TL;DR: Du kannst einen Trading Trend erkennen, indem du Hochs und Tiefs im Chart liest. Dafür brauchst du keinen Indikator, sondern fünf feste Schritte, die du am Demokonto üben kannst: Zeiteinheit festlegen, Hochs und Tiefs markieren, einen Trendkanal mit mindestens drei Punkten zeichnen, den Trend in der höheren Zeiteinheit prüfen und ein Szenario mit Risikogrenze wählen. Der Trendkanal ist ein Werkzeug, der 30-Wochen-SMA (ein gleitender Durchschnitt) ein optionaler Filter, und die Schritte sind Struktur statt Erfolgsversprechen.
Trading Trend erkennen: In 5 Schritten zur Trendbestimmung (2026)
Im Kerzenchart erkennen viele Einsteiger nicht, ob der Markt gerade steigt oder fällt.
Kurz erklärt: Ein Trend ist ein Muster historischer Kurse in einem Basiswert (zum Beispiel einer Aktie oder einem Index). Er zeigt sich an höheren Hochs und höheren Tiefs (Aufwärtstrend), tieferen Hochs und tieferen Tiefs (Abwärtstrend) oder an keinem von beidem (Seitwärtsphase).
Einen strukturierten Einstieg bekommst du in unserem kostenlosen 7-Tage-Starterkurs Trading lernen. An Tag 4 behandeln wir Marktstrukturen und die Grundlagen der technischen Analyse.
Trading Trend erkennen im Überblick
Alle Grundlagen findest du auf der Seite Technische Analyse.
Warum der Trend im Chart zählt
Wer erfolgreich traden will, muss den Trading Trend erkennen. Das sagt auch der Börsenspruch The trend is your friend.
Viele Einsteiger sehen im Kerzenchart den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Was bedeuten die Farben, warum sind die Kerzenkörper unterschiedlich groß und fällt der Markt oder steigt er gerade?
Mach dir keine Sorgen, wenn dir ein Trend in einem Basiswert noch nichts sagt. Die grobe Richtung ist laut LYNX Börsenlexikon meist mit bloßem Auge erkennbar und ich zeige dir einen einfachen Weg, einen Trading Trend zu erkennen. Du siehst außerdem, wie die Zeiteinheiten zusammenhängen.
Die Schritte als Checkliste
Wer den Trading Trend erkennen will, braucht zuerst keinen Indikator, weil Hochs und Tiefs die Richtung bereits zeigen. Fünf feste Schritte machen daraus eine wiederholbare Methode.
Schritt | Aufgabe | Abschlusskriterium |
|---|---|---|
1 | Zeiteinheit festlegen und Chart bereinigen | Chart zeigt nur Kerzen und Volumen |
2 | Hochs und Tiefs markieren | Mindestens zwei Hochs und zwei Tiefs markiert |
3 | Trendkanal mit der 3-Punkte-Faustformel zeichnen | Kanal mit drei Berührungspunkten |
4 | Übergeordneten Trend in der höheren Zeiteinheit gegenprüfen, optional mit dem 30-Wochen-SMA | Richtung der höheren Zeiteinheit notiert |
5 | Szenario und Einstiegsvariante wählen und Risikobegrenzung festlegen | Einstieg, Stop und Ziel stehen vor dem Trade fest |
Was ist ein Trend im Trading?
Ein Trend ist laut Deutsche Börse die Entwicklungsrichtung der Börsenpreise, also die Tendenz der Kursentwicklung eines Basiswerts in einem bestimmten Zeitraum. Er zeigt sich an der Abfolge von Hochs und Tiefs im Chart und kennt genau drei Phasen.
Kann ein Trend die Zukunft vorhersagen? Ja und nein
Ist ein Trend nicht immer zukunftsorientiert? Die Antworten darauf sind ja und nein. Ein Trend ist etwas Aktuelles, von dem du ausgehst, dass es die breite Masse in Kürze erreicht. Das gilt sowohl für die Mode als auch für den Börsenhandel.
Als Trader will ich möglichst schnell auf einen Trend aufspringen und hoffe, dass er nicht genau in diesem Moment endet. Der Trend beschreibt die Vergangenheit, Wahrscheinlichkeiten für die Zukunft folgen daraus, aber keine Gewissheit.
