Start Finanzinstrument Steueränderung 2021 für Daytrader: Aufatmen? Ein Update

Steueränderung 2021 für Daytrader: Aufatmen? Ein Update

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Die geplante Steueränderung für Termingeschäfte ab 2021 betrifft Daytrader und Börsenhändler in Deutschland. Erst Panik, nun vorerst Entwarnung für private Trader?

WICHTIGES UPDATE:
Der Artikel von meetingpoint-brandenburg wurde nochmals aktualisiert und nun sieht es leider doch wieder nach dem Worst-Case-Szenario aus.

Bei Tradern von CFDs, Optionen und Futures herrschte in den letzten Tagen ein wenig Panik. Es ging um das „Gesetz zur Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltungen“.

Das Einkommenssteuergesetz im §20 Abs. 6 wurde erneuert.

Hier heißt es zukünftig, dass Verlustverrechnungen auf 10.000€ pro Jahr beschränkt werden.

Wenn der Verlust höher ausfällt, werden maximal die 10.000€ für das Verrechnungsjahr berücksichtigt. Der übrige Betrag wird in die Folgejahre mitgenommen.

Auf vielen Seiten und einigen Videos hieß es sofort, dass nun die Steuerzahlung an den Staat höher ausfallen könnte als der eigentliche Gewinn.

Nehmen wir folgendes Beispiel:

Bisher war es so, dass wenn ein Trader im Jahr kumulierte Gewinne von 100.000€ hatte und kumulierte Verluste von 90.000€, er die vollen 90.000€ Verluste verrechnen konnte und unterm Strich 10.000€ versteuern musste.
Dies wären 2.500€ Kapitalertragssteuer + Soli und ggf. Kirchensteuer.

Nun wurde der neue Gesetzestext u.a. so interpretiert, dass ich trotz der 90.000€ Verlust aus dem oben genannten Beispiel nur noch 10.000€ gegenrechnen darf.
Dies hätte zur Folge, dass man bei 100.000€ Gewinn nur noch 10.000€ Verlust verrechnen darf, also 90.000€ versteuern muss.
Dies wären dann bei 10.000€ Bruttogewinn: Steuern von 22.500€ (Kapitalertragssteuer) + ggf. Kirchensteuer.
Also müsste der Trader neben seinem kompletten Bruttojahresgewinn etwas über 12.500€ an den Staat zahlen.

Auf meetingpoint-brandenburg.de kursiert folgender Artikel:

https://www.meetingpoint-brandenburg.de/neuigkeiten/artikel/60661-Brandenburgs_Daytrader_atmen_ein_wenig_auf

WICHTIGES UPDATE:
Der Artikel von meetingpoint-brandenburg wurde nochmals aktualisiert und nun sieht es leider doch wieder nach dem Worst-Case-Szenario aus.

 

Aufgrund der aktuellen Unklarheit, bitten wir euch, an dieser Petition teilzunehmen:

https://www.dsw-info.de/steuerirrsinn/?fbclid=IwAR2DX7lEcPzwjwHc4VHFgRKoMMa5lzpmQ1wKqAQMrlMwg5E8UZMBkSegCSM

 

Zwischenfazit 10.01.20:

Sollte die aktuelle Gesetzesänderung in dieser Form bestehen bleiben, werden einige Trader ihre Gewohnten Strategien nicht mehr ausüben können. Dies betrifft insbesondere Long-Short-Ansätze, Hedging, diverse Optionsstrategien, etc.

Wir haben in dieser Woche bereits diverse Szenarien und Modelle aufgestellt. Mit unseren Newstrading Setups und den damit einhergehenden Trefferquoten sind wir auch im Falle der fortgeführten Steueränderung weiterhin profitabel, trotz der 10.000 Verlustbegrenzung.

Ebenso erarbeiten wir momentan zwei weitere Lösungen.

Wer die Zeichen der Zeit erkannt hat, der ist herzlich eingeladen im Rahmen des Top Trader Programms mit uns zusammenzuarbeiten und den Traum vom erfolgreichen Vollzeittrading nicht begraben zu müssen.

