Wer erfolgreich traden will, muss den Trading Trend erkennen. In diesem Beitrag zeige ich dir einen einfachen Weg zur Trendbestimmung und den Zusammenhang der Zeiteinheiten.

Viele Trading Anfänger tauchen in die Welt der Kerzencharts und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Was bedeuten die Farben? Warum sind die Kerzenkörper unterschiedlich ausgeprägt? Fällt der Markt oder steigt er gerade?

In irgendeinem Tradingbuch stand doch mal was von „Du musst den Trading Trend erkennen“. Ein weiterer bekannter Börsenspruch lautet: „The trend is your friend“.

Wenn dir die Bedeutung eines Trends in einem Basiswert wie einer Aktie oder einem Index noch nicht klar ist, mache dir keine Sorgen. Am Ende des Beitrags hast du ein sehr gutes Verständnis von der Entstehung und der Erkennung von Trends.

Wir starten das Thema mit einer selbstgestrickten Definition:

Ein Trend im Börsenhandel bezeichnet ein Muster historischer Kurse in einem Basiswert.

Aber ist ein Trend nicht generell immer zukunftsorientiert?

Ja und nein. Ein Trend ist viel mehr etwas aktuelles, von dem man ausgeht, dass es die breite Masse in Kürze erreicht. Das gilt sowohl für die Mode, als auch für den Börsenhandel.

Im Börsenhandel wollen wir möglichst schnell auf einen Trend aufspringen und hoffen dabei, dass er nicht genau in diesem Moment endet.

 

Was ist ein Trend im Trading?

Im Trading können wir in zwei Richtungen handeln – Long und Short. Wenn wir einen Trade eingehen, gehen wir (zu Beginn) von einer favorisierten Handelsrichtung aus und haben demnach eine Marktmeinung. Der Dax steigt jetzt, ich gehe Long.. die Disney Aktie fällt jetzt, ich gehe short.

Ich kann von einem schnellen/volatilen Anstieg (Abschwung) oder einem ruhigen Aufschwung (Abschwung) ausgehen.

Wenn wir uns dazu einen Chart angucken, sehen wir dass es in Summe drei Trendphasen geben kann:

  1. Aufwärtstrend
  2. Abwärtstrend
  3. Seitwärtsphase/Trendlos

Wir werden gleich auf alle drei Phasen eingehen.

Trading Trends Chart Aktie

In diesem Chart sehen wir die einzelnen Phasen.

Der Basiswert befindet sich zunächst in einem Aufwärtstrend, geht dann in einen längeren Abwärtstrend über. Die Marktteilnehmer pushen den Preis mit anziehendem Volumen aus dem roten Trendkanal heraus nach oben.

Die volatile Phase hält nicht lange und es kommt zu einer Seitwärtsbewegung. Der Markt ruht sich aus und holt neuen Schwung (lila Kreis), bevor er wieder nach oben ausbricht. Auch hier folgt ein kurzer Abwärtstrend (roter Trendkanal), bevor es in eine trendlose Phase geht.

 

Wichtig:

Die Preisentwicklung in einem Basiswert wechselt immer wieder zwischen Trends, volatilen Phasen und trendlosen Phasen.

Es ist wichtig, dass du als Trader die unterschiedlichen Phasen akzeptierst! Es wird nicht immer steil bergab oder bergauf gehen. Wer schon länger dabei ist hat vielleicht bemerkt, dass die volatilen Phasen den geringsten Anteil in der Entwicklung eines Basiswerts haben.

 

Woraus besteht ein Trend?

Ein Trend besteht immer aus Bewegung und Korrektur. Die Bewegung ist logischerweise länger als die Korrektur.

Im Aufwärtstrend bedeutet es, dass auf einen Hochpunkt ein kurzer Rücksetzer folgt und danach ein „höheres“ Hoch als zuvor, ausgebildet wird. Im Abwärtstrend ist es umgekehrt. Auf einen Tiefpunkt erfolgt nach kurzem Abpraller nach oben wieder ein neuer Tiefpunkt.

Im roten Trendkanal erkennst du das sehr gut, da der Kurs nicht wie ein Stein in einem Rutsch durchfällt, sondern wie eine Treppe behutsam bergab geführt wird.

Abwärtstrend Aktie Chart

Dieser Chart ist ein Ausschnitt aus Bild 1 und zeigt uns noch einmal den ersten Abwärtstrend. Hier habe ich die Hochpunkte (grüne Kreise) und die Tiefpunkte (orangene Kreise) noch einmal deutlich markiert.

Da es ein Abwärtstrend ist, folgt auf ein Tief ein noch „tieferes“ Tief.

Im nächsten Abschnitt lernst du, wie du solche Trends eigenständig erkennst.

 

Wie kannst du einen Trading Trend erkennen?

Du weißt nun, dass es Aufwärtstrends und Abwärtstrends in einem Markt gibt und das sich die unterschiedlichen Phasen immer abwechseln.

Die spannende Frage, die du dir als Trader stellen und beantworten musst, lautet:

Ab wann ist ein Trend eigentlich ein Trend?

Die Frage ist deshalb so interessant, weil du für erfolgreiches Trend Trading den Trend sehr früh erkennen musst. Es bringt dir nichts, wenn der Trend schon weit fortgelaufen ist, denn du weißt ja, dass jeder Trend einmal ein Ende hat. Gleichzeitig ist die frühe Spekulation á la „hier könnte doch jetzt ein Trend entstehen“ gefährlich. Es kommt also auf das Timing an, wie wir gleich noch sehen werden.

