Mit welchem Trading Stil verdienst du mehr? Welche Ergebnisse sind mit Daytrading oder Swingtrading erzielbar? In diesem Beitrag erfährst du das Ergebnis.

 

Um am Markt bestehen zu können, müssen Händler an vielen Parametern im Rahmen des Trading Prozesses konstant arbeiten. Dazu gehören Strategie, Risikomanagement, Fachwissen, Psychologie, u.v.m.  Ebenso müssen persönliche Umstände wie zeitliche Ressourcen berücksichtig werden.

Viele Trader wissen auch nach einigen Jahren noch nicht, welche Strategie oder welcher Stil der richtige ist. Dabei vergessen sie oft ein wichtiges Wort in dieser Fragestellung. Die korrekte Frage, die sich Trader stellen müssten, lautet: Welcher Stil ist der richtige für MICH?

Oft erreicht mich die Frage: „Welcher Trading Stil ist besser? Daytrading oder Swingtrading?“

Diese Frage lässt sich nicht mit einem Satz beantworten. Deshalb werde ich in diesem Beitrag auf die beiden Trading Stile eingehen und dabei Gemeinsamkeiten, Unterschiede und erzielbare Resultate aufzeigen. Am Ende des Beitrags hast du dann einen Plan, um für dich selbst ermitteln zu können, welcher Ansatz für dich kompatibel ist.

 

Unterschied zwischen Daytrading und Swingtrading:

Wer nach Definitionen für die einzelnen Handelsansätze sucht, findet viele, teils unterschiedliche Ausführungen. Auf mancher Webseite liest man, dass Swingtrading ein Teil des Daytradings sei, doch ich werde es klar abgrenzen und einer eigenen Rubrik zuordnen.

Generell unterscheiden wir drei Trading Stile:

  • Scalping
  • Daytrading
  • Swingtrading

Die drei Ansätze werden maßgeblich durch die zeitliche Komponente geprägt und unterschieden.

Beim Scalping handelt es sich um äußerst kurzfristiges Trading mit teils hohem Hebel. Der Scalp Trader hält eine Position oft nur für wenige Sekunden oder Minuten. Er ist mit 5-10 Punkten zufrieden und nutzt dafür einen teils hohen Hebel.

Der klassische Daytrader schließt seine Position zum Ende des Handelstages. Daher auch sein Name. Es ist aber auch durchaus üblich das eine Position nach wenigen Stunden oder nach 1-2 Tagen geschlossen wird. Sein Punkteziel beträgt in der Regel 20-50 Punkte, je nach Asset. Der gewählte Hebel ist dadurch kleiner als beim Scalper.

Der Swingtrader hat von allen drei betrachteten Ansätzen die meiste Zeit. Er hält eine Position für wenige Tage bis hin zu mehreren Wochen. Sein Punkteziel ist größer als bei den beiden anderen Stilen und sein Hebel entsprechend geringer.

Ist der Swingtrader den beiden anderen Stilen somit überlegen? Wir nähern uns der Antwort mit einem Blick auf das Risikomanagement.

 

Daytrading oder Swingtrading: Unterschiedliches Risikomanagement

In der Beschreibung der unterschiedlichen Stile sollte dir bereits aufgefallen sein, dass die zeitliche Komponente der treibende Faktor in der Unterscheidung ist. Es dürfte klar sein, dass ein Trader, der in einem Forexpaar oder einem Index ein Take Profit von 5 Punkten wählt, schneller sein Ziel erreicht hat, als ein Trader, der 100 Punkte erzielen möchte.

Aus den unterschiedlichen Zielen ergibt sich ein unterschiedliches Risikomanagement. Wichtig ist, dass das Chance-Risiko-Verhältnis sauber berechnet wird.

Nehmen wir an, wir haben einen Scalper, einen Daytrader und einen Swingtrader. Alle haben einen Kontostand von 10.000 EUR, wählen ein CRV von 1 und wollen maximal 1% pro Trade riskieren. Als Asset wählen sie den DAX via CFD. Der Scalper will 10 Punkte erzielen, der Daytrader 50 Punkte und der Swingtrader 200 Punkte.