Long und Short am Beispiel
Im Trading handelst du in zwei Richtungen. Mit Long setzt du auf steigende Kurse, mit Short auf fallende Kurse. Vor jedem Trade hast du eine favorisierte Handelsrichtung und damit eine Marktmeinung.
Zwei Szenarien zur Veranschaulichung: Der DAX steigt, also geht ein Trader Long. Die Disney-Aktie fällt, also geht ein Trader Short.
Diese Inhalte dienen der Weiterbildung und stellen keine Anlageberatung dar. Die Erwähnung bestimmter Wertpapiere oder Anbieter ist keine Empfehlung zum Kaufen, Verkaufen oder Halten.
Wie du den DAX Schritt für Schritt analysierst, zeige ich dir im Beitrag DAX Chartanalyse erstellen.
Die drei Trendphasen
Im Chart gibt es genau drei Trendphasen und zwar Aufwärtstrend, Abwärtstrend und Seitwärtsphase, auch trendlos genannt. Laut dem Börsenlexikon von LYNX zeigt der Aufwärtstrend höhere Tief- und Hochpunkte und in der Seitwärtsphase bewegt sich der Kurs richtungslos in einer Handelsspanne.
Ein Trend kann schnell und volatil ansteigen oder abfallen, er kann aber auch ruhig auf- oder abwärts laufen. Volatil beschreibt nur das Tempo einer Bewegung und ist keine vierte Phase. Auf alle drei Phasen gehe ich ein, die Seitwärtsphase hat einen eigenen Abschnitt.
Die Phasen nacheinander

Im Chart folgen die Phasen oft aufeinander und zwar Aufwärtstrend, längerer Abwärtstrend, Ausbruch aus dem Trendkanal bei anziehendem Volumen, danach eine volatile Phase, die nicht lange hält und in eine Seitwärtsbewegung übergeht, kurzer Abwärtstrend und trendlose Phase. In der Seitwärtsbewegung ruht sich der Markt aus und holt neuen Schwung, bevor er wieder nach oben ausbricht.
Du musst alle Phasen akzeptieren, denn es geht nicht immer steil bergauf oder bergab. Wer länger dabei ist, bemerkt oft, dass volatile Phasen den kleinsten Anteil an der Entwicklung eines Basiswerts haben. Das ist eine Beobachtung ohne Statistik.
Woraus besteht ein Trend?
Ein Trend besteht immer aus Bewegung und Korrektur. Die Bewegung ist meist länger als die Korrektur. Ob der Trend dreht, entscheidet aber die Abfolge der Hochs und Tiefs, nicht die Dauer allein.
Aufwärtstrend und Abwärtstrend erkennen
Im Aufwärtstrend folgt auf ein Hoch ein kurzer Rücksetzer und danach ein höheres Hoch als zuvor. Im Abwärtstrend ist es umgekehrt. Nach einem Tief prallt der Kurs kurz nach oben ab und bildet dann ein neues, tieferes Tief.
Mehr zu Bewegung und Korrektur findest du in meinem Beitrag zur Dow-Theorie.
Die Treppen-Metapher
Im Abwärtstrend fällt der Kurs nicht wie ein Stein in einem Rutsch, sondern wird wie über eine Treppe behutsam bergab geführt. Da es ein Abwärtstrend ist, folgt auf ein Tief ein noch tieferes Tief.

Mit den fünf Schritten lernst du, solche Trends eigenständig zu erkennen.
Wie entstehen Trends?
Ein Trend entsteht, wenn eine Seite über längere Zeit stärker drängt als die andere. Käufer drängen stärker als Verkäufer oder umgekehrt. Ich erkläre Kursbewegungen immer mit Angebot und Nachfrage.
Kerzenchart in 60 Sekunden
Der Kerzenkörper zeigt die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs. Liegt der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs, ist der Körper je nach Plattform weiß (hohl) oder grün, sonst schwarz oder rot. Ein großer Körper heißt großer Abstand, ein kleiner Körper kleiner Abstand.
Der Docht reicht bis zum Hoch, die Lunte bis zum Tief des Zeitintervalls. Prüfe in deinem Chart, welche Farbe welche Richtung zeigt.
Die vollständige Kerzenlehre gehört in einen eigenen Beitrag.
1. Zeiteinheit festlegen und Chart bereinigen
Als Einsteiger beginnst du mit dem Tageschart, in dem eine Kerze für einen Handelstag steht. Das Abschlusskriterium ist, dass der Chart nur Kerzen und Volumen zeigt.
