Ein Trading Journal, Tagebuch oder Trading Plan wird von jedem professionellen Trader genutzt. Hier lernst du, wie du es sofort erstellen kannst (+ Beispiel und Software).



Wenn du das hier liest, bist du auf einem guten Weg, um erfolgreicher Daytrader zu werden.

Warum?

Weil die meisten Anfänger (und auch leicht Fortgeschrittene) den Sinn und die Notwendigkeit eines Trading Journal oder Tagebuchs nicht erkennen… und damit niemals erfolgreich werden.

Du allerdings interessierst dich dafür. Das ist wichtig und richtig.

Wir werden in diesem Artikel ein einfaches aber sehr effektives Trading Journal vorstellen.

Ebenso wirst du lernen, was alles in ein Trading Journal integriert werden sollte. Dazu bekommst du ein Muster bzw. Beispiel vorgestellt, was dir als Orientierung dienen soll.

Also lass uns starten!


Warum brauchen Trader ein Trading Journal?

Oft höre ich Einsteiger sagen: Der Broker ist doch mein „Journal“, da ich hier alle Trades in der Historie aufgeführt habe.“

Diese Aussage ist durchaus richtig, nur leider ist die Bereitstellung von historischen Daten nicht hilfreich, wenn man sie nicht zu interpretieren weiß.

Wenn du nur wissen möchtest, ob du nach 100 Trades profitabel bist oder nicht, brauchst du in der Tat kein Tagebuch bzw. Journal führen. Das zeigt dir dein Kontostand schonungslos an.

Wenn du aber wissen möchtest, welches deiner Setups am besten performt, welche Assets den größten Gewinn einbringen, welche Uhrzeit die meisten Gewinner hervorbringt und welche Gedanken dich immer wieder behindern, dann brauchst du definitiv ein Journal.

Ein gutes Trading Journal sollte nicht nur deine aktuellen Handelsdaten erfassen, sondern auch Informationen darüber liefern, was deine Pläne für jeden Trade sind.

Kurzum: Du solltest das Journal immer bei dir haben und bereits VOR Beginn der Order mit dem Ausfüllen beginnen!

Diese Funktion ermöglicht es dir, jeden Trade gut zu überdenken, bevor du den Orderbutton drückst.

Du planst genau, wo du einsteigen möchtest, wie viel Risiko du beim Handel eingehen willst, wo dein Gewinnziel festgelegt wird und wie du den Trade managen wirst.

Mit anderen Worten, das Tagebuch wird für dich zu einer Möglichkeit, deine Gedanken in realen Zahlen festzuhalten und es hat in Summe drei große Vorteile:

1. Weniger Aktionismus und Sinnlos-Trades
2. Einhaltung des Trading Setups bzw der Strategie
3. Lerneffekt durch regelmäßige Nachbetrachtung

Die Floskel „Plane deinen Trade und trade deinen Plan“ macht also durchaus Sinn;)


Der nette Nebeneffekt eines Trading Journals

Ein weiterer wichtiger Nebeneffekt ist die Tatsache, dass du im Laufe der Zeit deine Methodik und deine Strategie überprüfst.

Du wirst sehen, wie gut dein System bei sich ändernden Marktbedingungen abschneidet. Es wird Fragen beantworten:

– Wie hat sich mein System in einem Trendmarkt und verschiedenen Zeitrahmen entwickelt?
– Ist die Platzierung von Stop-Loss und Take Profit zu eng oder zu weit?

Eines der nützlichsten Merkmale des Journals ist die konkrete Hilfe, deine Gewohnheiten von destruktiv hin zu konstruktiv zu ändern.

Wenn du lernst, wie du deinen Trading Plan diszipliniert handelst, wirst du ein höheres Maß an Selbstvertrauen entwickeln und das ist enorm wichtig.

Deine gewinnbringenden Trades werden sich nicht mehr „zufällig“ anfühlen, und deine Verluste werden „geplant“ sein und daher werden sie deine Psyche nicht in einer Weise verändern, die dich nachhaltig belastet.

Ein sehr wichtiger mentaler und emotionaler Faktor beim Trading ist das Selbstvertrauen. Vertrauen ist das Gegenmittel des Angst- und Gierzyklus, in dem viele Trader gefangen sind.

Angst und Gier sind bei den meisten Menschen eine natürliche, fest verankerte Emotion. Irgendwie war es vor Jahrtausenden mal ein nützlicher Schutzfaktor. Doch im Trading ist das so hinderlich wie Pressefreiheit in Nordkorea…

Ein Journal schützt dich also ein Stück weit vor dir selbst und liefert dir das Feedback, um deine Trading-Fähigkeiten zu entwickeln.

Wie du in wenigen Minuten ein eigenes Trading Journal erstellst, besprechen wir jetzt.


In 3 Schritten zum eigenen Trading Journal:

Bevor wir mit der Erstellung beginnen, müssen wir eine Grundsatzfrage klären:

Führen wir das Journal analog oder digital? Natürlich kann ich mir ein Notizbuch nehmen und alles handschriftlich dokumentieren. Allerdings habe ich dann das Problem, dass ich kaum effiziente Auswertungen vornehmen kann.

Ich empfehle daher, mit einer einfachen Excel-Tabelle zu beginnen.