Mehr dazu:

Top Trader Programm 3.0

Update 14.01.20:

Wir haben eine Anfrage an das BMF geschickt. Da das Ministerium momentan mit Anfragen überschüttet wird, gibt es keine telefonischen Auskünfte, sondern nur die folgende Musterantwort:

vielen Dank für Ihre E-Mail vom….., die ich gerne beantworte:

Die Berücksichtigung von Totalverlusten aus bestimmten privaten Kapitalanlagen wurde im Gesetz zur Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltungen vom 21. Dezember 2019 (BGBl. I S. 2875) neu geregelt.

Nach § 20 Absatz 6 Satz 5 EStG können Verluste aus Termingeschäften, insbesondere aus dem Verfall von Optionen, künftig nur mit Gewinnen aus Termingeschäften und mit den Erträgen aus Stillhaltergeschäften ausgeglichen werden. Die Verlustverrechnung ist beschränkt auf 10.000 Euro jährlich. Nicht verrechnete Verluste können auf Folgejahre vorgetragen werden und jeweils in Höhe von 10.000 Euro mit Gewinnen aus Termingeschäften oder mit Stillhalterprämien verrechnet werden, wenn nach der unterjährigen Verlustverrechnung ein verrechenbarer Gewinn verbleibt. Die Verluste können nicht mit anderen Kapitalerträgen verrechnet werden. Die Regelung greift für Verluste aus Termingeschäften, die nach dem 31. Dezember 2020 eintreten.

Das heißt, die Verlustverrechnung aus diesen Kapitalanlagen bleibt dem Grunde nach möglich, wird jedoch unterjährig begrenzt mit der Möglichkeit des Vortrags nicht verrechneter Verluste auf Folgejahre.

Grund für die Verlustverrechnungsbeschränkung ist, dass Termingeschäfte durch ihre begrenzte Laufzeit und durch Hebeleffekte in wesentlichem Umfang spekulativ sind. Es können einerseits hohe Gewinne und andererseits der Totalverlust der Anlage eintreten. Diese Effekte treten bei anderen Kapitalanlagen nicht in vergleichbarem Ausmaß auf. Verluste aus Termingeschäften werden deshalb in einem besonderen Verlustverrechnungskreis berücksichtigt, um das Investitionsvolumen und die daraus für Anleger entstehenden Verlustrisiken aus diesen spekulativen Anlagen zu begrenzen.

Der Gesetzgeber folgt beim Verfall von Optionen der Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Verlusten. Allerdings bleibt zukünftig der Umfang der je Kalenderjahr berücksichtigungsfähigen Verluste begrenzt.

Für Kapitalanleger mit einem Anlagevolumen bis 10.000 Euro bleibt bei Eintritt des Totalverlustes der Anlage die Verlustberücksichtigung mit anderen Termingeschäften und Stillhaltergeschäften aber in vollem Umfang möglich.“

 

Meiner Meinung nach beantwortet dieser Text nicht zweifelsfrei die Frage, die sich gerade alle Trader stellen, ob Verluste innerhalb eines Kalenderjahres mit Gewinnen weiterhin verrechnet werden können und/oder nur bis 10.000 EUR.

Wir warten auf weitere Rückmeldungen und geben euch hier bescheid.


 

Update 29.05.2020:

Wir haben eine Lösung erarbeitet, wie private Trader mit der Aktien-Newstrade Strategie die Steuer-Problematik umgehen können!

Hier gibt es ein kurzes Video dazu:

Trading Steuer

 

Jetzt Steuer-Video ansehen

 

 

 


Wichtiger Hinweis: Keine Steuerberatung!

Die Betrachtung stellt keine steuerliche Beratung dar und ersetzt
keinesfalls die individuelle Beratung durch einen steuerlichen
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Andreas
Andreas ist gelernter Bankkaufmann und Analyst bei Tradingfreaks. Seine mikroökonomischen und makroökonomischen Fähigkeiten sind goldwert für Trader und Investoren! Er handelt mit Aktien, CFDs und ETFs. Dabei wird eine Strategie bestehend aus "Buy and Hold" und Aktien-Daytrading auf News-Basis verfolgt.