Welche Zeiteinheit passt zu dir?
Ein Trend ist in jeder Zeiteinheit sichtbar, im Minutenchart nur schneller als im Stunden- oder Tageschart. Ich bin ein Freund höherer Zeiteinheiten, da dort mehr Klarheit herrscht. Ich vermute, dass auch große Marktteilnehmer ihre Handelsideen eher dort aufbauen, das ist meine Einschätzung und keine belegte Tatsache.
Zeiteinheit | Bedeutung einer Kerze | Beispielhafte Rolle | Beispielhafter Tradingstil |
|---|---|---|---|
Wochenchart | 1 Kerze = 1 Woche | Richtung des übergeordneten Trends | Swing Trading, längerfristiges Investieren |
Tageschart | 1 Kerze = 1 Tag | Trendrichtung, Startpunkt für Einsteiger | Swing Trading |
4-Stunden-Chart | 1 Kerze = 4 Stunden | Zwischenebene zwischen Richtung und Einstieg | Swing Trading, Daytrading |
15-Minuten-Chart | 1 Kerze = 15 Minuten | Feinabstimmung des Einstiegs | Daytrading, Scalping |
Rollen und Tradingstile in der Tabelle sind Beispiele. Möglich ist die Kombination aus Tageschart für die Richtung und kleinerer Zeiteinheit für den Einstieg, eine Regel ist sie nicht. Scalper handeln laut Wikipedia zum Scalping innerhalb von Minuten oder Sekunden, Swingtrader halten Positionen laut LYNX Trading-Stile meist mehrere Tage bis Wochen.
Warum kleine Zeiteinheiten täuschen
Fehlausbrüche sind Ausbrüche über eine Linie, die danach wieder zurückfallen. Meiner Einschätzung nach entstehen sie im Minutenchart häufiger als in höheren Zeiteinheiten, ganz frei davon ist keine Zeiteinheit. Eine Statistik habe ich dazu nicht.
2. Hochs und Tiefs markieren
Du markierst jedes Hoch und jedes Tief, bis mindestens zwei Hochs und zwei Tiefs im Chart stehen. Danach liest du ihre Reihenfolge.
So markierst du Hochs und Tiefs
Finde die Schwungpunkte, an denen der Kurs dreht, und markiere sie mit Form oder Beschriftung statt nur mit Farbe. Notiere dann die Reihenfolge, entweder höhere Hochs und höhere Tiefs oder tiefere Hochs und tiefere Tiefs oder keines von beidem. Ein einzelnes Hoch oder Tief sagt noch nichts, erst ihre Abfolge zeigt die Richtung.
Ich rate dir, Zonen statt exakter Marken zu verwenden. Hochs und Tiefs im Chart zu betrachten ist laut LYNX Trendanalyse eine gängige Methode neben technischen Indikatoren.
Der Kurs läuft dabei zackig. Auf jede Bewegung folgt eine Korrektur, genau wie bei einer Treppe.
Ab wann ist ein Trend ein Trend?
Ein Aufwärtstrend liegt vor, sobald im Chart nacheinander ein höheres Hoch und ein höheres Tief stehen, ein Abwärtstrend bei einem tieferen Hoch und einem tieferen Tief. Die Regel ist eine Faustformel, die im Einzelfall abweichen kann.
Ein Beispiel: Der Kurs steigt auf ein Hoch, fällt zurück und bildet danach ein höheres Tief und ein höheres Hoch. Ab diesem Punkt zeigt der Chart einen Aufwärtstrend. Aufwärtstrends und Abwärtstrends gibt es in jedem Markt, und die Phasen wechseln sich ab.
Wie Teilnehmer die Struktur der Ausbildung bewerten
„Man wird Step by Step mitgenommen und weiss immer, was der nächste sinnvolle Schritt ist um voran zu kommen.“ - Tina on Trustpilot
3. Trendkanal mit der 3-Punkte-Faustformel zeichnen
Ein Trendkanal ist ein Werkzeug der technischen Analyse. Er besteht aus zwei parallelen Linien durch Hochs und Tiefs.
