Wie entwickelt sich der EURUSD in den nächsten Wochen? Hier habe ich eine fundamentale und eine technische Analyse für dich.

 

Der Euro hatte einen starken Sommer. Der EURUSD ist von ca. 1,11 im Juni bis auf 1,19 im August gestiegen. Seitdem befinden wir uns in einer kleinen Konsolidierung, die aber schon bald beendet sein könnte.

Mit dem Ende des Sommerlochs, was auch im meistgehandelten FX Paar zu spüren war, erhoffen wir uns in Kürze neue Impulse.

Welche Treiber hinter dem starken EUR stehen, wie die EZB den EUR sieht und welche technischen Kennzahlen zu beachten sind, schauen wir uns jetzt an.

 

Fundamentale Betrachtung des EURUSD

Im Forexhandel spielen die Zentralbanken eine wichtige Rolle. Sie sind der Haupttreiber für die Entwicklung einer Währung. Das liegt hauptsächlich am zugrundeliegenden Leitzinsniveau. Das Zinsniveau ist wiederum von Indikatoren wie Inflation, Arbeitsmarkt und Wirtschaftsstärke abhängig. Wenn ich mich auf diese Kennzahlen stütze, ist der EUR eigentlich schwach und der USD stark, da der Leitzins in der Eurozone bei 0,00% liegt und in den USA bei 1,25%. Für Investoren ist der USD als Geldanlage somit interessanter.

Neben dem Zinsniveau gibt es aber weitere Faktoren, die beachtet werden müssen und hier spielt das politische Risiko eine große Rolle. So sind die USA seit einigen Wochen und Monaten in nationale und internationale Konflikte verwickelt, was Investoren tendenziell abschreckt. Die zu Jahresbeginn angekündigte dritte Zinserhöhung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit im Dezember kommen. Auch dieses Szenario ist also schon eingepreist.

Last but not least werden an den Märkten immer Zukunftserwartungen gehandelt. Einer der maßgeblichen Gründe für den starken EUR ist das mögliche Ende des Anleihekaufprogramms durch die EZB im Dezember. Die Marktteilnehmer wissen bereits, dass Draghi mit seinen rethorischen Fähigkeiten versuchen wird, den EUR niedrig zu halten. Genau das sorgt seit einigen Wochen dafür, dass jede eigentlich neutrale Aussage vom Markt bullisch aufgenommen wird.

Sollten in naher Zukunft auch die Inflationsdaten besser als erwartet ausfallen, dürfte der EUR neue Hochs erklimmen.

 

Charttechnische Betrachtung des EURUSD

Ein Blick in den 4-Stunden-Chart des EURUSD zeigt uns, dass wir noch innerhalb des Trendkanals sind. Erst bei Verlassen dieser Zone und einem möglichst volumenstarken Ausbruch über 1,1830 bieten sich gute Longchancen bis zum Jahreshoch bei 1,1910 und anschließend die magische 1,2000.

Spätestens bei 1,2000 rechnet der ein oder andere Analyst mit Gewinnmitnahmen und entsprechender Rethorik durch die EZB. Ein bewusstes Intervenieren (so wie es die SNB macht) passt hingegen nicht zu den Vorstellungen und Werten der EZB.

EURUSD Forex ChartQuelle: https://www.tradingview.com

 

Auf der Unterseite bietet die untere Trendkanallinie, aber auch der EMA200 (blaue Linie) Unterstützung. Der übergeordnete Trend ist gemäß Tageschart und 4h Chart weiterhin Long.

Das Sentiment kann durch die Zentralbanken oder politische Faktoren sehr schnell drehen. Das nächste große Highlight für den EUR wird die Wahl in Deutschland im September sein.  Aktuell preisen die Märkte einen Sieg Merkels ein, was positiv für den EUR ist. Aber die Wahl 2016 in den USA war ja angeblich auch eine klare Sache…

Viel Erfolg!

Tim

 

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