustande? Es gibt keine pauschale Antwort auf diese Frage. Es ist in erster Linie vom jeweiligen Asset abhängig. Aktien werden über regulierte Börsen wie Xetra gehandelt. Das Orderbuch „matched“ Käufer und Verkäufer. Beim Devisenhandel (FX oder Forex) werden Transaktionen „OTC“, also over the counter am Interbankenmarkt abgewickelt. Derivate werden in der Regel von Banekn und Brokern bepreist und richten sich nach der Entwicklung des Basiswertes (z.B. DAX).
  5. Was ist ein Derivat und was ist der Hebel? Der Ausdruck „derivativ“ heißt übersetzt „abgeleitet“. Im Börsenhandel bedeutet es, dass ein Finanzprodukt von einem Basiswert abgeleitet wird. Noch einfacher ausgedrückt: Das Derivat macht die Entwicklung des Basiswertes mit. Nehmen wir einen CFD auf den DAX als Beispiel. Steigt der DAX , steigt auch der DAX CFD Kontrakt. Ob im Verhältnis 1:1, 1:10 oder sogar 1:100, entscheidet der gewählte Hebel des Traders. Ich kann mit Hilfe des Hebels also sehr hohe Renditen, aber auch Verluste erzielen.
  6. Wie kann ich handeln? Wer Daytrading nicht nur in der Theorie lernen, sondern auch praktisch betreiben will, braucht einen Laptop/PC/Smartphone, einen Internetzugang und ein Tradingkonto bei einem Online Broker. Der Broker sorgt für die Verwaltung des Kapitals und die Orderausführung.
  7. Wann kann ich handeln? Je nach Assetklasse gibt es feste Handelszeiten. Aktien können während der Börsenöffnungszeiten gehandelt werden. Devisen werden 24 Stunden durchgehandelt. Allerdings schließen alle Märkte von Freitag bis Montag.

Damit haben wir deine Grundlagen noch einmal aufgefrischt und wir können uns dem nächsten Tipp widmen.

 

Daytrading lernen: Tipp 2 – Eröffne ein Demokonto

Es gibt diverse Trading Plattformen, mit denen du Kurse verfolgen, Charttechnik ausprobieren und letztendlich Orders abgeben kannst. Welche Software und welchen Broker du wählst, hängt in erster Linie von den Finanzinstrumenten ab, die du handeln willst. Für viele Anfänger, die traden lernen wollen, hat sich ein kostenloses Demokonto bei eniem Online Broker für CFD und Forexhandel bewährt.

Zum einen sind CFDs sehr transparent in der Abbildung, können für verschiedene Tradingstile genutzt werden und sind seit diesem Jahr von der Nachschusspflicht befreit. Zudem bieten viele CFD und FX Broker Kontoeröffnungen ohne Mindesteinzahlung an. Das heißt, du kannst dein Tradingerlebnis mit wenig Kapital starten. Aber bevor du einen Trade mit Echtgeld eingehst, solltest du zwingend auf einem Demokonto üben. Folgende Gründe:

  1. Du riskierst kein eigenes Geld. Demokonten sind sozusagen Spielgeld.
  2. Du übst unter realen Bedingungen, denn die Software des Brokers ist für Livekonten und Demokonten gleich.
  3. Du kannst solange trainieren, bis du ein Gefühl für die Märkte und ein fertiges Setup hast.

Du wirst mit der Zeit merken, dass Disziplin und Geduld äußerst wichtige Eigenschaften für Erfolg im Trading sind. Nimm dir die Zeit und übe anhand des Demokontos. Dort kannst du Fehler machen, ohne das es weh tut.

trader ausbildung

Daytrading lernen: Tipp 3 – Tradingstil finden

Es gibt drei unterschiedliche Trading Stile, die sich in erster Linie in der zeitlichen Komponente unterscheiden. Daraus folgt, dass auch unterschiedliche Finanzinstrumente genutzt werden.

Folgende Trading Stile unterscheiden wir:

  1. Scalping – Scalp Trades sind von äußerst kurzer Haltedauer. Ein Scalper hält einen Trade für wenige Sekunden oder Minuten. Er schneidet sich eine kleine Bewegung von wenigen Punkten aus einem Basiswert heraus.
  2. Daytrading – Daytrader halten Ihre Positionen klassischerweise ein paar Stunden, bis zum Ende des Handelstages. Wenn das avisierte Ziel nach wenigen Minuten erreicht wurde, ist das natürlich auch in Ordnung.
  3. Swingtrading – Swingtrader haben eine längere Dauer für Ihren Trade geplant. Swingtrades dauern gerne mal ein paar Tage bis hin zu einigen Wochen.