Die Faustformel mit mindestens 3 Punkten
Ich arbeite mit der Faustformel: Ein Trendkanal braucht mindestens 3 Punkte. Eine Trendlinie verbindet laut MetaTrader 5 Hilfe zwei wichtige Hoch- oder Tiefpunkte, ab dem dritten Punkt werte ich den Trend als bestätigt.
In meiner Methode sind die 3 Punkte 1 Tief und 2 Hochs (Aufwärtstrend) oder 2 Tiefs und 1 Hoch (Abwärtstrend). Andere Quellen zeichnen die Aufwärtslinie durch mindestens zwei Tiefs, deswegen ist meine Zählung eine Konvention und die Faustformel eine Orientierung. Laut Wikipedia zur technischen Analyse genügen zwei Punkte als Minimum und die Meinungen darüber, wie viele Hochs und Tiefs nötig sind, gehen auseinander.
Früh erkennen, ohne zu früh zu handeln
Ab wann ist ein Trend eigentlich ein Trend? Für Trendhandel musst du den Trend früh erkennen, denn es bringt nichts, wenn er schon weit gelaufen ist, und jeder Trend hat ein Ende. Gleichzeitig ist es gefährlich, schon beim ersten Anzeichen einen Trend zu vermuten, es kommt auf das Timing an.
Wenn du weißt oder besser gesagt glaubst, dass der Kurs eine gewisse Marke in Kürze erreicht, kannst du daraus einen Trade bilden. Wie du das Ende eines Trends erkennst, zeige ich dir im Beitrag Trendwende im Chart erkennen.
Trendkanal im Chart
Ein Beispiel ist der Beginn eines leichten Abwärtstrends als Folge eines impulsiven Anstiegs. Drei Punkte für einen potenziellen Trendkanal sind vorhanden:

- Verbinde die beiden Tiefpunkte mit einer Linie.
- Ziehe im identischen Winkel eine Parallele vom bisher einzigen Hochpunkt.
- Gehe davon aus, dass der Kurs im Kanal bleibt, die obere Linie noch einmal erreicht und dort abprallt.
4. Übergeordneten Trend in der höheren Zeiteinheit gegenprüfen
Du prüfst, ob der Trend der kleineren Zeiteinheit zur Richtung der größeren passt. Das Ergebnis notierst du als Richtung der höheren Zeiteinheit.
Nicht gegen den übergeordneten Trend handeln
Gleiche die Zeiteinheiten ab, denn ein Long im Stundenchart steht im Widerspruch zu einem Tageschart, der nach Short zeigt. Meist ist das ein schlechtes Zeichen, doch am Ende entscheidet dein Tradingstil.
Für Scalper ist es durchaus in Ordnung, gegen den Trend der höheren Zeiteinheit zu handeln. Für Swingtrader ist es mitunter schwieriger, konträre Trends zu handeln. Ich rate dir, zuerst die Richtung der höheren Zeiteinheit zu notieren.
Der 30-Wochen-SMA als zweiter Filter
Der 30-Wochen-SMA (kurz SMA30) dient dir als optionale zweite Prüfung der Trendrichtung.
Was der SMA30 berechnet
SMA steht für Simple Moving Average, auf Deutsch einfacher gleitender Durchschnitt. Laut Deutsche Börse ist das ein fortlaufend berechneter Mittelwert historischer Preise, hier der letzten Schlusskurse. Der SMA30 im Wochenchart mittelt die letzten 30 Wochenschlusskurse. Die Rechnung: 30 Wochen × 5 Handelstage = 150 Handelstage, im Tageschart also 150 Tageskerzen (Feiertage bleiben unberücksichtigt).
Wie du die Linie liest
Liegt der Preis im Wochenchart über einer steigenden Linie, spricht das für einen Aufwärtstrend. Die Steigung zeigt, ob der Durchschnitt gestiegen ist.
Verwende die Linie als Hilfslinie, nicht als feste Regel und nicht als Verkaufssignal.
5. Szenario und Einstiegsvariante wählen und Risiko begrenzen
Du wählst ein Szenario, die Einstiegsvariante und bestimmst Stop und Ziel, bevor du handelst. Die Beschreibung ist Methode, keine Handlungsempfehlung.
Wahrscheinlichkeiten statt Gewissheit
Der Wunsch eines jeden Traders ist es, den künftigen Kurs eines Basiswerts vorherzusagen. Ich verspreche dir nicht, dass du den Kurs immer richtig einschätzt, denn das ist unmöglich. Ich handle immer nur Wahrscheinlichkeiten und die Bestimmung eines Trends ist dabei ein Hilfsmittel.
Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) setzt laut Deutsche Börse die erwartete Rendite ins Verhältnis zum möglichen Verlust. Die Trefferquote zeigt, wie oft ein Szenario aufgeht. Ein frei gewähltes Beispiel: Bei einem CRV von 2 ist der mögliche Gewinn doppelt so groß wie der mögliche Verlust.
Historische Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Beachte auch unseren Risikohinweis.
Die vier Einstiegsvarianten im Überblick
Nach einem erkannten Trend gibt es vier Einstiegsvarianten mit je einer Richtung (Long oder Short) und einem Auslöser.
Ein Buy-Stop ist eine Kauforder, die erst auslöst, sobald der Kurs eine festgelegte Marke überschreitet. Das Kursziel, bei dem du Gewinn mitnimmst, heißt Take-Profit.
Variante 1: Einstieg am Trendkanal
Variante 1: Du wartest, bis der Kurs eine der beiden Kanallinien berührt, und setzt in diesem Szenario auf den Abpraller. An der oberen Linie liegt der Short-Einstieg nahe, an der unteren Linie der Long-Einstieg.
Die Trendannahme ist widerlegt, wenn der Kurs die Linie, an der du einsteigst, durchbricht. Dort setzt der Stop-Loss an. Das ist laut Wikipedia zu Orderzusätzen eine Order, die bei einer festgelegten Schwelle aktiviert wird und so den Verlust begrenzt.
Variante 2: Einstieg nach der Korrektur
Variante 2: Du handelst immer nur mit dem Trend. Ist der Trend Short, steigst du nach der Korrektur an der Kanaloberseite Short ein, im umgekehrten Fall entsprechend Long.
Im Beispiel des leichten Abwärtstrends liegt dieser Short-Einstieg an der oberen Kanallinie. Die Annahme ist widerlegt, wenn der Kurs die obere Linie nach oben durchbricht, dort setzt dein Stop-Loss an.
Variante 3: Einstieg gegen den Kanal
Variante 3: Du handelst in Richtung des übergeordneten Trends. Dafür prüfst du, von wo der Kurs gekommen ist, bevor er den Kanal ausbildet.
Kommt der Kurs im Beispiel mit Schwung von unten nach oben, liegt der kleine Abwärtskanal also innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends. In diesem Szenario liegt der Long-Einstieg an der unteren Kanallinie, die Annahme ist widerlegt, wenn der Kurs diese Linie nach unten durchbricht.
Variante 4: Einstieg beim Ausbruch
Variante 4: Du wartest auf einen impulsiven Ausbruch aus dem Trendkanal und setzt den Buy-Stop knapp über die obere Linie. Die Annahme ist widerlegt, wenn der Kurs nach dem Ausbruch wieder unter die obere Linie zurückfällt. Dort setzt der Stop-Loss an.
Wie erkenne ich eine Seitwärtsphase?
Eine Seitwärtsphase liegt vor, wenn weder höhere noch tiefere Hochs und Tiefs entstehen. Der Kurs pendelt dann richtungslos in einer Handelsspanne. Ich rate dir, in dieser Phase keinen Trendeinstieg zu planen.
Merkmale und Verhalten
Der Kurs pendelt zwischen einer oberen und einer unteren Grenze. Laut LYNX Börsenlexikon bewegen sich die Kurse dabei innerhalb einer Handelsspanne auf und ab, ohne klare Aufwärts- oder Abwärtstendenz. Hochs und Tiefs liegen auf ähnlicher Höhe, und Käufer und Verkäufer halten sich die Waage.
Sie heißt auch trendlos, das ist streng genommen nicht ganz richtig, aber üblich.
Für dich heißt das, dass du in keinen Trend einsteigst, sondern abwartest oder anders vorgehst. Verlässt der Kurs die Spanne, beginnst du die fünf Schritte von vorn.