Es gibt eine Faustformel, die du bei der Trendbestimmung anwenden kannst:

Du brauchst mindestens 3 Punkte, um einen Trend identifizieren zu können. Diese 3 Punkte sind 1 Tiefpunkt und zwei Hochpunkte (Aufwärtstrend) oder 2 Tiefpunkte und 1 Hochpunkt Abwärtstrend).

Trend erkennen Hochpunkt Chart

 

Du siehst im linken Bild den Beginn eines leichten Abwärtstrends, als logische Folge des impulsiven Anstiegs.  Wir haben bereits drei Punkte für einen potenziellen Trendkanal. Dieser wird sichtbar, in dem wir die beiden Tiefpunkte mit einer Linie verbinden und im identischen Winkel eine Linie, ausgehend vom (bisher einzigen) Hochpunkt als Parallele ziehen.

Wir gehen nun davon aus, dass der Kurs sich weiter innerhalb dieses Trendkanals bewegt und in Kürze die obere Linie noch einmal erreicht (blauer Kreis). Dort soll er „abprallen“ und ein weiteres Tief innerhalb des Kanals ausbilden.

Wenn wir nun wissen oder besser gesagt glauben, dass der Kurs eine gewisse Marke in Kürze erreichen wird, können wir daraus einen Trade bilden.

 

Nutze diese Trading Tipps

Wie kannst du einen Trend als Trader handeln?

Der Wunsch eines jeden Traders ist es, den zukünftigen Kurs einer Aktie oder eines anderen Basiswerts vorhersagen zu können.

Wer das regelmäßig schafft, wird reich. Ich habe bewusst nicht „immer“ geschrieben, denn das ist unmöglich. Im Trading handeln wir Wahrscheinlichkeiten. Wenn ich ein Trading Setup erkenne, dass mir ein 70/30 Chance-Risiko-Verhältnis bietet, ist das bereits sehr vielversprechend. Die Bestimmung eines Trends ist dabei ein Hilfsmittel.

Wenn wir einen Trend identifiziert haben, müssen wir einen geeigneten Einstiegspunkt suchen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten.

 

Variante 1: Du wartest bis der Kurs eine der beiden Trendkanallinien berührt und spekulierst dann auf den Abpraller. Bei einer Berührung der oberen Linie gehst du Short in den Markt, bei einer Berührung der unteren Linie gehst du Long.

Variante 2: Du handelst immer nur mit dem Trend. Ist der Trend Short, gehst du an der Trendkanaloberseite Short in den Markt. Im umgekehrten Fall entsprechend Long. Im oberen Bild wäre das ein Short-Einstieg auf Höhe des blauen Kreises.

Variante 3: Du handelst in Richtung des übergeordneten Trends. Dafür musst du gucken, von wo aus der Kurs gekommen ist, bevor er den Trendkanal ausbildet. Im obigen Bild kommt der Kurs mit Schwung von unten nach oben und ist klar im Aufwärtstrend. Demnach werde ich im Trendkanal an der unteren Linie einen Einstieg „Long“ wählen.

Variante 4: Du nimmst das vorherige Szenario, wartest aber bewusst auf einen impulsiven Ausbruch aus dem Trendkanal und setzt dein Buy-Stop knapp über die obere Linie.

 

Welche Rolle spielen Zeiteinheiten im Trading?

Wenn du dir mal die einzelnen Zeiteinheiten anschaust, siehst du, dass ein Trend in jedem Chart sichtbar ist. Natürlich geht das im Minutenchart schneller als im Stunden- oder Tageschart (1 Kerze = 1 Tag).

Ich bin ein Freund von Trading in höheren Zeiteinheiten, da hier mehr Klarheit herrscht, die Institutionellen ebenfalls dort ihre Setups basteln und es weniger Fakes gibt als im Minutenchart.

Es macht Sinn, die einzelnen Zeiteinheiten miteinander abzugleichen. Macht es Sinn im Stundenchart Long zu gehen, wenn der Tageschart nach Short schreit?

Eher nicht, doch letztendlich entscheidet das dein Tradingstil. Wenn du Scalper bist, ist das durchaus in Ordnung. Für Swingtrader ist es mitunter schwieriger, konträre Trends zu handeln.

Schaue dir die einzelnen Zeiteinheiten in Ruhe an und teste selbst, welcher Ansatz zu dir passt und wo sich Trends am besten handeln lassen.

 

 

Fazit:

Du weißt nun, wie du einen Trading Trend erkennen kannst und für dein Daytrading oder Swingtrading ausnutzt.

Wie immer im Trading gibt es keinen Indikator oder Formation, die immer funktioniert. Natürlich ist jeder Trend irgendwann mal beendet und wir wissen nicht, wann es soweit ist. Wir handeln immer nur Wahrscheinlichkeiten und ein sichtbarer Trend hilft, für einen Trade ein gutes CRV zu bilden.

Es ist übrigens ein Trugschluss, dass volatile Phasen den großen bzw größeren Gewinn ermöglichen. Ein Trend, der rechtzeitig erkannt wird, ermöglicht in der Regel mehrere Punkte Gewinn und dauert oftmals länger. Momentum hingegen „killt“ den Trend und ist schnell wieder vorbei.

Hast du Erfahrungen oder Fragen zum Handeln und Erkennen von Trends? Nutze einfach die Kommentarfunktion oder schreibe an team@tradingfreaks.com.

 

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Gute Erkenntnisse!

Tim

 

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