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Delta Airlines – Aktienanalyse für Swingtrader

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In dieser Aktienanalyse schauen wir uns die Delta Airlines Aktie an und ob die fundamentalen Kennzahlen ein Investment oder einen Swingtrade rechtfertigen.

Die Aktienanalyse zur amerikanischen Fluggesellschaft Delta Airlines bezieht sich auf den Status Quo im Februar 2021.

Die Analyse ist so aufgebaut, dass wir mittels abgewandeltem Top-Down-Verfahren vom Global-Macro über die Branchenanalyse bis hin zur Firmenanalyse vorgehen.

Delta Airlines (DAL) ist eine im Jahr 1928 gegründete Fluggesellschaft, mit Sitz in Atlanta. Sie ist neben American Airlines und United Airlines eine der drei größten Fluggesellschaften der USA.   

 

Globale Analyse der Delta Airlines Aktie

Auf Grund von Covid-19 haben viele Länder immer wieder zwischenzeitlich Einreiseverbote ausgesprochen oder erlauben die Einreise nur unter strengen Auflagen wie beispielsweise von Joe Biden. So erlauben viele Länder zurzeit nur die Einreise in notwendigen Szenarien, aber keinen Urlaubern. Noch dazu wird vor Abflug ein negativer Corona-Test benötigt, was neben finanziellen Kosten auch zusätzlichen zeitlichen Aufwand für Passagiere erfordert, was zu Stornierungen führen kann. 

Im Angesicht der sinkenden Anzahl von Neuinfektionen und der Impfwelle in vielen Ländern könnten die Fluggesellschaften in Zukunft wieder mehr Passagiere verzeichnen, was jedoch ein langjähriger Prozess werden kann. 

Die FED hat Ende Januar bekanntgegeben, dass der Leitzins vorerst niedrig bleibt. Zudem soll an dieser Politik festgehalten werden bis sich die US-Wirtschaft von Covid-19 erholt. Dies ermöglicht Unternehmen, wie der Delta Airline, günstiger an Kapital zu kommen, um den Verlusten temporär entgegenzuwirken.  

Branchenanalyse der Delta Airlines Aktie

Anfang Februar 2021 hat der US-Präsident, Joe Biden, ein Gesetz verabschiedet, was zu einem Tragen von Masken in öffentlichen Transportmitteln verpflichtet. Dies schützt zum einen vor einer noch stärkeren Ausbreitung von Covid-19, welches besonders den Sektor der Fluggesellschaften trifft. Zum anderen gewährleistet es die Gesundheit der Airline Mitarbeiter wodurch die Ausübung des Dienstleisters nicht gefährdet werden soll 

Um die Branche besser analysieren zu können, wird der Markt im Folgenden in mehrere Punkte unterteilt: 

1. Aktuelle Marktlage 

Der aktuelle Markt ist stark umkämpft, da viele Airlines die gleichen Ziele von dem gleichen Flughafen aus anfliegen. Die stärksten Mitkonkurrenten von Delta Airlines in Bezug auf Passagierzahlen sind American Airlines, Southwest Airlines und United Continental. Dadurch bekommen Reisende oft zu sehr ähnlichen Preisen und Konditionen, da Kunden ansonsten sehr schnell zu Konkurrenten abspringen könnten. 

Delta Airlines versucht sich in diesem Punkt von der Konkurrenz durch Ihren Ruf und Ihre langjährigen Erfahrungen abzugrenzen.  

 2. Kunden 

Für Kunden war es vor Covid-19 so einfach wie noch nie die Fluggesellschaft zu wechseln. Heutzutage haben diese die Möglichkeit mit einer App oder einem Knopfdruck eine andere Gesellschaft zu wählen. Hinzu kommen immer mehr Drittanbieter Webseiten von Reisebüros, bei denen der Kunde nicht nur den Flug, sondern auch das Hotel buchen kann. Das bedeutet, dass Fluggesellschaften zunehmend weniger Direktkontakt zum Kunden haben und auch weniger Einfluss. Fluggesellschaften können also nur mehr Flüge zu günstigeren Tarifen anbieten um attraktiv für den Kunden zu bleiben. 

 3. Neue Konkurrenten 

Die Gefahr von neuen Konkurrenten in der Branche ist relativ gering. Die Einstiegsbarrieren sind sehr hoch, da sowohl Flugzeuge, Piloten, Slots an Flughäfen als auch Kunden benötigt werden. Neue Kunden zu generieren ist sehr schwierig in diesem Sektor und somit bleibt nur die Kunden der starken und etablierten Konkurrenten zu gewinnen. Als letzte Hürde ist die strenge Regulation der Regierungen, um die Sicherheit im Luftraum zu gewährleisten. 

