Der Ausbruchshandel lässt dich mit nur wenigen Punkten in kürzester Zeit schnell und aktiv traden. Wie du trotz negativem Chance-Risiko-Verhältnis profitabel handeln kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

 
 
Welche Marktphase handelst du? Ausbruch? Bewegung? Oder Trend? Um dir die Unterschiede der 3 Phasen begreiflich zu machen, habe ich für dich folgende Skizze angefertigt.

Je nachdem welche der drei Phasen du handelst, musst du dir über die unterschiedlichen zeitlichen und mentalen Anforderungen im Klaren sein.
 
Chart
 
Wir haben in diesem Beispiel einen (hier nicht sichtbaren) übergeordneten Abwärtstrend und die aktuelle Abbildung zeigt, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Die Ziffer 1 signalisiert einen lokalen Hochpunkt, die Ziffer 2 den lokalen Tiefpunkt und den Beginn einer Korrektur, Punkt 3 beendet die Korrektur und eröffnet eine neue Bewegung in alter Trendrichtung. Für unsere Einstiege in allen der drei verschiedenen Phasen sind die Punkt-2-Ebenen maßgeblich.

Einen schönen Satz, den ich in einem der Bücher „Der Händler“ von M.Voigt gelesen habe und der seit dem an einem meiner Bildschirme klebt lautet:  „Was bist du dir wert?“

Damit rufe ich mir täglich in Erinnerung, nicht jeden Sch… zu traden, sondern nur solche Setups, die zu mir und meinem System passen. In der Praxis bedeutet das für mich: Trade die Handelsrichtung, die dem übergeordneten Trend entspricht (in diesem Beispiel Short).

Wenn wir uns noch einmal an die drei Phasen Ausbruch -Bewegung -Trend erinnern, stellt der Ausbruch die kürzeste Dauer des Trades dar.
 
Beim Ausbruchshandel liegen in der Regel nur wenige Sekunden bis Minuten zwischen Trade-Eröffnung und -Schließung.

Aus dem o.g. Chart wissen wir, dass wir unseren Short-Einstieg unter dem lokalen (Tief-)Punkt 2 festlegen.

Doch warum ist der Punkt 2 so wichtig?

Chart

Hier blasen sprichwörtlich die meisten Trader ins gleiche Horn. An diesem Punkt liegen zum einen die Stopps der Long-Trader. Da die Unterstützung (Punkt 2) gebrochen wird, werden die Longs glattgestellt, in dem neue Shorts gekauft werden.

Die Nachfrage nach Shorts wird aber nicht nur durch die Stopps der Long-Trader befeuert, sondern auch durch die Neueröffnung von Short-Tradern, da auch diese den Durchbruch durch Punkt 2 als Chance für einen weiteren Kursrutsch sehen.

In der Folge sind diese „Ausbrüche“ oft mit hohem Volumen und schnellen Bewegungen verbunden, da hier die Marktteilnehmer im Orderbuch auf der selben Seite stehen.
 

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Wie findest du neben dem Einstieg einen vernünftigen Stop-Kurs und einen Take-Profit?

 
Wir wissen nun, dass der Einstieg knapp unter den Punkt 2 gesetzt wird. Und ab jetzt wird alles anders, als du es bisher vielleicht gelernt hast.

In den gängigen Lehrbücher heißt es: Trade nur solche Setups, die ein positives Chance-Risiko-Verhältnis zulassen. Zum Beispiel, Kauf 9000, Stop-Loss 8850, Take-Profit 9100.

Diese Regel macht auch durchaus Sinn, ist aber für den klassischen Ausbruchshandel absolut nicht zielführend.

Denn beim Ausbruchshandel haben wir eine ideale Trefferquote, wenn wir den Take-Profit so nahe wie möglich an das Einstiegslevel setzen. Es gibt Trader, die nur auf einen einzigen Punkt aus sind!

Die Frage muss lauten: Wie nahe setze ich mein Limit, um dem Markt eine äußerst geringe Chance zu geben, vorher zu drehen.

Macht es bei so einer geringen Spanne zwischen Einstieg und Take Profit Sinn, den Stopp-Kurs im selben Verhältnis wie den TP zu setzen?

Nein! Auf keinen Fall!

 

Hier unterscheidet sich der Ausbruchshandel immens von den gängigen Handelsstrategien.

Du kannst den Stop Loss nicht bloß 1, 2 oder 3 Punkte/Pips vom Einstiegskurs entfernt platzieren, denn die Gefahr des Ausstoppens ist auf Grund des „Marktrauschens“ viel zu groß.

Sinnvollerweise platzierst du den SL knapp über den Punkt 3, was letztendlich wie folgt aussieht:

Chart3

Dir wird nun klar, dass diese Konstellation gegen alles spricht, was du bisher über Chance-Risiko-Verhältnisse gelernt hast, denn dieses CRV ist negativ!

ABER:

Wenn der Trade sich nicht mit der erhofften Dynamik entwickelt, dann macht es Sinn, nicht die komplette Position dem SL zu überlassen, sondern diese Stück für Stück manuell abzubauen.

