Der USD ist seit Tagen im Aufwind. Am Freitag kommt mit den NFPs das nächste Großereignis für den Dollar. Wohin geht die Reise?

 

Es war ein harter Sommer für den US-Dollar. Politische Spannungen im In- und Ausland, eine schwache Inflation und jetzt auch noch ein Wirbelsturm an der Ostküste. Viele Fundamentaldaten sprechen weiterhin für einen schwachen Dollar.

Bei allen Hiobsbotschaften sollten wir jedoch nicht vergessen, dass der USD die meistgehandelte Währung der Welt ist und praktisch ein Eigenleben führt.

Der USD befand sich Anfang der Woche gegen allen Major-FX-Paaren in einem überverkauften Zustand. Auffällig ist, dass in solchen Phasen schnelle und volatile Bewegungen nach „oben“ passieren. Dafür reicht dann das Ausbleiben negativer Nachrichten (z.B: Raketentest in Nord Korea) oder ein halbwegs positiver Datensatz zum Arbeitsmarkt oder Einzelhandelsumsätzen.

Ebenfalls auffällig ist, dass negative Nachrichten zu politischen Spannungen nach wenigen Stunden verarbeitet sind und der Dollar sich von seinen Tiefständen erholt.

 

Wie sieht es charttechnisch im USDJPY und USDCHF aus?

Der Japanische Yen und der Schweizer Franken gelten allgemein als „Safe Haven – Währungen“. Sie dienen also als sicherer Hafen in Krisenzeiten.

Die letzten Wochen zeigten noch einmal, dass bei Veröffentlichung von provozierenden Trump Tweets oder News zu Nordkorea ein schneller Abverkauf der o.g Paare erfolgt. Es fließt also Geld aus dem USD in JPY und CHF.

Aber wie in jeder Assetklasse geht es nicht immer nur in eine Richtung. Der Chart zeigt uns immer wieder abwechselnde Marktphasen, die aus Bewegung und Korrektur, Trend und trendlosen Phasen bestehen.

Der USD hat in den letzten Tagen seinen Boden gefunden und befindet sich seitdem im Aufwind.

 

Nachfolgend ein paar Charts, bei denen sich das Umkehrmuster in dieser Woche andeutete:

USDCHF Chart

 

Am 29.08. wurde im USDCHF ein Hammer ausgebildet. Dieses Kerzenmuster signalisiert eine mögliche Trendwende. Zeitgleich wurde diese Kerze in der Zone des lokalen Tiefs vom 24.07. ausgebildet und es lag eine relevante Abwärtstrecke vor, die einen Rebound rechtfertigte. Fundamental betrachtet wurde in den Stunden zuvor der erneute Raketentest eingepreist. Ein Ereignis, was den Markt nur noch kurz zusammenzucken lässt. An eine Eskalation glaubt hier (noch) keiner.

Das gleiche gilt auch für den USDJPY.

Bereits am 28.08. habe ich in unserer Trading Lounge diesen Chart veröffentlicht und auf die enorme Unterstützungszone hingewiesen. Es bildete sich ein Doppelboden. Sofern der USD nicht von erneuten politischen Spannungen belastet wird, ist hier ein Erholungspotenzial bis zu den alten Hochs um 115 möglich. Heute (31.08.) notiert der Kurs bereits bei 110,50.

 

USDJPY Chart

 

Ein ähnliches Bild sehen wir auch im USDCAD vom 29.08. Nach Wochen des Abverkaufs sehen wir eine Bodenbildung. Zudem ist der kanadische Dollar vom fallenden Ölpreis betroffen. Heute steht der USDCAD wieder über 1,2600.

USDCAD Chart

Wir sehen also in vielen FX-Paaren, in denen der USD involviert ist, ein identisches Bild. Auch im EUR und im GBP wurden neue Hochpunkte ausgebildet.

Es stellt sich nun die Frage, wie geht es nach der jüngsten Erholung weiter?

 

Wie entwickelt sich der USD in den nächsten Wochen?

Die Erholung der letzten Tage scheint noch nicht vorbei. Gestern haben gute Arbeitsmarktdaten und ein starkes Bruttoinlandsprodukt für neuen Auftrieb gesorgt.

Das Highlight dieser Woche sind aber die Non-Farm-Payrolls am Freitag, 01.09.17. Die Veröffentlichung dieser Daten ist für Trader wichtig, denn die FED achtet besonders stark auf den Arbeitsmarkt und im Zuge dessen auf diesen Indikator.

Es wird erwartet, dass im August 180.000 neue Stellen geschaffen wurden. Sollte es hier eine starke positive Abweichung geben, ist das positiv für den USD, bei deutlichen negativen Abweichungen entsprechend schlecht.

Neben den Arbeitsmarktdaten müssen Trader aber auch die Inflationsdaten im Blick haben. Die Inflation ist das aktuelle Sorgenkind der FED. Nur wenn Arbeitsmarkt und Inflation den Zielwerten der Zentralbank entsprechen, wird die FED den Leitzins im Dezember anheben.

Das dritte Thema, was für den USD maßgeblich ist,  ist der mögliche Government-Shuttdown im Zuge der Schuldenproblematik. Trump hat hier schon angekündigt, eine Eskalation wäre ein mögliches Mittel, um den Mauerbau an der mexikanischen Grenze in Gang zu setzen. Welche weiteren Konsequenzen das für die Weltwirtschaft hat, kann ich mir aktuell nicht vorstellen. Goldman Sachs sieht die Chance für einen Government-Shuttdown im September bei 35%.

Last but not least ist das Thema Nordkorea alles andere als gelöst. Auch wenn eine Eskalation kaum vorstellbar ist, so sorgen die provokanten Verhaltensweisen aller Parteien regelmäßig für Kursbewegungen. Vermeintlich sichere Stopps werden in solchen Zeiten gerne einmal abgeholt, besonders im USDJPY.

 

Die Entwicklung des USD hängt maßgeblich von der Entwicklung der vier genannten Themen ab. Charttechnisch bieten fast alle FX-Paare, an denen der USD beteiligt ist, noch Platz für weitere Longs im USD. Kurzfristig spricht das Sentiment für den USD. Es gibt aber genug Themen, die das Stimmungsbild in sekundenschnelle kippen können.

Trader sollten geduldig bleiben und auf die klaren Chancen warten.

Viel Erfolg dabei!

 

 

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