Wie jede Woche gibt es hier unseren Rückblick und Ausblick für die G8 Währungen, die Newstrader zur Sentimentbestimmung nutzen können.

 

USD: Der USD hat sich in der vergangenen Woche leicht positiv entwickelt und konnte gegen die meisten anderen G8 Währungen zulegen. Dafür gab es aus Sicht der veröffentlichten Wirtschaftsdaten jedoch keinen Anlass. Am Donnerstag wurde das finale BIP, für das 4. Quartal 2018 veröffentlicht. Dieses war mit 2,2% unter den Erwartungen von 2,4%. Am Freitag folgte dann noch die Veröffentlichung der persönlichen Verbraucherausgaben und der Privatausgaben. Auch diese beiden wichen leicht negativ von den Erwartungen ab. Positiv entwickelten sich hingegen die Handelsgespräche mit China. Man spricht von guten Fortschritten und produktiven Gesprächen der Verhandlungsführer. Ungeklärt bleiben jedoch weiterhin die Streitpunkte, geistiges Eigentum und Durchsetzung der Verträge. Der Markt geht aktuell, mit einer Wahrscheinlichkeit von 75%, von einer Zinssenkung bis Dezember aus. Dies ist belastend für den USD. Wir sehen den USD, im Vergleich zu den anderen G8 Währungen, weiterhin neutral. – Unsere Einschätzung zum USD: neutral

EUR: Zum EUR gab es diese Woche nicht viel Neues. Lediglich der deutsche Geschäftsklimaindex konnte am Montag für etwas positive Stimmung sorgen. Mit 99,6 war dieser leicht besser als der erwartete Wert von 98,5. Der Markt nahm dies als vorsichtiges Signal der Besserung der deutschen Wirtschaft auf und der EUR stieg an. Im Großen und Ganzen bleibt der EUR jedoch angeschlagen. – Unsere Einschätzung zum EUR: leicht bärisch

GBP: Was hat den GBP diese Woche bewegt? (Spoiler: Brexit) Es war, wie in den letzten Wochen auch, wieder ein Wechsel aus positiven und negativen Meldungen. Im Laufe der Woche hatte man immer mehr die Hoffnung, dass es zu einer Lösungsfindung kommt, da sich einige Konservative für den Deal von May ausgesprochen haben. Die Abstimmung am Freitag hat dann aber wieder schnell für Ernüchterung gesorgt. Der Deal wurde wieder abgelehnt. Dieses Mal war es jedoch deutlich enger, als zu Beginn der Verhandlungen. 286 Minister stimmten für den Deal und 344 dagegen. Auf Wochensicht war der GBP die schwächste G8 Währung. Meiner Meinung nach kann es für den GBP jederzeit in beide Richtungen gehen, daher ist die Einschätzung neutral. – GBP: neutral

CAD: Der CAD war der große Gewinner der Woche. Unterstützt wurde dies von einem steigenden Ölpreis und guten Wirtschaftsdaten. Kanadas Wirtschaft ist stark abhängig von Ölexporten und daher auch von dessen Preis. Der Ölpreis stieg über die Woche um ca. 2,2%, was sehr positiv für den CAD war. Eine kurze Schwächephase gab es, als Trump twitterte, dass die OPEC doch bitte die Fördermenge erhöhen solle, damit der Ölpreis schön niedrig bleibt. Am Freitag wurde dann noch das BIP auf Monatsbasis veröffentlicht. Hier kam es zu einer Steigerung von 0,3%, erwartet wurde eine Steigerung von lediglich 0,1%. Die Bank of Canada hatte oftmals betont, genau auf die Wirtschaftsdaten zu achten. Dieses BIP war eine Steilvorlage für eine restriktivere Geldpolitik – Unsere Einschätzung zum CAD: bullisch

AUD: Diese Woche konnten wir wieder Risk-On Märkte sehen. Erkennen kann man dies an steigenden Risk-On Assets wie dem AUD und den Aktienmärkten. Dazu beigetragen hat auch die positive Entwicklung, in den Verhandlungen zwischen den USA und China. So war der AUD hinter dem CAD die zweitstärkste Währung der G8. Hier kann ein fallender Aktienmarkt aber jederzeit die Stimmung drücken – Unsere Einschätzung zum AUD: leicht bullisch

NZD: Der NZD war einer der Highlights der Woche. Am frühen Mittwoch gab es einen Zinsentscheid in Neuseeland. Der Zinssatz wurde zwar wie erwartet, unverändert bei 1,75% belassen, man äußerte sich jedoch im anschließenden Statement deutlich bärischer als erwartet. Der NZDUSD machte in einer Minute über 100 Pips. Hieß es im Februar noch, dass der nächste Zinsschritt sowohl eine Anhebung als auch eine Zinssenkung sein kann, so hat man jetzt klar Stellung bezogen. Der nächste Schritt wird eine Zinssenkung sein. Diese negative Aussage hat dafür gesorgt, dass der NZD deutlich abgegeben hat. Da die Kerninflation unter dem 2%-Ziel liegt, ist weiterhin eine unterstützende Geldpolitik nötig. – Unsere Einschätzung zum NZD: bärisch

JPY: Der JPY der als sicherer Hafen gilt profitiert von Unsicherheit an den Märkten. Da wir diese Woche jedoch einen Risk-On Markt hatten, hat der JPY etwas abgegeben. Ansonsten gab es keine neuen News. Die Geldpolitik bleibt expansiv, was tendenziell bärisch für den JPY ist, aber: Der JPY ist als Safe Haven Währung das Gegenteil vom AUD. Ein plötzlich stark fallender Aktienmarkt stärkt den JPY – Unsere Einschätzung zum JPY: leicht bärisch

CHF: Wie auch der JPY, hat der CHF über die Woche etwas abgegeben. Auch hier liegt die Begründung in den Risk-On Märkten. Betrachtet man den USDCHF sieht man, dass er der Kurs sich lediglich in einer Spanne zwischen 0,9974 und 0,9905 bewegt hat. Eine solche Distanz kann ein Kurs in volatilen Phasen gerne auch in wenigen Minuten zurücklegen. – Unsere Einschätzung zum CHF: leicht bärisch – neutral

Wichtigste Wirtschaftsdaten in der kommenden Woche:

USD: Einzelhandelsumsätze Montag 13:30 Uhr

AUD: Zinsentscheid + Statement Dienstag 4:30 Uhr

AUD: Einzelhandelsumsätze Mittwoch 1:30 Uhr

CAD: Arbeitsmarktdaten Freitag 13:30 Uhr

USD: Arbeitsmarktdaten (NFP´s) + Lohnentwicklung Freitag 13:30 Uhr

 

Wie immer gilt: Es ist unsere subjektive Markteinschätzung zum aktuellen Status Quo. Mit entsprechenden News am Montag kann sich das Sentiment in den einzelnen Währungen jederzeit wenden.

Eine gute Handelswoche!

Team TF Research

 

TF research

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