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Automatisierter Handel – Vorteile und Nachteile

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Automatisierter Handel bezeichnet algorithmenbasiertes Trading mittels Computer. Wie läuft das genau ab und wie steht es um die Erfolgschancen?

Automatisierter Handel im Day Trading? Zugegeben, ich war lange Zeit kein Freund vom Computertrading und sogenannten Expert Advisores. Meine damaligen Mentoren hielten nichts davon und so habe ich diese Einstellung übernommen, ohne diese Ansicht wirklich kritisch zu hinterfragen. Wer ein erfolgreicher Trader sein will, muss den Chart selbst beherrschen, oder?

Jein. Denn bekanntlich führen viele Wege nach Rom und so gibt es im Trading viele verschiedene Trading Setups und Ansätze, die nachhaltig profitabel sind. So gibt es auch Strategien im automatisierten Handel, die erfolgreich sind. Uwe Wagner hat dazu in einem umfassenden Artikel die Statistik zu einem algorithmischen Tradingsetup veröffentlicht und schreibt als ehemaliger Händler der Deutschen Bank, dass speziell große Investmentbanken auf Algotrading setzen.

Eine Statistik der Eurex besagt, dass ca 30% des gesamten Umsatzes durch automatisierten Handel entsteht und dieser Anteil jährlich um ca. 20% wächst. Wie automatisierter Handel abläuft und wie du ihn als privater Trader ebenfalls nutzen kannst, erläutere ich dir nun im weiteren Verlauf.

 

Was ist automatisierter Handel?

Automatisierter Handel ermöglicht das Trading mit Wertpapieren oder Derivaten durch Computerprogramme. Der Trader drückt also nicht mehr selbst den Kaufbutton, sondern überlässt die Ordererteilung seinem Computer. Er hat dabei stets die Möglichkeit, selbst in den Handel einzugreifen, muss es aber theoretisch nicht.

Der Trader gibt dem Computer einen Befehl, wann und wie er einen Trade eröffnen bzw. schließen soll. Der Computer leitet die Order an den Broker weiter und dieser führt die Order aus. Der Vorteil ist, dass dieser Code nur einmal geschrieben werden muss und nicht bei jeder weiteren Order aufs Neue. Die Logik der Algorithmen entwickelt sich dabei stets weiter. So gibt es heute Computerprogramme, die eigene Tradingideen generieren und diese dann Blitzschnell umsetzen. Ein weiteres Beispiel sind Algorithmen, die über gängige Suchmaschinen nach aktuellen Nachrichten oder Trends suchen und daraus resultierend Kauf- oder Verkaufsaufträge in einer zu diesem Thema passenden Aktie, Forexpaar oder Index generieren.

Wer einmal eine funktionierende, codierbare Strategie gefunden hat, hat wie bei manuellem Trading auch, die Möglichkeit, nachhaltige Gewinne einzufahren.

Mit automatisiertem Handel beschreiben wir bis hierhin nur ein Oberthema, welches in verschiedene Kategorien (z.B. High Frequency Trading) aufgegliedert werden kann. Wir werden uns jetzt speziell der Möglichkeit des einfachen Algotradings für private Trader widmen.

 

Wie kann eine algorithmische Strategie aussehen?

Ein Algorithmus ist die eindeutige, ausführbare Folge von Anweisungen mit endlicher Länge zur Lösung eines Problems. Prinzipiell handelt es sich bei einem Algorithmus um eine logische Abfolge von gegebenen Befehlen. Im CFD oder Future Trading könnte der Befehl z.B. lauten: „Wenn der DAX um 10:00 Uhr unter seinem Vortagesschlusskurs notiert, dann eröffne eine Shortposition“. In diesem Beispiel würde der Computer jeden Tag genau eine Order ausführen. Im nächsten Schritt müsste man den Code um eine Zeile erweitern, welche das Closing des Trades befiehlt, z.B: Wenn Buchverlust -20 Punkte, dann schließe den Trade (Stop Loss). Wenn Buchgewinn +20 Punkte, dann schließe den Trade (Take Profit).

Bei dieser einfachen Strategie würde der Computer nun jeden Tag um 10:00 Uhr überprüfen, ob er den Befehl ausführen soll oder nicht. Das macht er so lange, bis der Trade ihn mit neuen Befehlen füttert, oder der Kontostand einen Trade nicht mehr zulässt, weil die Strategie nicht profitabel war.