1. Erstelle eine Tabelle mit Excel, Numbers und Co.

Du musst die Dinge zu Beginn nicht verkomplizieren. Halte es einfach und halte die wichtigsten Parameter fest. Das sind zum Beispiel:

– Datum
– Uhrzeit
– Setup/Strategie
– Asset (FX Paar, Aktie,…)
– Ergebnis/Punkte
– Gedanken/Erläuterungen

Nutze gegebenenfalls andere Parameter, die deinem Trading Stil besser entsprechen. Excel bietet dir zudem viele Möglichkeiten der Sortierung und Auswertung.

Ich rate dir dazu, unbedingt deine Gedanken zu protokollieren und zwar möglichst ausführlich. Das wirkt zum einen regelrecht befreiend, zum anderen wirst du dir so bestimmter Verhaltensweisen bewusst und kannst diese abstellen.

Trading Journal Beispiel Muster Excel

2. Speichere das Dokument in einer Cloud

Wenn du mehrere Endgeräte zum Trading benutzt, solltest du auch von jedem dieser Geräte (PC, Laptop, Smartphone) auf das Trading Journal zugreifen können.

Cloudlösungen wie Dropbox oder OneDrive helfen dir dabei.

Du musst ab jetzt wirklich JEDEN Trade, den du gemacht hast, in dem Dokument hinterlegen. Selbst wenn du ihn nach 10 Sekunden wieder beendest, weil er nicht deinem Setup entsprach und du dich gerade selbst geohrfeigt hast.

Es ist der erste Schritt zu einem disziplinierteren Verhalten und die einzige Möglichkeit, deine Performance nahhaltig zu verbessern.

3. Mache wöchentliche Auswertungen

Die meisten Vollzeittrader machen tägliche Reviews. Sie nutzen das Ende des Handelstages für einen Rückblick, eine schonungslose Analyse und eine gleichzeitige Vorbereitung auf den morgigen Handelstag.

Mir ist klar, dass dir die Zeit neben Beruf und Familie fehlt, deshalb ist es in Ordnung, eine wöchentliche Analyse zu machen. Ich nutze dafür gerne Sonntage, denn es ist ein ruhiger Tag ohne Kursgezappel und ich kann mich gleichzeitig auf die kommende Woche vorbereiten.


Alternativen zur Tabelle (Trading Software):

Je nach Zielsetzung deines Vorhabens kannst du auch andere Medien nutzen. Ein nahezu unbekanntes, kostenloses Trading Journal ist tradeinsights.net. Hier kannst du deine Tradehistorie hochladen und erhältst nützliche Auswertungen.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, eine kostenpflichtige Trading Journal Software wie Trading Diary Pro zu nutzen. Bei vielen Anbietern gibt es kostenlose Probezeiten.

Ich finde das für den Anfang jedoch nicht zwingend notwendig.

Eine kostenlose Möglichkeit bietet auch myfxbook.com an. Besonders für FX Trader, die den Metatrader nutzen, macht es Sinn, das Trading Konto mit myfxbook zu verbinden.

Hier werden diverse Kennzahlen wie bestes Asset, beste Tageszeit, Sharpe Ratio, Drawdown, etc. bereitgestellt.

Allerdings gibt es keine Möglichkeit, seine Gedanken umfassend und logisch zu protokollieren, sodass man myfxbook als Ergänzung sehen sollte.


Abschließend noch ein Profi-Tipp für Scalper und Daytrader: Der Videoscreener

Ich nutze immer wieder einen Videoscreener bei Risikoevents und filme sprichwörtlich meinen Chart. Für Trader mit kurzfristiger Trade-Perspektive, die in volatilen zeiten handeln, ist das sehr hilfreich.

Es hat den charmanten Vorteil, dass ich meine Gedanken, insbesondere Ideen und Ängste, aussprechen kann. Ebenso sieht man das Kursgeschehen und kann es im Nachgang noch einmal analysieren.

Es gibt kostenlose Videoscreener und kostenpflichtige. Hier ist Google dein Freund und zeigt dir eine Auswahl mit entsprechenden Bewertungen. Es kann manchmal vorkommen, dass die Software deine PC-Leistung beeinträchtigt. Das ist bei Risikoevents natürlich schlecht. Nutze in diesem Fall idealerweise verschiedene Hardware. Trading am PC und Screening am Laptop, oder umgekehrt.

Trading Plan Muster als Download (PDF)

Neben einem Trading Journal haben wir auch einen Trading Plan als Mustervorlage erstellt, die du gerne nutzen kannst.

Hier geht es gezielt darum, die richtigen Parameter für eine Trading Strategie zu ermitteln und sein Verhalten pro Trade zu dokumentieren.

Er kann auch als Ergänzung zu einem Journal geführt werden.



Fazit:

Ein Trading Journal ist und bleibt ein elementar wichtiges Tool für Trader. Du wirst nur erfolgreich, wenn du Fehlerquellen und schlechte Strategien identifizierst und entsprechend abstellst.

Ein Tagebuch oder Journal muss nicht „fancy“ und mit nutzlosen Funktionen überladen sein. Viel wichtiger als einzelne Performance Kennzahlen finde ich die schonungslose Dokumentation deiner Gedanken.

Die Schwierigkeit liegt nicht darin, ein Trading Journal oder andere Arten von berichten zu erstellen, sondern diese diszipliniert, Tag für Tag, Jahr für Jahr, zu nutzen.

Es liegt also wie immer an dir;)

Welche Ergänzungen hast du für uns oder welche Tools nutzt du? Nutze die Kommentarfunktion!



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