Wie jede Woche gibt es hier unseren Rückblick und Ausblick für die G8 Währungen, die Newstrader zur Sentimentbestimmung nutzen können.

USD: Im Laufe der Woche hat sich der USD gut entwickelt und konnte sich gegen die meisten anderen G8 Währungen durchsetzen. Seine Stärke war dabei oft durch die Schwäche der anderen Währungen zu begründen. Einen positiven Effekt hatte aber auch die Annahme, dass der chinesische Präsident Xi Jinping bereits im Juni in die USA reise, um ein Handelsabkommen zu unterschreiben. Dies würde die Unsicherheit an den Märkten reduzieren und einen Wachstumseffekt mit sich bringen. Am Freitag wurden dann noch Inflationsdaten und die Entwicklung des BIPs veröffentlicht. Die Entwicklung des BIPs war mit 3,2% deutlich besser als der erwartete Wert von 2,2% und es kam zu einem starken Anstieg im USD. Da die zeitgleich veröffentlichten Inflationsdaten jedoch mit 0,9% statt 1,3% deutlich schlechter als erwartet waren, kam es prompt zu einer Korrektur und der USD musste leichte Verluste einstecken. Unsere Einschätzung ist: – USD: leicht bullisch

EUR: Der EUR war diese Woche eine der schwächsten G8 Währungen, da es gleich mehrere negative Einflüsse gab. Zu Beginn der Woche hieß es, dass die Ratingagentur S&P die Bonität Italiens überprüfen werde. Italien hat aufgrund der schlechten Wirtschaftsdaten bereits ein angeschlagenes Rating. Eine Anpassung nach Unten würde es Italien noch schwerer machen sich zu refinanzieren und könnte dementsprechend ein Anlass für die EZB sein, die Zinsen weiterhin niedrig zu halten. Ein weiterer negativer Einfluss waren die Zollwarnungen von Donald Trump an die EU. Dieser droht erneut mit höheren Zöllen, was wiederum die Wirtschaft bremsen würde. Zusätzlich belastet wurde der EUR am Mittwoch durch den schlechter als erwarteten deutschen ifo-Geschäftsklimaindex. Dieser setzt sich aus einer Befragung deutscher Unternehmen zur Zukunftserwartung zusammen und war mit 99,2 leicht schwächer, als der erwartete Wert von 99,9. Unserer Einschätzung ist: – EUR: bärisch

GBP: Im GBP ist es weiterhin etwas ruhiger, nachdem die Schlagzeilen um den Brexit abgenommen haben. Die Marktteilnehmer warten gespannt auf klare Signale bei den Brexit-Verhandlungen und so bleibt der GBP vorerst angeschlagen. Unsere Einschätzung ist: – GBP: leicht bärisch

CAD: Der CAD konnte zu Beginn der Woche etwas vom steigenden Ölpreis profitieren. Da Kanadas Wirtschaft stark abhängig vom Ölexport ist, freut sich der CAD über steigende Ölpreise. Die iranische Revolutionsgarde drohte damit wichtige Lieferstraßen für die Ölexporte zu blockieren. Dies würde zu einer Verringerung des Angebots führen und dementsprechend höhere Preise verursachen. Das Highlight für den CAD war in dieser Woche aber der Zinsentscheid. Der Zinssatz wurde zwar wie erwartet unverändert bei 1,75% belassen, es gab aber eine Anpassung des kurzfristigen Ausblicks. Hier geht man davon aus, dass die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte 2019 schlechter ausfallen wird, als noch im Januar angenommen. Dies spricht gegen zeitnahe Zinsanhebungen durch die kanadische Zentralbank und ist negativ für den CAD. Unsere Einschätzung ist: – CAD: leicht bärisch

AUD: Der AUD war über die Woche gesehen die schwächste aller G8 Währungen. Dies lag vor allem an den schlechte Inflationsdaten von Mittwoch. Auf Quartalsbasis konnte beim Verbraucherpreisindex keine Steigerung erzielt werden, dabei ging man von einer Steigerung um 0,2% aus. Ähnlich war es bei den Werten auf Jahresbasis. Hier lag die Steigerung bei nur 1,3% statt bei 1,5%. Der AUD hat gegenüber dem USD in wenigen Minuten ca. 50 Pips verloren, was für die eher ruhige Asiensession schon extrem ist. Aufgrund der schwachen Inflationsdaten gehen einige große Investmentbanken beim nächsten Zinsentscheid von einer Zinssenkung aus. Gegen Ende der Woche konnte der AUD, aufgrund des Risk-On Marktes, etwas zulegen. Unsere Einschätzung ist: – AUD: bärisch

NZD: Der NZD welcher auch als Risk-On Währung gilt, konnte diese Woche von den Risk-On Märkten profitieren. Gerade gegen Ende der Woche hat er, wie der AUD, nochmals zugelegt. Ansonsten gab es keine wichtigen Ereignisse. Unsere Einschätzung ist: – NZD: leicht bullisch

JPY: Für den JPY stand in dieser Woche ein Zinsentscheid auf der Agenda. Dieser war jedoch wie so oft ereignislos und konnte nicht für Überraschungen sorgen. Der JPY gilt als sicherer Hafen und profitiert von Unsicherheit an den Märkten. Positiv für den JPY waren in dieser Woche also auch die neuen Handelskonflikte zwischen den USA und der EU. Der JPY war über die Woche gesehen die stärkste G8 Währung. Zum Ende der Woche schwächelte der JPY nochmal kurz, da er negativ von den Risk-On Märkten beeinflusst wurde. Unsere Einschätzung ist: – JPY: leicht bullisch

CHF: Thomas Jordan, der Präsident der schweizer Nationalbank, äußerte sich diese Woche zu der Zinslage in der Schweiz. Er ist überzeugt davon, dass sich die Zinsen in der Zukunft wieder ins positive entwickeln werden, kann aber nicht genau sagen wann. Außerdem hält er Interventionen am Devisenmarkt weiterhin für angemessen und notwendig. Der Markt hat es positiv aufgenommen, große Kurssprünge blieben aber aus. Ansonsten belasteten den CHF diese Woche auch die Risk-On Märke und der CHF war einer der Verlierer unter den G8 Währungen. Unsere Einschätzung ist: – CHF: leicht bärisch

 

Wichtigste Wirtschaftsdaten in der kommenden Woche:

CAD: BIP Dienstag 14:30 Uhr

NZD: Arbeitsmarktdaten Mittwoch 0:45 Uhr

USD: Zinsentscheid + Statement + Pressekonferenz Mittwoch 20:00 Uhr

GBP: Zinsentscheid + Inflationsbericht Donnerstag 13:00 Uhr

EUR: Inflationsdaten Freitag 11:00 Uhr

USD: Arbeitsmarktdaten + Einkommensdaten Freitag 14:30 Uhr

 

Wie immer gilt: Es ist unsere subjektive Markteinschätzung zum aktuellen Status Quo. Mit entsprechenden News am Montag kann sich das Sentiment in den einzelnen Währungen jederzeit wenden.

Eine gute Handelswoche!

Team TF Research

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