Wahlen in Frankreich 2022 – Macron vs. Le Pen

Am Sonntag, den 10.04.2022 findet die wohl erste Runde der Wahlen in Frankreich statt. Alles sieht aktuell danach aus, dass es auf eine Stichwahl zwischen dem aktuellen Amtsinhaber Emmanuel Macron und Marine Le Pen hinauslaufen wird.

Da je nach Ergebnis der Wahlen wieder ein „Frexit“ in Spiel kommen kann, sollten die Wahlen auch im Hinblick auf die europäischen Indizes, Banken und den Euro (EUR) beobachtet werden.

Mit Corona, der aktuell hohen Inflation und einer nicht handelnden EZB hat die Populistin Le Pen mehr als genug Themen, welche Sie spielen kann.

Aber zunächst einmal zum groben Ablauf der Wahl:

Bisher gab es bei jeder Wahl in Frankreich zwei Runden

Wenn einer der Kandidaten in der ersten Runde mind. 50% der Stimmen erhält, ist dieser zum Präsidenten gewählt worden. Dies kam bisher jedoch noch nie vor.

Sollte in der ersten Runde keiner der Kandidaten mind. 50% der Stimmen erreichen, gibt es eine zweite Runde (Stichwahl) in welcher die beiden Kandidaten antreten, welche die meisten Stimmen erzielen konnten.

Durch die Stichwahl mit nur noch zwei Kandidaten kann sichergestellt werden, dass einer der Kandidaten mind. 50% der Stimmen auf sich vereint.

Stand jetzt führt Macron in den Umfragen noch mit rund 27% vor den anderen Kandidaten und für die zweite Runde wird ihm aktuell auch noch eine knappe Mehrheit prognostiziert.

Le Pen gilt als aussichtsreichste Herausforderin und liegt aktuell bei rund 22%. Im Januar waren es noch rund 17%

Analysten schließen einen Le Pen Sieg nicht vollständig aus.

Wie sowohl die Trump als auch Brexit Wahl in den letzten Jahren aber nochmals gezeigt haben, kann man sich auf Umfragen nicht unbedingt verlassen und solch ein knappes Rennen ist sowieso nicht prognostizierbar.

In den letzten 20 Jahren wurde kein einziger Amtsinhaber wiedergewählt. Die letzte Wiederwahl eines Präsidenten war 2002 Jacques Chirac und das auch nur, da ganz Frankreich mit aller Kraft verhindern wollte, dass Marine Le Pens Vater, Jean-Marie Le Pen, Präsident wird.

Damals galt Jean-Marie Le Pen als der Kandidat, der am weitesten politisch rechts stand.

Durch die Teilnahme des Extremrechten Eric Zemmour bei der diesjährigen Wahl, erscheint Le Pen dieses Mal aber moderater als noch bei den letzten Wahlen und ist nun für viele Franzosen wählbarer.

Was für Präsident Macron vor allem gefährlich werden kann ist die aktuell hohe Inflation sowohl in der gesamten Eurozone als auch in Frankreich.

Sobald es der Bevölkerung aufgrund steigender Preise ans eigene Portemonnaie geht, sinken die Umfragewerte der Amtsinhaber meist im Einklang.

Dies kann man aktuell auch sehr gut in den USA mit Präsident Biden beobachten.

Die hohe Inflation gilt unter der französischen Bevölkerung als wichtigstes Thema bzgl. der Wahl.

Was es dieses Jahr so schwer macht den Ausgang zu prognostizieren ist der große Anteil an unentschlossenen Wählern. (wohl über 30%)

Viele der Macron Wähler sehen diesen als sicher in der zweiten Runde und dies könnte dazu führen, dass seine Wähler in der ersten Runde nicht wählen gehen.
In Frankreich gibt es keine Briefwahl und jeder muss zur Wahlurne gehen.

Daher hat Macron seine Wähler und Anhänger zuletzt nochmal versucht zu mobilisieren und darauf hingewiesen, dass diese angenommene Sicherheit für den Brexit verantwortlich war, da viele Wähler es nicht für nötig hielten abzustimmen.

Laut The Economist liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Macron und Le Pen die zweite Runde erreichen bei über 90%

Quelle: https://www.economist.com/interactive/france-2022

Die zweite Wahlrunde findet am 24. April statt.

Laut The Economist führt Macron in einem direkten Duell mit 53% gegenüber Le Pen mit 47%

Vor kurzem Stand es sogar noch 51,5% zu 48,5%

Das Ergebnis der Wahl 2017 war noch deutlich mit 66% zu 34%

Quelle: https://www.economist.com/interactive/france-2022

Laut Datapraxis/YouGov ist das Rennen sogar noch enger geworden (51-49)

https://twitter.com/DatapraxisEU/status/1512370126401810432

Laut der ING preisen die Optionsmärkte für den Tag nach der zweiten Wahlrunde, den 25. April, eine zweieinhalb Mal höhere Volatilität als sonst ein.

Eine steigende Wahrscheinlichkeit eines Le Pen Sieges sollte als zusätzlicher Faktor für weiteren Abwärtsdruck im EUR/USD sorgen.

Bei einer starken Performance von Le Pen diesen Sonntag oder sogar ein Sieg könnten den EUR/USD vermutlich in Richtung 1,06/1,05 bewegen und auch Dax, EURO STOXX und die europäischen Banken (bspw. die Societe Generale oder Crédit Agricole) unter Druck setzen.

Bei einem Sieg Le Pens in der zweiten Runde könnten wir vielleicht auch nochmals das Tief aus 2017 bei 1,0340 anlaufen wenn nicht sogar die Parität sehen.

Vereinzelt erwarten Analysten Verluste im europäischen Bankensektor von 5-10% je nachdem wie viele Stimmen Le Pen in der ersten Runde holt.

Sollte Sie hingegen schon in der ersten Runde scheitern, werden wir wohl Stärke sowohl im Euro (EUR/USD, EUR/GBP, EUR/JPY, etc.) als auch in den europäischen Indizes und dem Bankensektor sehen.

Nach der ersten Runde wird es hier an dieser Stelle auch ein Update geben bzgl. des Ausgangs und der Erwartungen an die zweite Runde geben.

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Andreas

Andreas

Andreas ist gelernter Bankkaufmann und Analyst bei Tradingfreaks. Seine mikroökonomischen und makroökonomischen Fähigkeiten sind goldwert für Trader und Investoren! Er handelt mit Aktien, CFDs und ETFs. Dabei wird eine Strategie bestehend aus "Buy and Hold" und Aktien-Daytrading auf News-Basis verfolgt.

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