Das Problem vieler Tradinganfänger ist die gnadenlose Überhebelung. Welche CFD Positionsgröße zu deinem Trading Konto passt, zeigt dir dieser Beitrag.

 

Die Wahl der richtigen CFD Positionsgröße ist vielleicht der wichtigste Part für Tradingeinsteiger.

Wer ein wenig rechnen kann und in der Schule oder Uni den ein oder anderen Mathegrundkurs bestanden hat, weiß wie viel Ertrag mit CFDs bei geringem Kapitaleinsatz erwirtschaftet werden kann.

Wer zum ersten Mal mit CFDs oder FX handeln möchte eröffnet zunächst ein Konto bei einem Online Broker und kauft einfach mal drauf los.

Tradinganfänger haben in den ersten Monaten oftmals den folgenden Kontoverlauf. Hier wird von einem Startkapital von 1000 EUR ausgegangen.

CFD Konto

Mir ist dabei nicht ganz klar wieso es so ist, doch die ersten Trades scheinen bei einem Anfänger immer mit Erfolg verbunden zu sein.

Ist es vielleicht die Unbekümmertheit? Das „noch-nicht-konfrontiert-sein“ mit den eigenen Emotionen?

Erstaunlicherweise sehe ich bei vielen Tradingeinsteigern zunächst einen Kontozuwachs von 10-50%.

Nun passiert im Kopf des Anfängers folgendes:

„Wow, in 30 Tagen habe ich durchschnittlich 20% erwirtschaftet. Dann mache ich ja 240% im Jahr! Dann werden in 7 Jahren aus meinem Startkapital über 5.000.000 €!?! Und ich Idiot bin jahrelang einer unnützen Arbeit nachgegangen..“

Nach ein paar Tagen bzw. Trades stellt sich dann aber die Normalität ein und es kommt zu ersten Verlusttrades. Der Trading-Neuling möchte jedoch seine alte Performance wieder erreichen und das möglichst schnell. Nach einem Verlusttrade wird dann einfach die Positionsgröße verdoppelt und ein Trade irgendwo im Nirgendwo platziert.

Doch was passiert, wenn der Index- oder Aktienkurs bei totaler Überhebelung gegen einen läuft?

Nehmen wir an du hast ein kleines Tradingkonto mit 1000,- EUR kapitalisiert. Nun gehst du einen Trade auf den DAX ein, der gerade bei 10.500 Punkten steht.

Spielen wir jetzt einmal mehrere Szenarien hinsichtlich der CFD Positionsgrößen durch:

  1. Kauf 1 DAX CFD bei 10.500 Punkten
  2. Kauf 5 DAX CFD bei 10.500 Punkten
  3. Kauf 10 DAX CFD bei 10.500 Punkten

Wir wissen, dass 1 DAX CFD einem DAX Punkt entspricht.

Im 1.Szenario ergibt sich folgendes:

Bewegt sich der DAX von 10.500 Punkten auf 10.501 Punkte, habe ich einen Buchgewinn von 1 €. Verkaufst du an dieser Stelle den 1 CFD wieder, hast du aus dem 1 € Buchgewinn einen realisierten Gewinn gemacht und dein Kontostand  klettert von 1.000,- EUR auf 1.001,- EUR.

Im 2.Szenario würde mein Kontostand nicht nur um einen sondern direkt um 5 € ansteigen und im 3.Szenario sogar um 10 €.

Wenn sich die Kurse in deine gewünschte Richtung entwickeln, bist du natürlich froh, wenn du viele CFDs gekauft hast da dein Gewinn wesentlich höher ausfällt.

Doch die Medaille hat bekannterweise immer 2 Seiten, sodass du die Verlustseite mit betrachten musst.

Fällt der DAX auf 10.499 Punkte, hast du dementsprechend -1 € (Szenario 1), -5 € (Szenario 2) oder -10 € (Szenario 3) Verlust gemacht.

Da sich die Märkte volatil verhalten und eine Tagesperformance von +/- 1% zur Regelmäßigkeit gehört, kannst du dir schnell ausrechnen, was mit deinem Konto passiert, wenn -1% Marktentwicklung Realität geworden sind. Bezogen auf den DAX sind das in unserem Beispiel -105 Punkte.

Hast du zuvor 1 CFD gekauft sind das -105 € (Buch-)Verlust und dein Kontostand bzw der Liquidationswert deines Kontos beträgt 895,- EUR. Mit einem Trade hast du einen Verlust von aktuell 10% riskiert. Machst du das noch 9 weitere Mal droht der Margin Call und der Broker macht das Konto dicht.

Bei 10 gekauften CFDs kannst du dir nun leicht errechnen, dass der besagte Margin Call bereits eingetreten ist. Denn 10 x 105 sind mehr als dein Konto zugelassen hätte.

Weißt du, welche 7 kritischen Fehler dein Tradingkonto gefährden?






Wie kannst du dich vor Überhebelung schützen?

Damit das letztgenannte Szenario nicht eintritt musst du dir Gedanken über eine angemessene CFD Positionsgröße machen, die deinem Kontostand und deinem Handelsstil entsprechen. Mittlerweile bieten viele Broker den Kauf von weniger als 1 CFD an (z.B: 0,1 CFD), sodass du auch mit kleinem Startkapital anfangen kannst.

Eine gängige Traderregel lautet:

„Riskiere nie mehr als 2% deines Kapitals pro Trade.“

Diese Regel erlaubt dir insgesamt 50 Fehltrades am Stück, bevor dein Konto leer ist.

Bezogen auf die 1000 EUR Kapital aus unserem Beispiel musst du bei einem Buchverlust von -20 € den Trade schließen. Entweder manuell, via Hedging oder Stop Loss.

Im nächsten Schritt musst du dir überlegen, welche Strategie bzw welchen Handelsstil du überhaupt praktizieren willst. Wenn dein Trading auf Swing-Trading ausgelegt ist und du ein Ziel von mehreren 100 Punkten anvisierst, dann ist die Wahl von >1 CFD nicht geschickt. Bei einem Rücksetzer des Marktes bist du dann sehr schnell ausgestoppt.

Es ist also sinnvoll, eine kleinere CFD Positionsgröße zu wählen, z.B. 0,5 CFD. Damit hast du dir schon 40 Punkte Verlusttoleranz geschaffen.

 

Nutze diese Trading Tipps

 

So wählst du für dein Tradingkonto die richtige CFD Positionsgröße

Um nicht überhebelt in den Markt zu gehen, kannst du diesen einfachen Plan verfolgen:

  1. Betrachte deinen aktuellen Kontostand (z.B. 1000,- EUR) und berechne davon 2% (20,- EUR).
  2. Überlege dir, welches Setup du Traden willst (Welche Zeiteinheit im Chart, Scalp- oder Swingtrade).
  3. Wähle auf Basis von Punkt 1 und 2 die CFD Größe, die in gesunder Balance zu der 2% Verlusttoleranz steht.

Es liegt selbstverständlich an dir, ob du die 2%-Regel ganz genau ausführst oder ob du leichte Abweichungen zulässt, denn nur du bist für das Ergebnis deines Tradings verantwortlich!

Generell musst du bei jedem Trade instinktiv wissen, ob eine gesunde Chance-Risiko-Basis gegeben ist. In so einem Fall sollte dein Target (Take-Profit-Ziel) größer als dein errechnetes Verlustpotenzial (2%) sein.

Gerne kannst du dein Modell oder deine Fragen mit Hilfe der Kommentarfunktion unter diesem Artikel (vor-)stellen.

Viel Erfolg!

 

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