 Besonders in der jetzigen Krisenzeit von Covid-19 ist ein neuer Konkurrent sehr unwahrscheinlich. Abgesehen von der finanziellen Belastung sind Fluggesellschaften besonders stark von Einreiseverboten und Regulierungen betroffen.  

 4. Zulieferer 

Auf Grund der vergleichsweise geringen Anzahlen von Fluggesellschaften und der hohen Anzahl von Zulieferern haben Airlines wenig zu befürchten. Der Kampf der Zulieferer um die Fluggesellschaften ist sehr hoch, besonders um Delta Airlines, die 2019 einen großen Marktanteil hatten.  

 

5. Ersatzprodukte/-dienstleister 

Die Möglichkeit, Fluggesellschaften durch andere Dienstleister zu ersetzen ist nur begrenzt möglich. Im Bereich der Kurzstreckenflüge kämen Züge und Autos noch als Substitut in Frage, was je nach Strecke aber teurer ist und länger dauert und somit nicht effizient ist. 

Besonders aber im Mittel- und Langstrecken Bereich gibt es zurzeit kein Substitut für Fluggesellschaften. 

 

Unternehmensanalyse Delta Airlines

Das Earnings per share (EPS), zu Deutsch: Einkommen pro Aktie, ist eine beliebte Quote, um Unternehmen innerhalb einer Branche miteinander zu vergleichen. Dabei werden vom Nettogewinn/-verlust des Jahres die Dividenden an die bevorzugten Aktien abgezogen, da dieses Geld den Aktionären nicht zur Verfügung steht. Im Anschluss wird es durch die durchschnittliche Anzahl an Aktien des Unternehmens des Jahres geteilt, woraus sich folgende Formel ergibt: 

Aktie EPS Formel

 

Dabei gilt: Je größer die EPS und je regelmäßiger es wächst desto besser ist es für Investoren, da die Quote die Profitabilität des Unternehmens widerspiegelt. Dabei können die EPS sowohl pro Quartal als auch per Jahr angegeben werden.

Im Falle von Delta Airlines (DAL) und den zwei stärksten Konkurrenten American Airlines (AAL) sowie Southwest Airlines (LUV) basierend auf der Anzahl beförderter Passagiereim Jahr 2019 ergibt sich für diese drei Unternehmen in den letzten vier Jahren folgende EPS:

2017  2018  2019 
DAL 4,44 5,68 7,30 -19,47
AAL 1,77 2,03 2,559 -13,96
LUV 2,60 3,03 3,81 -18,35

 

Um die Entwicklung schnell und anschaulich zu gestalten gibt es hier eine entsprechende Grafik:

EPS Grafik US Fluggesellschaften

Aus dem Graphen lässt sich erkennen, dass Delta Airlines im Vergleich ein höheres EPS hatte und auch, dass das Wachstum stärker war bis es Anfang 2020 zur Pandemie kam. Delta Airlines wurde von diesem Event besonders stark getroffen und fuhr Rekordverluste ein. 

Ein Blick auf die Bilanz von Delta Airlines zeigt einen deutlichen Anstieg der Verbindlichkeiten (Schulden). Verbindlichkeiten werden in zwei Konten unterteilt: Kurzfristig, alles was eine Laufzeit von maximal einem Jahr hat, und langfristig, alles über einem Jahr. Die Entwicklung wird in der Grafik zur Veranschaulichung visualisiert:

Eine Finanzierung mittels Fremdkapitals ist für ein Unternehmen deutlich günstiger als eine Finanzierung über neue Aktien. In Zeiten von Covid-19 kann dieses Kapital zum Zahlen von Gehältern, die Instandhaltung der Flugzeugflotte oder auch der Ausbildung vom Personal eingesetzt werden. Kurzfristig wäre es dem Unternehmen in der aktuellen Lage nicht möglich, das Fremdkapital zurückzuzahlen, womit nur eine Finanzierung im langfristigen Rahmen übrig bleibt. Mit der Fremdfinanzierung kommen aber auch neue Hürden auf das Unternehmen im Sinne von Zinszahlungen zu. Das Unternehmen hat, um nicht in liquide Engpässe zu geraten, das kurzfristig verfügbare Kapital erhöht.

