TF Research Sentimentbestimmung für die G8 FX und Ausblick KW 47

Wie jede Woche gibt es hier unsere Einschätzung zu den G8 Währungen inklusive Sentimentbestimmung.

Wir handeln einen Global-Macro Ansatz. Fundamentale Parameter aus Geo- und Geldpolitik beeinflussen das Sentiment, woraus wir starke und schwache Assets ableiten und Trade Ideen generieren können.

Hier findest du unsere aktuelle Einschätzung:

Wichtiger Hinweis: Unsere Einschätzung spiegelt die subjektive Meinung zur fundamentalen Lage der jeweiligen Währung wieder. Es heißt nicht, dass sich der Kurs entsprechend in die antizipierte Richtung bewegt. Korrekturen von 100-200p. sind in jedem übergeordneten Trend normal und müssen einkalkuliert werden. Kein Asset steigt/fällt ewig.

USD: Der USD war in der vergangenen Woche stark unterwegs. Zu Beginn der Woche hat sich Williams von der FED sehr optimistisch bezüglich der Wirtschaft und der Inflation geäußert. Dies war ein wenig überraschend, da er sonst ein Verfechter von niedrigen Zinsen ist. Der USD legte daraufhin etwas zu. Das Sitzungsprotokoll zum letzten Zinsentscheid der FED wurde am Mittwochabend veröffentlicht und zeigte, dass die meisten Entscheidungsträger der Meinung waren, dass nach der Zinssenkung vom 30. Oktober, die politische Ebene nun angemessen sei. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der FED beim nächsten Zinsentscheid ging damit ein wenig zurück, was wiederum gut für den USD war. Am Freitag folgten dann noch verschiedene Einkaufsmanagerindizes aus den USA. Hierbei schnitt das verarbeitende Gewerbe besser ab als erwartet, das Dienstleistungsgewerbe hingegen war etwas schwächer. Insgesamt war es also neutral, weshalb es keine große Reaktion des USD gab. Unsere Einschätzung zum USD: neutral – leicht bullisch

EUR: Für den EUR war es eine ruhige Woche. Das Highlight war der Freitag, da dort der Reihe nach die einzelnen Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht wurden. Zuerst kamen die Daten aus Frankreich, welche im verarbeitenden Gewerbe besser waren, als erwartet. Bei den Dienstleistungen und insgesamt verfehlte man jedoch die Erwartungen. Für Deutschland und den gesamten Euroraum sahen die Zahlen ähnlich aus. Da das Hauptaugenmerk in der Regel auf dem Datensatz für die Dienstleistungen liegt und diese auch am meisten abwichen, gab es eine negative Reaktion im EUR. Zur etwa selben Zeit gab es noch eine Rede von Lagarde der neuen EZB Chefin. Viele ihrer Aussagen waren schon vorher bekannt, aber Sie sagte auch, dass sich die EZB einer strategischen Überprüfung unterziehen muss, welche in naher Zukunft beginnen soll. Dies hatte den Abschwung im EUR etwas verstärkt. Unsere Einschätzung zum EUR: leicht bärisch

GBP: In GB liegt der Fokus im Moment auf den Wahlen, welche einen erheblichen Einfluss auf den Brexitausgang haben werden. In dieser Woche gab es eine Debatte zwischen Johnson und Corbyn. Ein britisches Meinungsforschungsinstitut hat im Anschluss eine Umfrage gestartet, welcher Kandidat mehr überzeugen konnte. Mit 51% zu 49% konnte sich Johnson nicht wirklich absetzen. Zwar ist die Partei von Johnson laut Umfragen immer noch stärkste Kraft, aber es reicht momentan nicht für eine absolute Mehrheit. Der GBP ist insgesamt etwas schwächer, was zusätzlich von den schwachen Einkaufsmanagerindizes am Freitag unterstützt wurde. Unsere Einschätzung zum GBP: leicht bärisch – neutral

CAD: Auch der CAD konnte diese Woche nicht überzeugen. Carolyn Wilkins von der BoC hatte in einer Rede gesagt, dass der aktuelle Leitzins noch Handlungsspielraum biete und man bei Bedarf bereit sei außerordentliche Maßnahmen anzuwenden. Dies hat den CAD geschwächt, da es die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung erhöht hat. Am Mittwoch folgten dann Inflationsdaten aus Kanada. Hier traf man weitestgehend die Erwartungen von jährlich 1,9% und monatlich 0,3%. Aufschwung bekam der CAD dann am Donnerstag durch die bullische Rede von Herrn Poloz. Dieser äußerte sich viel positiver zur aktuellen Lage, als das seine Kollegin ein paar Tage vorher getan hatte. Unsere Einschätzung zum CAD: neutral

AUD: Für den AUD war in dieser Woche wieder die Geldpolitik, als auch das Risk-Sentiment entscheidend. Aus geldpolitischer Sicht, gab es eine negative Reaktion auf das Sitzungsprotokoll der australischen Notenbank. Es hat gezeigt, dass die RBA bei ihrer letzten Sitzung eine Zinssenkung in Betracht gezogen hat, jedoch erstmal die Reaktion auf vorherige Zinssenkungen abwarten möchte. Zusätzlich gab es auch hier am Donnerstag schwächere Einkaufsmanagerindizes. Das Risk-Sentiment wurde in dieser Woche mal wieder durch die Beziehungen zwischen China und den USA bestimmt. Neben den eigentlichen Verhandlungen gab es jetzt noch einen weiteren Brennpunkt. Der Gesetzesentwurf von den USA bezüglich des Unterstützung Hongkongs kam bei den Chinesen gar nicht gut an und der Markt befürchtet, dass sich dies negativ auf einen Handelsdeal auswirken könnte. Nach einigem hin und her, hat der Markt mit Risk-Off Sentiment geschlossen, was den AUD zusätzlich belastete. Unsere Einschätzung zum AUD: leicht bärisch

NZD: Der NZD hat sich in dieser Woche, trotz erhöhtem Risk-Off Sentiment, positiv entwickelt. Dies liegt auch weiterhin an dem überraschendem Zinsentscheid aus der Vorwoche. Unsere Einschätzung zum NZD: leicht bullisch

JPY: Der JPY gehört zu den Risk-Off Währungen und wird auch als sicherer Hafen bezeichnet. Aus diesem Grund profitiert er von der Unsicherheit am Markt und kann ich Zeiten von Risk-Off Sentiment zulegen. Der JPY hat sich dementsprechend gut entwickelt, da die Wahrscheinlichkeit eines Deal zwischen China und den USA etwas zurückgegangen ist. Auf Wochenbasis ist der JPY die stärkste der G8 Währungen. Unsere Einschätzung zum JPY: leicht bullisch

CHF: Obwohl der CHF auch zu den Risk-Off Währungen gehört, musste er in dieser Woche einige Verluste einstecken. Eine wirklich ausschlaggebende News gab es dafür jedoch nicht. In der Schweiz haben wir jedoch eine etwas besondere Situation, da die Zentralbank regelmäßig interveniert. Das tut sie um den CHF nicht zu stark werden zu lassen. Auf Wochensicht ist der CHF die schwächste der G8 Währungen. Unsere Einschätzung zum CHF: leicht bärisch – neutral

 

Wichtige Termine:

EUR: ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland Montag 10:00 Uhr

NZD: Einzelhandelsumsätze Montag 22:45 Uhr

USD: BIP Mittwoch 14:30 Uhr

SEK: BIP Freitag 9:30 Uhr

CAD: BIP Freitag 14:30 Uhr

 

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TF Research

 

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