Die EZB veröffentlicht den Leitzins um 13:45 Uhr. Um 14:30 Uhr findet eine Pressekonferenz mit Mario Draghi statt. Leitzinsentscheide sind Risikoevents mit oftmals hoher Volatilität (hier EUR).

– Es wird erwartet, dass die EZB den Leitzins unverändert bei 0,00% belässt.
– Mit Beginn der PK werden die ökonomischen Zielprojektionen veröffentlicht.

Auch wenn die EZB den Leitzins mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht verändern wird, so bietet das Event dennoch genug Themen, um den EUR volatil werden zu lassen.

Die „Big Boys“ achten besonders auf die Rhetorik der EZB. Einzelne Streichungen von Wörtern im Statement oder in der PK können schon für Wirbel im EUR sorgen. Nachfolgend die Themen:

Anleihekaufprogramm (QE)

Zuerst wäre da das Ende des Anleihekaufprogramms (QE). Sollte die EZB QE unerwartet über Dezember 2018 hinaus verlängern, wäre das ein „dovishes“ Zeichen und der EUR würde mit hoher Wahrscheinlichkeit fallen.

Ebenso interessant ist das Thema Reinvestitionen. In den nächsten Jahren werden die von der EZB gekauften Wertpapiere Erträge wie z.B. Zinsausschüttungen einbringen, die wieder investiert werden sollen. Hier war der bisherige Wortlaut „…for an extended period of time… and as long as necessary“ (= für unbestimmte Zeit… und solange wie nötig). Sollte dieser Wortlaut verändert werden und es ein festes Datum in der nahen Zukunft geben, so kann das als „hawkish“ interpretiert werden und der EUR würde steigen.

Wirtschaftsdaten:
Die letzten Wirtschaftsdaten waren eher enttäuschend, insbesondere die Wachstumsindikatoren und die Inflation aufgrund gesunkener Energiepreise. Auch das Thema „Italien“ und die Ungewissheit im Handelsstreit mit der USA bieten keinen Grund für eine restriktive Geldpolitik.

Zielprojektionen:
Hier werden die erwarteten Zielwerte zu BIP und Inflation von den EZB-Mitgliedern für die Jahre 2019-2021 veröffentlicht. Analysten von Bloomberg und der RBC gehen davon aus, dass die BIP Daten auf 2,0; 1,8; 1,7 nach unten korrigiert werden. Die Inflation wird auf 1,7% für alle drei Jahre geschätzt.

Sollte es hier Abweichungen zur Prognose geben, ist das bei positiver Abweichung entsprechend hawkish, bei negativer Abweichung entsprechend dovish.

Wie immer gilt: Leitzinsentscheide sind nicht einfach zu durchblicken und es sollte jedem Trader klar sein, dass nur gehandelt wird, wenn die Sache verstanden wurde und die Analyse mit der Kursentwicklung übereinstimmt.
Wer noch nie einen Leitzinsentscheid gehandelt hat sollte erst einmal auf einem Demokonto üben. Die Chancen gibt es pro Zentralbank jeden Monat aufs Neue und kein Markt läuft einem weg.

Wir werden dieses Event in unserer Trading Lounge begleiten und entsprechende Analysen bereitstellen.

Allen einen guten Handelstag!

Tim

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