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Die Wahrheit über Trading nach Wochentagen

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„Never short on Friday“ ist ein bekannter Satz aus der Traderszene. Wie sieht es an den anderen Börsentagen aus und wie viel Wahrheit steckt dahinter?

 

Der Markt ist doch irgendwie ein eigensinniger Sturkopf. Nichts, aber auch wirklich gar nichts an der Börse ist verlässlich.

Sorgten positive Nachrichten bei der letzten Veröffentlichung noch für steigende Kurse, führten sie diesmal zu fallenden Kursen.

Eine passende Ausrede finden die Nachrichtensprecher und Analysten immer:

Heute: „Die positiven Nachrichten beflügelten die Märkte“.

Morgen: „Die positiven Nachrichten nutzten Börsianer für Gewinnmitnahmen“.

Ein weiterer Klassiker:

„Es ist der letzte Börsentag im Monat. Wir sehen steigende Kurse, da die ungeduldigen Arbeitnehmer Ihre vermögenswirksamen Leistungen in Investmentfonds anlegen und somit die Kurse treiben…“

Ja nee, ist klar. Die Stuttgarter Hausfrauen sorgen für steigende Kurse.

Seit Jahrhunderten fasziniert das tägliche Marktgeschehen Millionen Anleger, obwohl die Meisten stetig Verluste erzielen. Doch da entsteht der Reiz, einen Weg zu finden, um den Markt dauerhaft zu schlagen.  Überall hört man schließlich von Millionären, die ihr Geld an der Börse verdient haben und nun ein sorgenfreies Leben genießen.

Die Innovationsfähigkeit der Börsengurus und ihrer Anlegerschaft hat sich dabei durchaus weiterentwickelt, die Gier nach Profit und immensem Reichtum ist jedoch stets gleich geblieben.

Wurde zu Beginn des 20.Jahrhunderts noch fleißig die tägliche Börsenzeitung als Entscheidungsgrundlage für Aktieninvestments genutzt, befolgte man zum Ende des Jahrhunderts eher den Rat windiger Anlageberater, die ein besonders geschicktes Händchen im Verkauf von Investmentfonds der Kategorie „Internetfirmen“ und „Telemedien“ hatten.

 

Und auf einmal wenden wir uns nicht mehr an Anlageberater sondern an Wahrsager:

Kartenleger, Hand-Leser und Sternendeuter. Man kann von ihnen halten was man möchte, aber was zur Hölle bewegt Anleger dazu, den Rat solcher Traumtänzer zu beherzigen?

Der Misserfolg wurde trotzdem relativ schnell erkannt und so versuchte man wieder, eine neue Methode zur Vorhersage von Börsenkursen zu finden, wie zum Beispiel Beziehungen aus Kalendereffekten.

Beliebte Sprüche sind „Sell in may and go away“ und „but remember to come back in december“.

Doch wieso nur zweimal im Jahr handeln, wenn man den Kalendereffekt auch auf Wochentage projezieren kann?

In meinen ersten Börsenjahren hatte ich niemals daran gedacht, eine Handelsrichtung an feste Börsentage zu koppeln. Dann bemerkte ich einen Trader, der einen Short-Trade von mir so kommentierte:

„Never short on friday! „

Wie bitte? Never short on friday? Ich fragte mich, ob es nur ein blöder Spruch eines unreifen Börsenneulings sei, doch dem war nicht so. Der Trader handelte profitabel und das nicht erst seit gestern.

Ich fragte ihn, wie er denn auf die Idee käme, freitags generell nicht Short zu gehen, worauf er mir antwortete:

„Nun es ist so. Die Börsenkurse werden hauptsächlich durch die Volumen großer Hedge-, Pensions- und Staatsfonds bewegt, speziell den amerikanischen Big Playern. Die Amis sind dafür bekannt, sich vor dem Wochenende (und besonders vor Feiertagen) die Depots vollzuhauen, als gäbe es kein Morgen mehr und Montags dreht sich das Spiel dann. Am Wochenende können Nachrichten nicht direkt verarbeitet werden und am Wochenende werden selten positive Nachrichten veröffentlicht. Also werden Montage für Verkäufe der Positionen genutzt.“

Was er sagte, klang plausibel, doch gab es glaubhafte Statistiken dazu?

Ich betrieb ein eigenes Research in dem ich die Freitags-Schlusskurse der letzten 6 Monate in Dow und Dax notierte.

Die Bilanz: 13x rot, 9x grün und 2x unverändert.

Dieses Ergebnis war nicht das, was ich mir erhofft hatte. Ich wählte einen weiteren Betrachtungszeitraum und kam wieder zu einem eher neutralen Ergebnis.

Ich ging noch einen Schritt weiter und durchforstete Suchmaschinen nach ähnlichen Statistiken. Die meisten Statistiken kamen sogar zu gegensätzlichen Ergebnissen, wobei die Quellen aber eher fragwürdig waren.

Den Trader mit diesem Resultat konfrontierend antwortete er mir:

„Naja, du darfst das Handeln nach Wochentagen doch nicht als heiligen Gral ansehen. Es gibt diverse Einflüsse, die tagtäglich das Marktgeschehen beeinflussen, sodass eine gewisse Flexibilität notwendig ist.“

Diese Antwort befriedigte mich zwar nicht wirklich, aber dennoch wollte ich von ihm wissen, wie er denn die weiteren Börsentage einschätze.