Die drei Phasen im Vergleich
Merkmal | Hochs und Tiefs | Handelsrichtung als Szenario |
|---|---|---|
Aufwärtstrend | Höhere Hochs und höhere Tiefs | Long |
Abwärtstrend | Tiefere Hochs und tiefere Tiefs | Short |
Seitwärtsphase | Gleich hohe Hochs und gleich tiefe Tiefs | Kein Trendeinstieg, abwarten |
Zwischen den Phasen liegen Übergänge, zum Beispiel wenn ein Trend ausläuft und der Kurs in eine Spanne wechselt. Deshalb lässt sich nicht jeder Chart eindeutig einer Phase zuordnen. Die Handelsrichtung in der Tabelle ist ein Szenario und keine Handlungsanweisung.
Funktioniert Trendanalyse im Chart überhaupt?
Trendanalyse arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten und kann Trends nicht garantieren. Ich nenne dir zuerst die Kritik und danach die Argumente für Trendverhalten.
Die Kritik ehrlich benennen
Es gibt keinen Indikator und keine Formation, die immer funktioniert. Jeder Trend ist irgendwann beendet und niemand weiß, wann.
Die Markteffizienzhypothese besagt laut Wikipedia zur Markteffizienz, dass Preise alle verfügbaren Informationen reflektieren. In der schwachen Form sind alle historischen Preisverläufe eingepreist, die technische Analyse dürfte dann keinen Informationsvorsprung bringen.
Zur technischen Analyse hält Wikipedia fest, dass ihre Aussagekraft für den Kursverlauf wissenschaftlich nicht erwiesen und umstritten ist. Trendlinien lassen sich außerdem verlässlich erst im Nachhinein zeichnen.
Was für Trendverhalten spricht
Die Finanzforschung kennt den Momentum-Effekt. Laut Wikipedia zur Kapitalmarktanomalie erzielten Aktien mit hohen Renditen im letzten halben Jahr tendenziell auch danach höhere Renditen.
Mit Momentum meine ich im Artikel den kurzen Kursimpuls, nicht den Forschungseffekt. Ein Kursimpuls kann einen Trend abrupt beenden und ist schnell wieder vorbei, ein rechtzeitig erkannter Trend dauert oft länger.
Wo die Trendanalyse an Grenzen stößt
Trends können enden und längere Phasen der Übertreibung führt die Wikipedia zur Markteffizienz als dokumentierte Anomalie auf, wobei Momentum meiner Einschätzung nach in solche Blasen voll hineinläuft. Trends über längere Zeit sind für mich besser handelbar als kurze Volatilitätsspitzen. Ich handle Wahrscheinlichkeiten, nicht Gewissheiten.
„Keine Augenwischerei, keine falschen Versprechen! Die Ausbildung ist keinesfalls einfach und erfordert viel Disziplin und Entschlossenheit.“ - Robin on Trustpilot
Historische Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Beachte auch unseren Risikohinweis.
Welche Fehler passieren bei der Trendbestimmung?
Ich nenne dir fünf typische Fehler bei der Trendbestimmung. Zu jedem Fehler gehört ein Erkennungsmerkmal und eine konkrete Gegenmaßnahme, die du sofort im Chart anwenden kannst.
Den Trend zu spät erkennen
Du steigst erst ein, wenn der Trend schon weit gelaufen ist und jeder Trend hat einmal ein Ende. Prüfe deswegen früh, ob ein höheres Hoch und ein höheres Tief ein Szenario ergeben und lege den Ausstieg vor dem Einstieg fest.
Zu früh spekulieren
Wer schon beim ersten Anzeichen einen Trend vermutet, obwohl noch keine drei Punkte stehen, handelt auf bloße Hoffnung. Mein Rat ist, dass du auf den dritten Berührungspunkt wartest, bevor du ein Szenario planst, weil frühe Spekulation gefährlich ist.
Gegen den übergeordneten Trend handeln
Ein Long im Stundenchart, obwohl der Tageschart nach Short zeigt, stellt dich gegen die größere Richtung und der Kurs kann gegen dich laufen. Gleiche die Zeiteinheiten ab und halte dich an die Richtung der höheren Zeiteinheit, solange dein Tradingstil nichts anderes verlangt.
Linien als feste Gesetze behandeln
Du setzt Einstieg und Stop auf eine exakte Marke, als wäre die Linie ein Gesetz, und scheiterst an jedem kleinen Ausschlag. Ich rate dir, Linien als Zonen zu behandeln, denn mit einer Pufferzone wertest du kleine Ausschläge nicht gleich als Linienbruch. Die 3-Punkte-Formel ist eine Faustformel und kein Beweis.