Eine weitere Möglichkeit der Risikoreduzierung ist das Aufsuchen eines Punkt 3 in einer niedrigeren Zeiteinheit. Handelst du einen Punkt 2 im 1h-Chart, dann suche dir bspw. einen Punkt3 für deinen SL im 10-Min-Chart. Damit ist der SL näher am Kurs und dein Verlustpotenzial geringer.

 

Was macht den Ausbruchshandel im Trading überhaupt reizvoll?

Nun ja, wir wissen, dass wir im Idealfall schnell in den Take-Profit kommen, da uns nur wenige Punkte/Pips ausreichen und dass die Wahrscheinlichkeit, mit wenigen Punkten ans Ziel zu kommen größer ist, als bei einem Swing-Trade, wo wir eine längere Strecke handeln.

Trotzdem ist die Bewegung einer Kerze, zum Beispiel im 5-Min-Chart von teils heftigen Hin- und Her-Bewegungen geprägt, sodass es durchaus zu kurzen Korrekturen (in unserem Fall nach oben) kommen kann, ehe die Trendrichtung fortgesetzt wird.

Um das Abfischen des Stops zu Umgehen, wird der SL also verhältnismäßig weiter weg gesetzt, als der Take-Profit auf der anderen Seite.

 

Wie viele Gewinntrades brauche ich, um einen Verlusttrade auszugleichen?

Mitunter eine ganze Menge! Wenn du regelmäßig „nur“ 2 Punkte Gewinn pro Trade einfährst, aber deinen SL 10 Punkte vom Einstiegskurs entfernt platzierst, dann brauchst du mindestens 5 Gewinntrades.

 

Welches Instrument ist denn nötig, um mit 2 Punkten etwas bewegen zu können?

Am besten eignen sich für den Ausbruchshandel klassische Futures. Da aber nicht jeder ein entsprechend großes Depot hat, ist es auch mit CFDs machbar. Berücksichtigen sollte man dann aber, dass der ein oder andere Broker als Market-Maker auftritt und seine Kurse eigenständig stellt. Das kann ein Problem sein, muss es aber nicht, speziell bei vertrauensvollen Brokern mit gutem Ruf.

Wenn du mit CFDs arbeitest, musst du bei diesem Handelsstil natürlich eine größere Menge ordern, als bei einem gewöhnlichen Swing-Trade.

Aufpassen musst du auch bei der sauberen Ausführung der Order. Denn wenn dein Broker deine Limitorder 2 Punkte später ausführt als geplant, du aber generell nur 1 Gewinnpunkt einsammeln wolltest, dann machst du in Summe 1 Punkt Verlust.
 
 

Fazit:

 
Der Ausbruchshandel bietet die Möglichkeit, in kurzer Zeit einen eingegangenen Trade wieder zu beenden. Anders als beim Handeln von Bewegung oder Trend haben wir beim Ausbruchshandel aber ein negatives Chance-Risiko-Verhältnis.

Dafür ist die Wahrscheinlichkeit, eine Trefferquote nahe bei 100% zu erreichen, durchaus realistisch und gleichzeitig auch notwendig.

Wichtig zu wissen ist aber, dass es sich nicht einfach nur um ein schnelles „Rein-Raus“ handelt.

Der Handel des Ausbruchs bedeutet zusammengefasst, sich die Markt-Orders der ausgelösten Stopps zu nutze zu machen.

Der Erfolg dieser Strategie wird nicht durch 2 oder 3 Trades sichtbar, sondern über eine Vielzahl an Trades und der immer wieder aufgebrachten Disziplin des Traders, alle genannten Regeln zu beachten und anzuwenden. Sofern dies geschieht, bietet der Ausbruchshandel eine schöne Möglichkeit des beständigen und duplizierbaren Handels.

Du kannst diese Art des Handels einfach über ein Demokonto oder real mit angepassten Positionsgrößen testen. Denke aber immer dran: Derivate sind spekulativ und können zu Verlusten führen.

Wenn du dich tiefergehend mit dem Ausbruchshandel befassen möchtest, empfehle ich dir das große Buch der Markttechnik von Michael Voigt.

Viel Erfolg weiterhin bei all deinen Trades!

 

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4 KOMMENTARE

  1. Netter Ansatz! Ich werde das mal testen, da mir das Aushalten eines langen Trends oder manchmal auch nur der Bewegung in höherer Zeitebene schwer fällt. Zu oft möchte ich den Gewinn frühzeitig festmachen!

  2. Viel Erfolg dabei, Franco!
    Achte darauf, dass dein Broker minimale Spreads anbietet.
    Verfolgen kannst du meinen Ausbruchshandel regelmäßig im Chat.

  3. Hi Tim, Du bist ja mutig, beim Ausbruch den Stop auf die letzte drei zu setzen. Ich bin auch auf der Suche nach der richtigen Risko im Geld-Strategie. Ich hatte auch schon einige Ideen den latenten pull back beim Ausbruch zu hedgen. Vielleicht sollten wir uns mal auf der Tonspur austauschen.
    Grüße
    DM

    • Hi Danny,

      dass ist das spezielle beim Ausbruchshandel. Sofern du eine exorbitant hohe Trefferquote hast, kannst du die 3 für den Stop nutzen. Hast du die nicht, geht es schief!

      Du kannst die 3 auf einer niedrigeren Zeiteinheit suchen.

      Viele Grüße und gutes Gelingen!
      Tim

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