 

Was sind Nachteile des automatisierten Handels?

Computer werden immer intelligenter. In der Forschung wird mit Hochdruck an verschiedensten Formen künstlicher Intelligenz gearbeitet und auch im Trading werden intelligente Maschinen eingesetzt. Neben aller Intelligenz und Disziplin, die ein Computer mitbringen kann, muss man aber auch beachten, dass eine gewisse Ungenauigkeit im Trading sinnvoll ist. Diese Ungenauigkeit kann von einem Computer gar nicht oder nur ansatzweise bedient werden.

Des Weiteren werden Fehler nicht immer sofort erkannt. Wenn ein Trader nicht am Trading Desk ist und der Computer fehlerhaft ordert, macht er das solange, bis man den Befehl aufhebt oder korrigiert. Solche Unwägbarkeiten können das Konto vernichten.

Neben den (kalkulierbaren) Nachteilen gibt es aber auch eine Menge Vorteile.

 

Was sind Vorteile des automatisierten Handels?

Zugegeben, das so eben gezeigte Beispiel ist nun wirklich kein Grund, diese einfache Tradingentscheidung von einem Computer ausführen zu lassen. Man könnte selbst börsentäglich um 10:00 Uhr in den Chart schauen und entscheiden ob man den Trade macht oder nicht.

Damit sind wir aber auch schon beim ersten Vorteil des automatisierten Handels angekommen. Der Trader kann seine Entscheidung, einen Trade zu platzieren jederzeit überdenken und emotional entscheiden. Sollten die Trades bereits 3 Tage hintereinander mit Verlust geendet haben, wird so mancher Trader an den gesetzten Parametern zweifeln und seinem eigenen Setup misstrauen. So werden gesetzte Marken (SL und TP) versetzt, um ein Abfischen zu verhindern oder es wird aus dem Short ein Long Trade gemacht, weil Superindikator XYZ auf einmal ein Longszenario prophezeit. Der Mensch ist grundsätzlich schwach im Geist und wie wir alle wissen, bestraft die Börse das gnadenlos.

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Anders als der Mensch, kennt ein Computer keine Emotionen. Er folgt stur und stupide dem Befehl, den er bekommt. Damit hat er im Trading einen enormen Vorteil.

Ein weiterer Vorteil ist der mögliche Freizeitwert für den Trader. Wenn ich selbst nicht die ganze Zeit vor dem Bildschirm sitzen muss, sondern jemanden anderes nach meinen Vorstellungen Traden lasse, kann ich die Zeit sinnvoll für andere Projekte oder Freizeitaktivitäten nutzen. Und besonders schick ist, dass ich diesem „Assistenten“ noch nicht mal ein Gehalt zahlen muss:)

Des Weiteren kannst du in die Strategie sämtliche Indikatoren einbauen, die dir lieb sind. Es lassen sich insgesamt beliebig viele Nebenbedingungen schreiben, doch auch hier zählt der Grundgedanke des Tradings: Keep it simple, stupid.

Ebenfalls positiv ist der Fakt, dass jede Strategie vor dem Einsatz des eigenen Geldes anhand von historischen Daten auf einem Demokonto überprüft werden kann. Wenn du eine Strategie testen lassen möchtest, benötigst du zuerst jemanden, der dir den Code schreibt (sofern du nicht selbst Programmierer bist). Dafür kannst du einfach einen Dienstleister engagieren.

Im nächsten Schritt eröffnest du dann ein Konto bzw. Demokonto bei einem Broker deiner Wahl. Achte darauf, dass dieser Broker Software anbietet, die dir das Backtesting von Strategien ermöglicht. Das geht zum Beispiel bei Brokern, die den Meta Trader 4 oder Meta Trader 5 anbieten. Der Meta Trader ist eine geniale, kostenlose Trading Plattform, mit der du vollautomatisiert, halb automatisiert oder manuell bei vielen angeschlossenen Brokern handeln kannst.

Du kannst bei Trading Brokern mittels kostenlosem Demokonto zunächst die Plattform kennen lernen und natürlich auch Backtesting der Strategien betreiben.

 

Wie kann ich eine Strategie überprüfen?