Ein beliebter Investmentansatz ist das sogenannte „Mean reversion“ Verfahren (zu Deutsch: Rückkehr zum Durchschnitt). Die Theorie besagt, dass Werte wie beispielsweise der Aktienkurs im langen Zeitraum immer wieder zum Mittelwert zurückkehren, besonders wenn Extremwerte angenommen werden, sofern sich in diesem Beispiel das Geschäftsmodel nicht grundlegend ändert. Im Falle von Delta Airlines könnte die Methode als Investmentstrategie schon zu spät sein. In diesem Fall wird der „exponentiell moving average“ 252 (EMA 252, zu Deutsch: exponentiell gleitender Durchschnitt) genutzt. Die 252 steht in diesem Fall für die letzten 252 Werte und da eine Kerze je einen Tag darstellt, wird immer ein Jahr zur Bildung des Durchschnitts verwendet (ca. 252 Trading Tage).In der folgenden Grafik wird der Aktienkurs von Delta Airlines mit dem EMA252 visualisiert, wobei eine Kerze einem Trading Tag entspricht.

Das Zeitfenster zum Investieren unter dem Ansatz der „Mean-Reversion-Strategie“ wäre also ideal gegen Mai 2020 gewesen. Seitdem erholt sich der Aktienkurs stetig und hat sich dem EMA252 angeglichen. Eine Investition in Delta Airlines auf Grundlage dieser Theorie ist also nicht mehr ratsam.

Ein Ausbruch auf ein neues Monatshoch könnte jedoch als Einstieg genutzt werden. Wichtig ist aber, dass es zur Anlageperspektive und Strategie des Investors bzw. Traders passt.

Laut dem Sprecher der Fluggesellschaft Delta Airlines ist man jedoch zuversichtlich im Sommer 2021 wieder erste Profite erwirtschaften zu können, auch wenn im ersten Quartal (Q1) des Jahres mit weiteren Verlusten gerechnet wird. Dies liegt zudem daran, dass das Unternehmen in der Lage war die laufenden Kosten zu halbieren wie von CNBC berichtet. Darüber hinaus sei Delta Airlines laut Reuterswegen staatlicher Unterstützung in der Lage bis zum Sommer 2021 wieder 400 Piloten zurück in Vollzeit zu beschäftigen und Ausbildungsprogramme wieder aufzunehmen.

Der CEO von Delta Airlines (Ed Bastian) sollte der Fluggesellschaft dabei die nötige Stabilität geben. Ed Bastian ist nun über 20 Jahren im Unternehmen tätig und übernahm 2016 die Rolle des CEOs. Dabei fasst er seine Aufgaben mit „Taking care ofpeople“ (zu Deutsch: Auf Menschen aufpassen/Sich um Menschen kümmern) zusammen. Diesunterstrich er Anfang Februar 2021 erneut in einem Gespräch mit CNBC in Bezug auf Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen, die sich auch nach der Pandemie nicht ändern sollen. Um die Umsetzung zukünftig zu gewährleisten tritt Dr. Henry Ting am 15. Februar Delta Airline als erster Chief Health Officer (CHO) bei. 

 

Fazit:

Die Aktie der Fluggesellschaft Delta Airlines hat durchaus noch Erholungspotenzial im langen Zeitraum. In den nächsten 6-12 Monaten könnte das Unternehmen auf Grund der Branche und Covid19 die ein oder anderen Einbußen verzeichnen, aber im Zeitraum von 1-2 Jahren dürfte das Unternehmen durchaus wieder an Fahrt aufnehmen und die Anzahl beförderter Passagiere wieder steigen. Das liegt zum einen an den immer konsequenteren Hygienevorschriften und Umsetzung der Fluggesellschaften als auch an den zunehmenden Impfungen der Bevölkerung. Beide Faktoren beschleunigen den Prozess bis zur Wiederaufnahme eines geregelten Flug- und Tourismusverkehrs.

Ein Blick auf die Bilanz von Delta Airlines hebt die starke Entwicklung im Vergleich zur Konkurrenz vor Covid19 hervor. Durch Kosteneinsparungen, die in den letzten Monaten im Vordergrund standen, sollte Delta Airlines in der Lage sein in Zukunft wieder Profite zu erwirtschaften. Der Aktienkurs von Delta Airlines hat sich seit dem Fall und Ausbruch von Covid19 Anfang 2020 schon um rund 50% erholt, was durchaus als positives Erholungssignal gewertet werden kann. Zudem muss berücksichtigt werden, dass es kein Substitut für Fluggesellschaften gibt.

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