Ein bekannter und professioneller Trader sagte einmal: „Es gibt eine Million Strategien, um an der Börse Geld zu verdienen. Aber nur einer dieser Wege ist DEIN Weg.“

Du wirst mit der Zeit merken, dass du nicht für jeden Trading Stil und jede Strategie gemacht bist. Ich zum Beispiel bin kein guter Optionshändler und ich schaffe es auch nicht, einen Trade lange durchzuhalten. Das liegt an meinen Charaktereigenschaften, die mich (sowie jeden Trader) im Trading beeinflussen. Ich habe aber über Testen und Ausprobieren herausgefunden, dass ich mich im Daytrading wohlfühle. Meine Trades laufen durchschnittlich 3,5 Stunden. Manchmal dauert es nur 5 Minuten.

Du musst also über das Testen verschiedener Stile auf dem Demokonto, herausfinden, welche zeitliche Perspektive am besten zu dir passt.

Wichtig: Ich kann mit jedem Trading Stil gleich viel Geld verlieren oder gewinnen. Es gibt kein besser oder schlechter! Wenn ein Swingtrader einen Trade pro Woche macht und 100 Punkte erzielt, der Scalper hingegen 10 Trades macht und jeweils 10 Punkte erzielt, ist da Ergebnis identisch.

 

Daytrading lernen: Tipp 4 – Eine erste Idee testen

Wenn du deinen Trading Stil gefunden hast, weißt du ungefähr, wie viele Punkte du pro Trade erzielen willst und demnach auch, wie lange ein Trade voraussichtlich laufen wird. Mit diesem Wissen bist du schon ein ganzer Stück weiter als am Anfang, jetzt geht es aber darum, eine Trading Strategie auf Basis des Trading Stils zu entwickeln.

Hier solltest du dir aus Blogs, Foren und/ oder Youtube erste Ideen holen. Du solltest auch hier wieder verschiedene Ideen und Strategien auf dem Demokonto testen. Dann kannst du schauen, welcher Ansatz zu dir passt und gute Resultate erzielt. Es ist dabei sehr wichtig, dass du nicht irgendeine vielversprechende Strategie blind nachhandelst. Wie immer: Sie muss zu Dir passen, denn deine Charaktereigenschaften, dein Fachwissen, etc. sorgen dafür, wie erfolgreich du die Theorie in die Praxis umsetzt.

Ich habe bereits einige Strategien und Setups vorgestellt, sodass du hier eine kleine Auswahl zur Verfügung stehen hast:

Damit hast du einige Ideen, wie eine Trading Strategie aussieht. Du kannst jeden dieser Ansätze beliebig erweitern.

 

Daytrading lernen: Tipp 5 – Erstelle dein Trading Setup

Wenn du dich mit der ein oder anderen Strategie vertraut gemacht hast und weißt, ob du lieber im Forex-, Rohstoff-  oder im Aktienmarkt unterwegs bist, dann kannst du dein eigenes Trading Setup aufschreiben. Hierbei geht es darum, ein Regelwerk zu erstellen, was mindestens folgende Fragen beantwortet:

  • Welche Basiswerte willst du handeln und mit welchem Finanzinstrument?
  • Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit du einen Trade eingehst (bestimmte Chartformationen? Fundamentaldaten? Nachrichten?..)?
  • Wann würdest du NICHT traden?
  • Wann beendest du einen Trade? Manuell oder mit Limits wie Stop Loss und Take Profit?
  • Welche Zeiteinheit liegt deiner Idee zugrunde? 5-Min-Chart, 1h-Chart,.. (abhängig vom Tradingstil)?
  • Welche Risikoparameter wählst du? Hebel, Positionsgröße,..?

Ich möchte hier noch einmal betonen, dass dieses Setup zu dir passen muss! Deshalb gilt auch hier wieder: Testen, analysieren, optimieren auf einem Demokonto. Ich verrate dir hier schon einmal, dass die Herausforderung im Trading nicht darin besteht, ein erfolgreiches Trading Setup zu erstellen, sondern die dauerhafte Disziplin, um es professionell umzusetzen. Damit das gelingt, gibt es ein paar Hilfsmittel, wie das Trading Tagebuch.

 

Daytrading lernen: Tipp 6 – Ein Tagebuch anlegen

Manche erinnern sich beim Wort „Tagebuch“ böse an ihre Jugend. Doch dieses mal geht es nicht darum, seinen Liebeskummer zu dokumentieren, sondern die Gedanken und Handlungen des Tradingtages. Das kann nach ein paar Wochen zwar der allgemeinen Erheiterung dienen, hat aber eigentlich einen höheren Sinn.