8 KOMMENTARE

  1. Your comment is awaiting moderation

    „Wir haben eine Lösung erarbeitet, wie private Trader mit der Aktien-Newstrade Strategie die Steuer-Problematik umgehen können!“

    Wie soll die Lösung denn konkret aussehen??? Oder habe ich was verpasst?

  2. So absolut kann man diese Aussage nicht stehen lassen. Je nach Strategie kann es doch durchaus sein, dass man hohe Verluste macht, aber noch höhere Gewinne. Warum sollte man dann die Finger vom Trading nehmen? Um auf „Who cares“ Bezug zu nehmen: wenn man beim ersten Beispiel die 10fachen Beträge ansetzt, hat man auch schon mal 100.000 Profit gemacht, womit sich doch schon mal einigermaßen leben lässt 🙂 aufgrund der geplanten Regelung aber dann über 250.000 Steuern zahlen zu müssen, kann doch nicht richtig sein.
    Ich denke, dass die Aussage „Wenn ein Trader 100 000 Profit macht und im gleichen Jahr 90 000 Loss dann sollte er die Finger vom Trading nehmen. Echt.“ schon sehr pauschal ist und den dahinter liegenden Tradingstil außen vor lässt.

  3. Und dann kommt ja eventuell auch noch die Finanztransaktionssteuer (FTT), die das größere Problem darstellen dürfte. Wenn diese auch für Forex kommen sollte, wird das Daytrading meiner Ansicht nach für den Privat-Trader deutlich erschwert.

  4. Hallo, bei der Antwort „insbesondere aus dem Verfall von Optionen“ könnte man eventuell noch die Hoffnung haben, dass es mit Futures anders sein könnte?

  5. Immer öfters bin ich froh, nicht mehr in Deutschland zu leben. 🙂 Als professioneller Händler sollte es ja aber nach wie vor die Möglichkeit geben, über eine eigene GmbH zu handeln. Auch als etwas aktiverer Privatanleger bleibt einem dann ja wohl kaum eine andere Möglichkeit. Sonst hilft tatsählich nur noch auswandern. Ich sehe das allerdings noch etwas entspannt. Mal abwarten…. ist ja noch etwas Zeit, und der Widerstand wächst.

  6. „Meiner Meinung nach beantwortet dieser Text nicht zweifelsfrei die Frage, die sich gerade alle Trader stellen, ob Verluste innerhalb eines Kalenderjahres mit Gewinnen weiterhin verrechnet werden können und/oder nur bis 10.000 EUR.“ –

    Steht doch dort das es geht,…
    „Nach § 20 Absatz 6 Satz 5 EStG können Verluste aus Termingeschäften, insbesondere aus dem Verfall von Optionen, künftig nur mit Gewinnen aus Termingeschäften und mit den Erträgen aus Stillhaltergeschäften ausgeglichen werden. Die Verlustverrechnung ist beschränkt auf 10.000 Euro jährlich.“

    Man achte bei dem Satz auf,… künftig nur mit Gewinnen…

  7. Hallo

    Es spielt doch völlig keine Rolle ob und wie. Wenn man wenig Verluste macht dann zahlt man halt Steuern auf den Gewinn. Ich sehe hier keine grosse Aenderung.
    Wenn ein Trader 100 000 Profit macht und im gleichen Jahr 90 000 Loss dann sollte er die Finger vom Trading nehmen. Echt.

    Wenn ein Trader 100 000 Profit macht und 25 000 Loss , kann er nur 10 000 abziehen und zahlt dann halt Steuern auf 90 000. Who cares?

    Gruss
    Micha

    • Hallo Steffen,
      danke für den Hinweis. Wir haben den Artikel aktualisiert.
      Wir haben bereits zu Beginn der Woche angefangen, mögliche Lösungen zu erarbeiten. Wir halten euch auf dem laufenden.

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