Elliott-Wellen-Theorie: Erklärung und Anwendung für Trader

Elliott-Wellen-Theorie

In diesem Artikel erfährst du, was die Elliott-Wellen-Theorie ist und wie du sie für das Trading nutzen kannst.

Die Elliott-Wellen-Theorie ist eine Form der technischen Analyse und wurde in den 1930er Jahren von Ralph Nelson Elliott entwickelt.

Nachdem Elliott durch eine Krankheit in den Ruhestand gezwungen worden war, suchte er nach einer Beschäftigung für seine freie Zeit.

Er begann damit, Jahres-, Monats-, Wochen-, Tages- und selbst erstellte Stunden- und 30-Minuten-Charts verschiedener Indizes zu studieren und das über einen Zeitraum von 75 Jahren.

1935 erlangte die Theorie Berühmtheit, als Elliott auf unheimliche Weise einen Tiefpunkt am Aktienmarkt vorhersagte.

Seitdem ist sie unter Tausenden von Portfoliomanagern, Tradern und Privatanleger sehr beliebt und weit verbreitet.

Elliott beschrieb spezifische Regeln, wie man diese Wellenmuster erkennt, vorhersagt und aus ihnen Kapital schlägt.

Heutzutage ist Elliott Wave das größte unabhängige Finanzanalyse- und Marktprognoseunternehmen der Welt, dessen Marktanalysen und -Prognosen auf Elliotts Modell beruhen.

Was besagt die Elliott-Wellen-Theorie?

Die Elliott-Wellen-Theorie wird zur Beschreibung von Kursbewegungen des Finanzmarktes verwendet.

Dabei kann die Interpretation der Elliott-Wellen-Struktur eines Marktes unter Investoren und Tradern sehr unterschiedlich ausfallen.

Die Interpretation der Theorie ist subjektiv und wird nicht von allen Marktteilnehmern auf die selbe Weise aufgenommen.

Mit Hilfe der Wellenanalyse kannst du einen Einblick in die Trenddynamik bekommen und die Kursbewegungen besser verstehen.

Die sogenannten Wellen lassen sich in Aktienkursbewegungen, aber auch im Verbraucherverhalten erkennen.

So wird beispielsweise eine Bewegung von Hausbesitzern, die ihre bestehenden Hypotheken durch neue mit besseren Konditionen ersetzten, als Refinanzierungswelle bezeichnet.

Im Zusammenhang mit der technischen Analyse wird bei der Elliott-Wellen-Theorie nach wiederkehrenden langfristigen Kursmustern gesucht, die mit anhaltenden Veränderungen der Anlegerstimmung und der Psychologie zusammenhängen.

Allerdings wies Elliott darauf hin, dass diese Muster keine Gewissheit über künftige Kursbewegungen bieten.

Sie sollen vielmehr dazu dienen, die Wahrscheinlichkeiten für künftige Marktaktionen zu ordnen.

Die Elliott-Wellen-Theorie kann in Verbindung mit anderen Formen der technischen Analyse und technischen Indikatoren verwendet werden, um bestimmte Chancen am Markt zu erkennen.

Die These besagt, dass Aktienkursbewegungen vorhergesagt werden können, weil sie sich in sich wiederholenden Auf- und Abwärtsmustern bewegen.

Diese Bewegungen werden auch Wellen genannt und werden durch die Psychologie oder die Stimmung der Marktteilnehmern erzeugt.

Es wird prinzipiell zwischen zwei verschiedenen Arten von Wellen unterschieden:

Antriebswellen (auch als Impulswellen bezeichnet) und Korrekturwellen.

Impulswellen

Die Elliot-Wellen-Theorie besagt, dass sich der Markt in einem 5-zu-3 Wellenmuster bewegt.

Die sich wiederholenden Muster, die von dieser Theorie beschrieben werden, umfassen alle acht Wellen. Egal ob bullisch oder bärisch.

Die ersten fünf Wellen werden als “Impulswellen” bezeichnet, die sich in Richtung des Haupttrends bewegen.

Um eine Impulswelle zu identifizieren, gelten folgende Regeln:

1. Welle 4 und Welle 1 dürfen sich nicht überschneiden.

2. Welle 3 kann nie die kürzeste sein.

3. Welle 2 darf nicht unter den Anfangspunkt von Welle 1 gelangen.

Die letzten drei Wellen sind “Korrekturwellen”, die sich gegen den Trend bewegen.

Mit Hilfe diesen Beispiels können wir folgendes erkennen:

Die Wellen 1, 3 und 5 verlaufen mit dem vorherrschenden Trend. Die Wellen 2 und 4 fallen hingegen in die entgegengesetzte Richtung zurück.

Obwohl die Wellen 2 und 4 nicht in die Richtung des Trends gehen, dürfen sie nicht mit den Korrekturwellen A, B und C verwechselt werden.

Elliott-Wellen-Theorie
Quelle: Société Générale

Die Korrekturwellen sind tendenziell kleiner, während die Impulswellen größere Preisbewegungen aufweisen.

Allerdings gibt es immer eine Impulswelle, die länger ist als die beiden anderen – in der Regel die dritte Welle, da die Massen den Preis nach oben treiben. 