Durch die lückenlose Dokumentation aller Trades schaffst du dir ein perfektes Analysetool. Du kannst anhand des Tagebuchs immer wieder zurückblicken und schauen, ob du die Fehler der letzten Woche wiederholt, oder endlich abgestellt hast. Da wir Trader zu Recency Bias (schnelles Vergessen) neigen, ist eine zeitnahe Dokumentation des Trades unerlässlich.

Was kommt alles in ein Trading Tagebuch? Alles was du brauchst, um eine vernünftige Nachbetrachtung machen zu können. Neben dem Resultat des Trades (in Punkten und/oder Euro) macht es Sinn, die Gedanken und Emotionen zu protokollieren. Hast du dich komfortabel gefühlt? War das Setup glasklar oder bist du abgewichen? Wenn ja, warum? Würdest du den Trade noch einmal machen?

Du kannst das Tagebuch in Excel-, Word- oder anderweitigem Dokument anlegen. Manche Trader nutzen auch ein klassisches Notizbuch. Ich selbst drucke mir die Charts aus, vermerke dort Trade Ein-/Ausstieg, meine Gedanken, das Ergebnis und ob es ein Trade war, der meinem Setup entsprach.

 

Daytrading lernen: Tipp 7 – Auf einfache Charttechnik konzentrieren

Viele Trader, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, glauben, dass sie einen Super-Indikator finden oder entwickeln müssen, der ihnen nur Gewinntrades signalisiert. Das ist Zeitverschwendung.

Oft sind die simpelsten Indikatoren die vielversprechendsten. Als Anfänger solltest du dich auf einfache Indikatoren konzentrieren. Hierzu zählt zum einen ein gleitender Durchschnitt und zum anderen einfache Unterstützungs- und Widerstandslinien.

Wenn du noch nicht weißt, wie du Widerstände und Unterstützungen erkennst, habe ich hier einen Beitrag für dich.

Als gleitenden Durchschnitt wählst du zum Beispiel einen Simple Moving Average oder einen Exponential Moving Average. Als Skalierung nehmen viele Trader die 200. Auch dazu findest du einen separaten Blogbeitrag.

Diese beiden Charttechnik Indikatoren ermöglichen dir die Optimierung deiner Trade Ein- und Ausstiege, da du nun Zonen im Chart erkennst, die mit hoher Wahrscheinlichkeit für Rücksetzer oder Trendwechsel sorgen werden.

Im nachfolgenden Chart sind diese Indikatoren vereint. Erkennst du die simple aber wirksame Anwendung? Sowohl an dem EMA200 als auch den einzelnen Linien findet der Kurs immer wieder halt oder kehrt komplett um.

Widerstand Unterstützung Charttechnik Daytrading lernen

Übrigens: genau diese beiden Indikatoren werden von diversen Hedgefonds und Investmentbanken genutzt. Und diese Big Boys sind die wahren Profis.

Fazit:

Ich habe dir 7 Tipps vorgestellt, die dir nicht nur helfen werden, dich richtig zu fokussieren, sondern auch eine Schritt-für-Schritt Anleitung bieten, um Daytrading lernen zu können.

Du solltest solange auf dem Demokonto üben, bis du deine Trading Strategie weit genug entwickelt hast. Das bedeutet, dass sie über einen Zeitraum von mehreren Wochen positiv verlaufen ist. Trotz des Demokontos wirst du schon Erfahrungen über gute und schlechte Trades gesammelt.

Wichtig ist auch, dass du bereits in der Testphase die richtigen Risikomanagement-Parameter gefunden hast. Dazu gehört die Wahl der richtigen Positionsgröße und die Absicherung mittels Stop Loss.

Wenn du nun ein Echtgeldkonto eröffnest merkst du, dass nun die Emotionen hinzukommen. Dein Trading wird sich noch einmal verändern. Absolut wichtig sind Geduld und Disziplin. Behalte dein wahres Trading Setup im Auge und dokumentiere deine Trades.

Nutze unsere Trading Tipps auf der Startseite und besuche regelmäßig unseren Blog. Somit hast du ein gutes Grundgerüst geschaffen!

Viel Erfolg und gute Trades
Tim

 

2 KOMMENTARE

  1. Super Tipps. Nur eine Frage habe ich: Sollte man sich auf einen Bereich spezialisieren oder ist es besser sich mit verschiedenen Märkten zu befassen ?

    Gruß Lucas

    • Es macht Sinn aus breitem Fachwissen heraus in eine Nische zu gehen, wenn man weiß, welcher Tradingstil einem liegt und womit man sich wohlfühlt.
      VG

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