In kleinen Zeiteinheiten Rauschen für Signale halten
Im Minutenchart entstehen meiner Einschätzung nach viele Ausbrüche, die gleich wieder zurückfallen und du hältst dieses Rauschen für ein Signal. Prüfe ein Signal deswegen in einer höheren Zeiteinheit, bevor du es ernst nimmst und frage dich, ob es dort ebenfalls sichtbar ist.
Wie übe ich die Trendbestimmung ohne Geld?
Du übst am Demokonto und an historischen Charts, bevor echtes Geld im Spiel ist. Ich rate dir, mit Tages- und Wochenchart anzufangen.
Vier Übungsschritte
- Zeichne Hochs, Tiefs und Trendkanal in TradingView auf dem Tages- und dem Wochenchart ein.
- Sammle zehn historische Beispiele (ein Übungsvorschlag, keine statistische Größe).
- Prüfe jedes Beispiel gegen die fünf Schritte.
- Beobachte danach Trends am Demokonto.
Notiere bei jedem Beispiel, welche Abschlusskriterien der Checkliste erfüllt sind. Das Trendlinien-Werkzeug dient laut der TradingView-Hilfe überwiegend dem manuellen Zeichnen von Trendlinien.
TradingView als Werkzeug
TradingView ist eine Chart-Plattform mit kostenlosem Demokonto (Papertrading). Ich nenne sie als Beispiel für ein Chart-Werkzeug und gebe damit keine Anbieterempfehlung ab.
Ein Demokonto ist wie ein Flugsimulator. Das bedeutet, dass du die Instrumente kennenlernst, ohne bei einem Fehler abzustürzen. Die TradingView-Hilfe beschreibt auch Textbeschriftungen neben der Linie, mit denen du Markierungen nicht nur über die Farbe kenntlich machst.
Übung mit Begleitung
Schaue dir die Zeiteinheiten in Ruhe an und teste selbst, welcher Ansatz zu dir passt und wo sich Trends am besten handeln lassen. Ein Demokonto nimmt dir die Hürde vor dem ersten echten Trade nicht vollständig ab, das erfordert eigene Disziplin.
„Um das Gelernte umzusetzen, wird ein Einstieg ins Trading über Paper Trading empfohlen. Es gibt ein Forum für die Mitglieder in der die tägliche Tradingpraxis begleitet wird.“ - Sabine on Trustpilot
Häufige Fragen zur Trendbestimmung
Ab wann ist ein Trend eigentlich ein Trend?
Ein Trend liegt vor, sobald im Chart nacheinander ein höheres Hoch und ein höheres Tief (Aufwärtstrend) oder ein tieferes Hoch und ein tieferes Tief (Abwärtstrend) stehen. Für den Trendkanal gilt die Faustformel mit drei Berührungspunkten aus Hochs und Tiefs. Beide Regeln dienen der Orientierung, denn jeder Trend kann jederzeit enden.
Woraus besteht ein Trend im Trading?
Ein Trend im Trading besteht aus Bewegungen in Trendrichtung und aus Korrekturen dazwischen. Der Aufwärtstrend bildet nach jedem Hoch einen Rücksetzer und danach ein höheres Hoch, der Abwärtstrend läuft spiegelbildlich dazu ab. Die Bewegung dauert meist länger als die Korrektur. Ob der Trend dreht, zeigt aber die Struktur: Unterschreitet die Korrektur im Aufwärtstrend das letzte höhere Tief oder überschreitet sie im Abwärtstrend das letzte tiefere Hoch, ist die Abfolge gebrochen.
Wie kann ich einen Trend als Trader handeln, sobald ich ihn erkannt habe?
Du suchst einen Einstiegspunkt und legst vorher Stop-Loss und Ziel fest. Ich beschreibe vier Varianten als Szenarien und zwar Einstieg an der Kanallinie, nach einer Korrektur, gegen den Kanal oder per Buy-Stop beim Ausbruch. Jede Variante nennt einen Punkt, an dem die Trendannahme widerlegt ist und bleibt eine Methode statt einer Empfehlung für ein Wertpapier.
Soll ich im Stundenchart Long gehen, wenn der Tageschart nach Short zeigt?