Die Psychologie hinter den Impulswellen kann folgendermaßen beschrieben werden:

= > Welle 1 ist der anfängliche Preis, der sich nach oben bewegt, wenn eine kleine Gruppe von Menschen kauft, weil der Preis niedrig ist.

=> Welle 2 kehrt sich leicht um und der Preis sinkt ein wenig, da die Leute Gewinne mitnehmen

=> Bei Welle 3 entscheidet sich die breite Öffentlichkeit für den Handel, was den Preis noch weiter in die Höhe treibt

=> Welle 4 bringt mehr Händler dazu, aufgrund des teuren Preises des Instruments Gewinne mitzunehmen

=> Welle 5 ist eine kleine Gruppe bullischer Händler, die die überteuerten Aktien kaufen

Korrekturwellen

Die drei Korrekturwellen werden mit A, B und C bezeichnet und folgen nach den ersten fünf Impulswellen.

Dabei laufen sie entgegengesetzt zum vorherrschenden Trend.

Je nach dem ob es sich um einen Bullen- oder einen Bärenmarkt handelt, geht die Richtung entweder nach unten oder nach oben.

Die Korrekturwellen können in drei Kategorien unterteilt werden:

1. Zig Zag

2. Flag

3. Dreieck

Außerdem ist es möglich, dass Kombinationen aus diesen Kategorien auftauchen.

Zig Zag

Die Korrekturwelle Zigzag wird mit den Buchstaben A, B und C gekennzeichnet.

Welle A und C sind Antriebswellen und Welle B ist eine Korrekturwelle.

Somit ergibt sich eine Wellensequenz, die gegen den vorherrschenden Trend läuft.

Zudem gilt die Regel, dass Welle B den Beginn von Welle A nicht überschreiten darf und dass Welle C immer unter Welle A schließen muss.

In einem Zigzag beträgt das Fibonacci Retracement von Welle B nie mehr als 61,8% der Welle A.

Quelle: https://de.wikipedia.org/

Flat

Welle A und Welle B stellen in einer Flat-Formation Korrekturwellen dar.

Der Unterschied zum Zigzag besteht darin, dass Welle C in einem Flat nicht unterhalb von Welle A schließen muss.

Sollte dies trotzdem der Fall sein, handelt es sich um einen sogenannten erweiterten Flat.

Darüber Hinaus gibt es noch den sogenannten verkürzten Flat. In diesem Fall schließt die Welle C oberhalb der Welle A.

Zudem ist die Bewegung gegen den Trend bei einem Flat schwächer als bei einem Zigzag und es entsteht eine Art Seitwärtsbewegung.

Quelle: https://de.wikipedia.org/

Dreieck

Das Dreieck ist eine Formation mit 5 Wellen, welches mit den Buchstaben A bis E bezeichnet wird.

Diese bestehen lediglich aus 3er-Wellen.

Es ist ein Hinweis dafür, dass weder Käufer noch Verkäufer die Kontrolle über den Markt erlangen und sich daher gegenseitig ausgleichen.

Dabei kommt es zu einem Seitwärtsmarkt bei abnehmenden Volumen.

Des Weiteren ist es nicht zwingend erforderlich, dass die Welle E an die Begrenzungslinie des Dreiecks läuft oder diese überschreitet.

Es wird grundsätzlich zwischen den zusammenlaufenden Dreiecken und den sich ausdehnenden Dreiecken unterschieden.

Die ausdehnenden Dreiecke kommen eher selten vor, während sich die zusammenlaufenden Dreiecke in wiederum drei Kategorien unterteilen lassen:

1. Symmetrische Dreiecke

2. aufsteigende Dreiecke

3. abfallende Dreiecke

Quelle: https://www.brokerdeal.de/

Fazit

Die Elliott-Wellen-Theorie setzt die optimistische und pessimistische Stimmung der Anleger in Beziehung zu den Wellen, die in den Kurscharts zu erkennen sind.

Allerdings solltest du im Hinterkopf behalten, dass es sich weiterhin nur um eine Theorie handelt, die noch nicht bewiesen ist.

Oftmals wird die Theorie lediglich als unterstützender Indikator angesehen, der einen guten Überblick über den Markt und die Trenddynamik liefern kann.

Du kannst es also beispielsweise nutzen, um abzuschätzen, in welche Richtung sich der Markt künftig entwickeln wird.

Dadurch können wiederum passende Zeitpunkte für einen Markteintritt sowie Marktaustritt identifiziert werden.

Eindeutige Handelssignale generiert die Theorie jedoch nicht.

Außerdem wird die Elliott-Wellen-Theorie häufig in Kombination mit anderen Indikatoren genutzt.

Ein Beispiel ist der Fibonacci-Indikator oder der MACD-Indikator.

Ob die Elliott-Wellen-Theorie nun zu dir und deinem Trading-Stil passt, solltest du am besten selbst herausfinden.

Bis demnächst und gute Trades!

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Lukas Godau

Lukas Godau

Lukas ist Analyst bei TradingFreaks. Er erstellt Artikel zu allen relevanten Tradingthemen sowie tägliche Watchlists mit Trade Ideen für das Trading Team, wovon auch die Mitglieder des Top Trader Programms profitieren.

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