Besonders erfreulich ist, dass jede Strategie, die du entwirfst, anhand historischer Daten überprüft werden kann (Backtesting). Das ist zwar keine Garantie für die Zukunft, jedoch verhalten sich Märkte doch generell nach gleichem Muster, bestehend aus trendigen und nicht-trendigen Phasen mit hoher oder niedriger Volatilität. Damit hast du eine erste Orientierung, ob dein Trading Plan funktionieren kann oder nicht.

Im Meta Trader kannst du ca 5 Jahre rückwirkend testen lassen (abhängig vom Broker) und nach unserer bisherigen Recherche werden dort nicht nur Eröffnungs- und Schlusskurse abgebildet, sondern jeder Tick! Da kommt also eine geballte Menge an Daten zusammen, die ausgewertet werden muss. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, historische Daten zu kaufen und zu importieren.

Ebenfalls musst du beim Backtesting auf die Integration des Spreads achten, den der Broker festlegt. Je nach Strategie kommen schnell 10 – 20 Trades pro Tag zu Stande, bei denen der Broker jedes mal den Spread berechnet. Selbst wenn er beispielsweise beim DAX nur 1 Punkt berechnet, kann dieser eine Punkt das Ergebnis erheblich beeinflussen. Bei Activ Trades wird der Spread glücklicherweise automatisch einberechnet.

Wenn du den Spread in das Ergebnis des Backtestings eingerechnet hast, achte noch auf die Abfuhr der Abgeltungssteuer. Sofern du bei einem Broer handelst, der die Steuer nicht automatische einbehält, muss diese am Ende des Jahres vom Ergebnis abgezogen werden.

Abschließend empfiehlt es sich, neben einem langen Zeitraum auch einzelne, kürzere Perioden zu untersuchen. Es sollten alle Marktphasen einmal getestet werden, um eine höchstmögliche Sicherheit zu erlangen.

Letzter wichtiger Hinweis:

Uns ist aufgefallen, dass ein geschriebener Code zwar im Backtesting sauber umgesetzt wird und präzise Ergebnisse liefert, aber im Live-Handel dann doch nicht alle Befehle umsetzt. So kann es sein, dass ein Stop Loss nicht  nachgezogen wird oder der Take Profit nicht ausgeführt wird. Achte darauf und teste, teste, teste, bevor du mit Echtgeld beginnst.

 

Fazit:

Automatisierter Handel wird sowohl von institutionellen Anlegern, als auch von privaten Tradern genutzt. Da bekanntlich 90% der Trader dauerhaft Geld verlieren und dieser Umstand dem disziplinlosen, emotionalen Handlungen zugeschrieben werden muss, ist der größte Vorteil des automatisierten Handels mit Sicherheit der Faktor Emotionslosigkeit des Computers. Wer eine Idee für eine Strategie entworfen hat, muss diese Idee selbst oder mit Hilfe von Dienstleistern programmieren. Anschließend kann dieser Code mit Hilfe von (kostenlosen) Handelsplattformen wie dem Metatrader überprüft werden.

Automatisierter Handel bedeutet nicht, dass man dem Computer auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, da man stets die Möglichkeit hat, einzugreifen. Es bedeutet auch nicht, dass eine Strategie, die heute funktioniert, im nächsten Jahr immer noch erfolgreich ist. Märkte verändern sich mit der Zeit und dies sollte immer berücksichtigt werden.

 

Du hast bereits Erfahrungen mit automatisiertem Handel gemacht, die diesen Beitrag sinnvoll ergänzen? Dann freuen wir uns über deine Tipps und Anregungen im Kommentarfeld!

 

P.S: Du möchtest ins automatisierte Trading starten? Dann empfehlen wir dir die Starter Box von Algo-Camp.

 

 

 

 

Tim Grueger
Tim ist CEO & Trader bei tradingfreaks.com. Er ist Bachelor of Science (Finance) und hat für zwei große Banken gearbeitet. Tim handelt hauptsächlich das Forex Newstrading, so wie diverse Hedgefunds und Investmentbanken. Du kannst seine Strategie im kostenlosen Webinar sowie im Top Trader Programm einsehen und erlernen. Tim empfiehlt diesen FX- und CFD-Broker. <<<<<<Hier geht es zu Tim´s Trading Story.:>>>>>> Hier geht es zu Tim´s Youtube Videos.:

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