Eher nicht, denn ein Long im Stundenchart läuft dann gegen die Richtung des übergeordneten Tagescharts, der die größere Bewegung vorgibt. Am Ende entscheidet dein Tradingstil. Für Scalper ist das in Ordnung, für Swingtrader meist schwieriger. Gleiche die Zeiteinheiten ab und plane ein Szenario mit Risikogrenze, bevor du im Stundenchart einsteigst.
Welche Zeiteinheit eignet sich am besten, um einen Trend zu erkennen?
Als Einsteiger startest du mit dem Tageschart, denn eine Kerze steht dort für einen Handelstag und die Richtung wirkt klarer als im Minutenchart. Der Wochenchart zeigt den übergeordneten Trend, kleinere Zeiteinheiten wie der 15-Minuten-Chart dienen dem Einstieg. Diese Kombination ist möglich, aber keine Regel, und dein Tradingstil gibt den Ausschlag.
Was ist ein SMA30 im Wochenchart und wie hilft er bei der Trendbestimmung?
Der SMA30 im Wochenchart ist der einfache gleitende Durchschnitt der letzten 30 Wochenschlusskurse, also von etwa 150 Handelstagen. Er filtert die Trendrichtung. Preis über einer steigenden Linie spricht für einen Aufwärtstrend. Die Linie bleibt eine Hilfslinie und kein Verkaufssignal, und du verwendest sie nur als zweite Prüfung neben Hochs und Tiefs.
Funktioniert Chartanalyse zur Trendbestimmung überhaupt?
Chartanalyse arbeitet bei der Trendbestimmung mit Wahrscheinlichkeiten, denn kein Indikator und keine Formation funktioniert immer. Wikipedia nennt ihre Aussagekraft wissenschaftlich nicht erwiesen, ein sichtbarer Trend hilft aber, ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis zu planen. Ich handle Wahrscheinlichkeiten, nicht Gewissheiten und übe jede Methode zuerst am Demokonto, bevor echtes Geld im Spiel ist.
Schlüsselbegriffe
Begriff | Erklärung |
|---|---|
Basiswert | Ein Basiswert ist das Wertpapier oder der Markt, den du handelst, zum Beispiel eine Aktie oder ein Index. Aus seinen Kursen entsteht der Chart. Der Trend beschreibt die Richtung dieser Kurse. |
Trendkanal | Ein Trendkanal besteht aus zwei möglichst parallelen Linien durch Hochs und Tiefs. Nach der 3-Punkte-Faustformel braucht er mindestens drei Berührungspunkte. Ich verwende ihn als Orientierung. |
CRV | Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) gibt an, wie groß der mögliche Gewinn im Verhältnis zum möglichen Verlust ist. Es sagt nichts darüber, wie oft ein Szenario aufgeht, das misst die Trefferquote. |
Stop-Loss | Ein Stop-Loss ist eine Order, die bei einer festgelegten Schwelle aktiviert wird und so den Verlust einer Position begrenzt. Der Ausführungskurs kann unter dem Stop-Kurs liegen. Du legst ihn dort fest, wo deine Trendannahme widerlegt wäre. |
Buy-Stop | Ein Buy-Stop ist eine Kauforder, die erst auslöst, sobald der Kurs eine festgelegte Marke überschreitet. Du setzt ihn beim Einstieg nach einem Ausbruch ein. |
SMA30 | Der SMA30 ist der einfache gleitende Durchschnitt (Simple Moving Average) der letzten 30 Schlusskurse. Im Wochenchart mittelt er 30 Wochenschlusskurse, das entspricht etwa 150 Handelstagen. Ich verwende ihn als Hilfslinie für die Trendrichtung. |
Diese Inhalte dienen der Weiterbildung und stellen keine Anlageberatung dar. Die Erwähnung bestimmter Wertpapiere oder Anbieter ist keine Empfehlung zum Kaufen, Verkaufen oder Halten. TradingFreaks ist keine Anlageberatung und kein Broker, sondern reine Weiterbildung.
Du weißt jetzt, wie du einen Trading Trend erkennst und für Daytrading oder Swing Trading einsetzt, doch erfolgreiches Trading braucht mehr. Übe die fünf Schritte am Demokonto und lerne danach strukturiert weiter: Jetzt kostenlosen Zugang zum 7-Tage-Starterkurs sichern. An Tag 4 behandeln wir Marktstrukturen und die Grundlagen der technischen Analyse.
Gute Erkenntnisse! Tim






