Wie jede Woche gibt es hier unseren Rückblick und Ausblick für die G8 Währungen, die Newstrader zur Sentimentbestimmung nutzen können.

USD: Am Montag gab es eine Veröffentlichung der persönlichen Verbrauchsausgaben aus den USA, welche aber nicht so wichtig sind wie der Verbraucherpreisindex. Auf Monatsbasis gab es eine negative Abweichung von 0,2% und auf Jahresbasis von 0,1%. Im USD kam es jedoch zu keiner klaren Bewegung. Am Mittwoch vor dem Zinsentscheid wurde noch das Ergebnis einer Umfrage im Fertigungssektor veröffentlicht. Der Wert war mit 52,8 deutlich schlechter als der erwartete Wert von 55. Dies reichte im USD aber nur für eine kurze Bewegung, da danach alles gespannt auf den Zinsentscheid wartete. Der eigentliche Zinsentscheid war zunächst etwas bärisch, da die FED den Zinssatz für Überschussreserven (nicht den Leitzins) um 5 Basispunkte senkte. Dies ist eine expansive Maßnahme und der USD verlor etwas. Die Anschließende Pressekonferenz von Herrn Powell drehte das Sentiment jedoch wieder. Er sieht keinen Grund die Geldpolitik zu ändern und ist davon überzeugt, dass die Inflationsschwäche verschwinden wird. Man werde weiterhin geduldig sein. Diese Aussagen waren sehr positiv und der USD konnte nachhaltig zulegen. Zum Wochenabschluss hieß es dann nochmal „Nonfarm Payroll Tag“. Hier handelt es sich um wichtige Arbeitsmarktdaten, welche für die Zinspolitik der FED von bedeutender Wichtigkeit sind. Die NFP´s waren mit 263k neuen Arbeitsstellen statt den erwarteten 190k neuen Arbeitsstellen deutlich besser als erwartet und auch die Arbeitslosenquote sank von 3,8% auf 3,6%. Der USD legte für einen kurzen Moment zu, konnte die Gewinne aber nicht halten, da gleichzeitig auch schwächere Lohnentwicklungen veröffentlicht wurden. Und da die FED eher ein Inflationsproblem als ein Arbeitsmarktproblem hat, hat dieser Datensatz seit Monaten mehr Gewicht als die NFPs. Gegen Freitagabend haben dann noch diverse FED-Mitglieder ihre Sorge um die Inflation wörtlich zum Ausdruck gebracht, was dem USD den Rest gegeben hat.

Unsere Einschätzung ist: – USD: leicht bärisch

EUR: Der EUR profitierte diese Woche von starken Inflationsdaten. Am Dienstag wurde der deutsche Verbraucherpreisindex veröffentlicht. Die Inflation stieg im April überraschend auf 2% an. Da Deutschland das Zugpferd der EU ist, hatten diese Daten Gewicht und der EUR entwickelte sich positiv. Es könnte sich hier jedoch um einen saisonal bedingten Anstieg handeln. Teurere Preise um Ostern herum haben den Wert eventuell nur kurzfristig beeinflusst. Der EUR zählt damit zu den Gewinnern der G8 Währungen. Unsere Einschätzung ist: – EUR: leicht bullisch

GBP: Das Highlight im GBP war der Zinsentscheid am Donnerstag. Hier gab es zunächst keine großen Veränderungen. Der Zins wurde unverändert bei 0,75% belassen, wofür die Mitglieder einstimmig gestimmt hatten. Auch das Anleihenkaufprogramm wurde unverändert gelassen. Positiv war die Anpassung der BIP Prognosen für die kommenden Jahre. Für 2019 rechnet man mit einem BIP von 1,5% statt 1,2%, für 2020 mit 1,6% statt 1,5% und für 2021 mit 2,1% statt 1,9%. Auch mit dem Hintergrund, dass die Brexitthematik noch nicht geklärt ist, kam es kaum zu Bewegung im GBP. Ein wenig überraschend war die positive Entwicklung des GBP am Freitag. Diese legt plötzlich innerhalb einiger Stunden deutlich zu (im EURGBP knappe 90 Pips) obwohl es keine neuen News gab. Über die Woche gesehen hat der GBP deutlich zugelegt. Unsere Einschätzung ist: – GBP: neutral

CAD: Am Dienstag wurde das BIP aus Kanada veröffentlicht. Ergebnis: -0,1% auf Monatsbasis. Dabei hatte man mit einer Steigerung um 0,1% gerechnet. Dies wirkte sich negativ auf den CAD aus. Am Dienstag,dem Monatsletzten, kam es zu einer Months-End-Flow Bewegung, wo der CAD ohne bestimmten Grund zulegte. Die Gewinne konnte der CAD jedoch nur bis zum nächsten Morgen behaupten. Unsere Einschätzung ist: – CAD: leicht bärisch

AUD: Der AUD hatte zu Beginn der Woche mit schwachen Chinadaten zu kämpfen. Da die australische Wirtschaft stark abhängig von den Exporten nach China ist, leidet der AUD unter einer schwächeren chinesischen Wirtschaft. Es gab aber auch positive News für den AUD. Zum einen gab es Berichte, dass ein Handelsabkommen zwischen China und den USA schon in der kommenden Woche erzielt werden könnte. Man habe in den Verhandlungen erhebliche Fortschritte erzielt. Außerdem konnte der AUD als Risk On Währung von den starken Aktienmärkten profitieren. Trotzdem war der AUD über die Woche gesehen die schwächste unter den G8 Währungen. Unsere Einschätzung ist: – AUD: bärisch

NZD: Zum NZD gibt es keine aktuellen News. Trotz der starken Aktienmärkte konnte sich der NZD als Risk On Währung nicht durchsetzen. Unsere Einschätzung ist: – NZD: leicht bärisch

JPY: Beim JPY gab es keine Wirtschaftsdaten, oder News, die das Ende der expansiven Geldpolitik vermuten lassen. Aufgrund des Risk On Sentiments konnte sich der JPY, der zu den Risk Off Währungen gehört, in dieser Woche nicht durchsetzen. Unsere Einschätzung ist: – JPY: neutral

CHF: Ähnlich wie der JPY, zählt auch der CHF zu den Risk Off Währungen. In der vergangenen Woche konnte also auch dieser nicht von großen Zuflüssen profitieren. Ansonsten gibt es nichts Neues. Unsere Einschätzung ist: – CHF: neutral

 

Wichtigste Wirtschaftsdaten in der kommenden Woche:

AUD: Einzelhandelsumsätze Dienstag 3:30 Uhr

NZD: Inflationserwartungen Dienstag 5:00 Uhr

AUD: Zinsentscheid + Statement Dienstag 6:30 Uhr

NZD: Zinsentscheid + Statement Mittwoch 4:00 Uhr

CAD: Handelsbilanz Donnerstag 14:30 Uhr

USD: Erzeugerpreisindex Donnerstag 14:30 Uhr

GBP: BIP + produzierendes Gewerbe Freitag 10:30 Uhr

CAD: Arbeitsmarktdaten Freitag 14:30 Uhr

USD: Inflationsdaten Freitag 14:30 Uhr

 

Wie immer gilt: Es ist unsere subjektive Markteinschätzung zum aktuellen Status Quo. Mit entsprechenden News am Montag kann sich das Sentiment in den einzelnen Währungen jederzeit wenden.

Eine gute Handelswoche!

Team TF Research

1 KOMMENTAR

  1. Ein erstes Update: Trump hat neue Zölle für China angekündigt. Das bringt neue Unsicherheit für die Märkte, was Dollar u JPY stärken dürfte.

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