Ich bekam folgende Liste:

  • Montag – eher Korrekturtag
  • Dienstag – volatil („Turnaround-Tuesday“)
  • Mittwoch – neutral
  • Donnerstag – volatil, beide Seiten werden bedient
  • Freitag – positiv, häufige bullische Reversal

Ich wollte es nun wirklich wissen und recherchierte weiter. Dabei habe ich einen Artikel aus der Wirtschaftswoche entdeckt der zu einem ganz anderen Ergebnis kam:

Bis 1989 wies die Statistik den Montag als schlechtesten Tag für den Dow Jones aus. Seit 1990 hat sich das allerdings deutlich gewandelt. Ihre Papiere verkaufen sollten Anleger lieber nicht an einem Donnerstag oder am Freitag, denn diese sind seitdem regelmäßig schwache Börsentage. Hirsch erklärt das so: Die meisten Händler seien dann schon im Wochenende. Über die komplette Zeitreihe von 1953 bis 2011 gerechnet, hat der Wochenanfang die Nase vorn: Gute Tage für den Aktienverkauf sind demzufolge Montag bis Mittwoch, an diesen Tagen steigen die Kurse häufig. Der Dow Jones Index legte allein seit 1989 an den drei Tagen zusammen 13.108 Punkte zu.

 

Für mich ergibt sich daraus folgendes Fazit:

Leider ist aus dem Kalendereffekt keine nachhaltig erfolgreiche Strategie (für mein Trading Setup) ersichtlich.

Diverse Statistiken kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen und meine eigenen Zählungen sind eher neutral zu werten.

Und dennoch erwische ich mich ab und an dabei, wie ich mir in der morgendlichen Vorbereitung die Zitate des besagten Traders in Erinnerung rufe und versuche, die Marktentwicklung dahingehend zu antizipieren.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Gibt es jemanden, der sein Trading konsequent an ganz bestimmten Wochentagen vollzieht?

Tim Grueger
Tim ist CEO & Trader bei tradingfreaks.com. Er ist Bachelor of Science (Finance) und hat für zwei große Banken gearbeitet. Tim handelt hauptsächlich das Forex Newstrading, so wie diverse Hedgefunds und Investmentbanken. Du kannst seine Strategie im kostenlosen Webinar sowie im Top Trader Programm einsehen und erlernen. Tim empfiehlt diesen FX- und CFD-Broker. <<<<<<Hier geht es zu Tim´s Trading Story.:>>>>>> Hier geht es zu Tim´s Youtube Videos.:

7 KOMMENTARE

  1. Ich musste feststellen, dass es sehr wohl statistisch relevante Effekte an unterschiedlichen Wochentagen gibt. Der Turnaround-Tuesday-Effekt bspw. existiert immer noch. Andere Märkte sind an anderen Tagen sehr stark oder schwach, bspw. Gold am Freitag.
    Auch Intraday kann man solche Saisonalen-Ausprägungen beobachten, allerdings muss jeder selbst entscheiden, ob er diese für sein Trading nutzt. Eine Gewissheit oder 100%ige Korrektheit kann es leider auch hier nicht geben.

  2. Vielen Dank für deine Beobachtungen, Tobias! Ich kann das bestätigen, dass es Händler gibt, die sich auf Di-Do beschränken.

  3. Meine Erfahrung:
    – Montag ist ein eher durchwachsener Handelstag. Hohe Vola, Richtungslosigkeit, oftmals einseitiger Handel, da sehr oft irgendwo in Europa oder Amerika Feiertag ist. Sehr viele Amateure an diesem Wochentag unterwegs.
    Positive und negative Ereignisse vom Wochenende werden am Montag „verdaut“.

    – ab Dienstag bis Donnerstag gibt es handelbare und ernstzunehmende Trends auch in den kleinen Zeiteinheiten.

    – Profis handeln nicht nur,… aber sehr oft nur von Dienstag bis Donnerstag. Der Freitag wird eher dazu benutzt, um Positionen vor dem Wochenende abzubauen und das Depot vor möglichen negativen Ereignissen am WE zu sichern.

  4. Ich habe mal gelesen, dass es in den 90-2000er Jahren durchaus bullische Freitage in der Mehrheit gab, aber es ist speziell in den letzten Jahren alles ein Stück weit unberechenbarer geworden.
    Die gegensätzlichen Statistiken im Artikel zeigen ja auch, dass es nichts bringt stur nur eine Richtung zu handeln.

  5. Hallo Tim,

    ich persönlich glaube nicht daran, dass es feste Marktphasen, zu festen Wochentagen gibt! Das folgende (schlechte) Beispiel bitte nicht falsch aufnehmen. Es wäre jedoch ungefähr so, als wenn von nun an davon auszugehen ist, dass die Gefahr auf einem Dienstag mit einem Flugzeug zu fliegen höher ist, nur weil jeweils am Dienstag die beiden folgenden Vorfälle passierten:

    – Terroranschläge vom 11. September 2001

    – Germanwings-Flugzeugabsturz 9525 vom 24. März 2015

    Des Weiteren hast Du ja selbst schon festgestellt, dass es sich statistisch gesehen relativ in der Waage hält und so sind auch meine Beobachtungen. Sicherlich ist es aus meiner Sicht immer riskanter, Trades über ein Wochenende laufen zu lassen, jedoch können diese sich am Sonntag Abend in alle möglichen Richtungen bewegen, welche wie immer nicht vorhersehbar sind. Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass hinter dem Satz “Never short on Friday” Null Wahrheit steckt.

    Viele Grüße
    FjodorForex

    • Genau, das deckt sich mit meinen Beobachtungen.

      Gruß
      Tim

      P.S:
      Ich habe gestern einen Flug nach Lissabon für den 02.06. gebucht. Rate mal welcher Wochentag 😉

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