Die meisten Charttechnik Indikatoren funktionieren nicht. Doch wenn wir auf einen Indikator achten, dann auf denjenigen, auf den die meisten Marktteilnehmer achten. Hier erfährst du welches Tool ganz vorne dabei ist.

 

Der vielleicht beliebteste Charttechnik Indikator ist der gleitende Durchschnitt, auch Moving Average genannt.

Du wirst ihn bestimmt schon einmal in der einen oder anderen Chartanalyse gesehen haben. Es ist diese kuriose Linie, die sich in der Mitte des Charts tummelt, sozusagen der Diplomat unter den Bars und Trading Kerzen.

In diesem Beitrag geht es speziell um den EMA200 (oder ist es „die“ EMA?). EMA steht für Exponential Moving Average.

Bevor wir auf der/die/das EMA zu sprechen kommen müssen wir noch den SMA (Simple Moving Average) erläutern.

Der SMA gilt als die einfachste Methode zur Berechnung des gleitenden Durchschnitts. Dabei werden die 200 letzten Kurse addiert und dann durch 200 geteilt, wobei  alle zur Berechnung herangezogenen Kurse die gleiche Gewichtung haben.

Die Ermittlung des EMA erfolgt ähnlich. Im Unterschied zum SMA werden beim EMA die jüngeren Kurse stärker ins Gewicht fallen, weshalb dort schneller auf den Wechsel eines Trends reagiert wird.

An dieser Stelle soll die Erläuterung aber auch genug sein, wichtiger ist für uns schließlich, dass wir einen Weg finden, um dieses Hilfsmittel erfolgreich einzusetzen.

 

Folgende Strategie kann man anwenden:

  • Du suchst dir einen Basiswert, z.B. Index, Aktie oder Forexpaar
  • Betrachte diesen Wert im Tageschart (eine Kerze=1 Tag, nicht intraday!)
  • Stelle dir in deinem Chartprogramm den EMA ein und setze den Wert auf 200
  • Nimm aus den vielen Basiswerten nur solche in die engere Auswahl, bei denen der Kurs die EMA seit mehreren Wochen oder Monaten nicht mehr berührt hat
  • Selektiere des Weiteren solche Werte, bei denen der Kurs nahe an die EMA herangekommen ist
  • Positioniere dich ein paar Punkte über/unter der EMA für einen Einstieg (Wenn long, dann drüber, wenn short, dann drunter)
  • Du sicherst den (möglichen Einstieg) mit einem StopLoss unter/unter der EMA ab.

 

So könnte ein Setup beispielsweise aussehen. Man spekuliert auf einen Rebound an der 200-Tage-Linie. Hier beendet der Kurs seine Korrektur und folgt wieder dem übergeordneten Trend.

Ob du nur eine paar Punkte einfahren, die ganze Trendbewegung ausreizen oder eine Kombination aus beidem anstreben möchtest, obliegt fanz bei dir und deiner Traderveranlagung.

Ob es zu dir passt hängt von deiner zeitlichen Präferenz und deinem Moneymanagement ab. Für einen Scalper ist dieses Setup natürlich nicht interessant, da dieser intraday nur wenige Punkte herausschneidet.

Wenn du aber eine Position über Tage oder Wochen handeln möchtest, ist diese Vorgehensweise durchaus interessant.

 

Zuletzt konnte ich im DAX mit genau dieser Vorgehensweise ca 200 Punkte in wenigen Stunden machen.

 

ema200

Hier sieht man sehr schön, dass die EMA lange Zeit nicht mal in der Nähe des Kurses lag, was dem starken Aufwärtstrend des DAX geschuldet war. Nun sieht man, dass der Kurs vor zwei Tagen die EMA kurz angetippt hat, um dann ein paar Hundert Punkte nach oben zu schießen. Diese Situation habe ich, wie viele andere Trade, positiv für mich nutzen können.

Man kann durchaus behaupten, dass die EMA200 im Tageschart eine gewisse Anziehungskraft hat. Demnach positionieren sich hier überwiegend viele Marktteilnehmer für einen Einstieg.

 

Vorsicht aber bei der Absicherung!

Dein Stopp Loss darf nicht zu dicht an der Linie liegen. In diesem Chart sieht man, dass die EMA für kurze Zeit um gut 20 Punkte unterschritten wurde. Blöd wenn dein SL dort abgefangen worden wäre.

Generell kann man die EMA auch als Orientierung benutzen. Notiert der Kurs aktuell unter der 200-Tage-Linie, spricht man von einem Bärenmarkt (Shortmodus). Befindet sich der Kurs über der Linie, von einem Bullenmarkt.

Ebenso wissenswert ist, dass es nicht ausreicht, wenn der Kurs nur mal für eine Stunde den Rebound besteht, sondern der Tagesschlusskurs (siehe oben) über der Linie notiert.

Auch bei diesem Charttechnik Indikator gibt es keine 100% Trefferquote, sondern ebenso gut Fehlsignale. Ich persönlich nutze diese Linie nur, wie beschrieben, im Tageschart und mit Ausnahmen im Stundenchart.

Natürlich kannst du die EMA oder SMA auch im Stunden- oder Minutenchart nutzen. Für mich persönlich entstehen die zuverlässigsten Signale aber erst im Tageschart.

Wie du aus vorherigen Artikeln weißt, geht es beim Trading darum, ein duplizierbares Setup zu finden bei der man gelassen und emotionslos handeln kann.
Wenn du noch auf der Suche nach einem Setup für dich bist, kannst du diese Strategie auf einem Demokonto testen und gemäß deinem Risk- und Moneymanagement anpassen und erweitern.

 

1 KOMMENTAR

  1. […] Der Exponential Moving Average ist ein gleitender Durchschnitt, der die letzten 200 Tage eines Kurses “glättend” abbildet. Es handelt sich um den Mittelwert vergangener Betrachtungsperioden. Du kannst den EMA200 in jeder Zeiteinheit wählen, aber das macht meiner Meinung nach keinen Sinn. Ich nutze diesen Indikator frühestens ab dem 4-Stunden-Chart. Hier habe ich einen ausführlicheren Beitrag. […]

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