Welcher Parameter bestimmt nun das jeweilige Risikomanagement der Trader?

Es ist die Positionsgröße, also die gewählte Stückzahl der DAX Kontrakte.

In der Praxis sieht das dann wie folgt aus:

  • Der Scalper wird 10 CFDs kaufen und den SL 10 Punkte vom Entry entfernt positionieren
  • Der Daytrader wird 2 CFDs kaufen und den SL 50 Punkte vom Entry entfernt positionieren
  • Der Swingtrader wird 0,5 CFDs kaufen und den Stop Loss 200 Punkte vom Entry entfernt positionieren.

 

Ist dir anhand des Beispiels klar geworden, dass nicht nur das Risiko bei allen drei Handelsansätzen identisch ist, sondern auch der potenzielle Ertrag?

Damit können wir schon die Frage beantworten, ob sich mit Daytrading oder Swingtrading mehr Geld verdienen lässt. Um es nochmal deutlich zu machen:

Mit allen genannten Trading Stilen kann ich gleichviel Geld verdienen aber auch verlieren. Wichtig ist ein sauberes Risikomanagement, denn in erster Linie sollte es für Trader immer darum gehen, das Konto bestmöglich zu schützen. Der Hebel und damit verbunden die Positionsgröße spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Aber auch das Momentum kann eine entscheidende Rolle spielen. Daytrader und insbesondere Scalper leben von einem hohen Momentum im Markt. So können Ausbrüche oder marktbewegende News gut verarbeitet werden. Ruhige Phasen sind hingegen Gift für kurzfristiges Trading. Dem Swingtrader ist es unter Umständen egal, da er einen kompletten Trend mitnehmen möchte. Er weiß, dass dazu auch zwischenzeitliche Korrekturen gehören und sieht diesen Moves gelassen entgegen.

Im nachfolgenden Chart werden die tendenziellen Einstiege und Zielzonen einmal grafisch festgehalten. Sie dienen als Orientierung und nicht als heiliger Gral.

Scalp Trading Stil

Am Punkt x1.1 positioniert sich der Swingtrader, da er innerhalb des Abwärtstrends eine möglichst lange Strecke mitnehmen möchte (bis zum Punkt x1.2).

Am Punkt x2.1 und x3.1 positionieren sich Daytrader und Scalper, da hier mit einem volatilen Move nach unten zu rechnen ist (Tiefpunkt des Vortages). Dem Scalper reichen hier 10 Pips aus (x3.2), dem Daytrader 25 Pips bis zur Trendkanalunterseite (x2.2).

Wie erwähnt handelt es sich dabei lediglich um mögliche Zielzonen, die noch einmal die unterschiedlichen Perspektiven verdeutlichen sollen.

Wenn du wissen möchtest, welchen Trading Stil du nutzen solltest, darfst du also nicht die Frage nach dem möglichen Ertrag stellen, sondern schauen, welcher Ansatz am besten zu dir und deinen Eigenschaften passt.

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Daytrading oder Swingtrading: Was passt zu dir?

Wer seine Trading Strategie oder seinen Handelsstil noch nicht gefunden hat, sollte seine bisherigen Trades rückwirkend analysieren. Dabei helfen Fragen, wie:

  • Fällt es mir leicht oder schwer, Trades über mehrere Tage zu halten?
  • Wie viel Zeit kann ich tagsüber aktiv vor dem Bildschirm verbringen?
  • Welches Finanzinstrument kenne ich gut und möchte ich nutzen?

Du musst verstehen, dass deine Charaktereigenschaften deine Trader-Persönlichkeit enorm beeinflussen. Ungeduldige Menschen tuen sich gegebenenfalls schwerer, einen Trade über mehrere Tage und Wochen zu halten, besonders wenn der Trade erstmal ins Minus läuft.

Ein Trader, der beruflich stark eingebunden ist und seine Zeit vor dem Bildschirm abrupt unterbrechen muss, kann ein Setup für einen Scalptrade vielleicht nicht so schnell identifizieren und kriegt keinen guten Kurs (bei 5-10 Punkten Target ist das wichtig!).

Dein Ziel muss es sein, den Stil zu finden, bei dem du dich wohlfühlst, der zu den beruflichen und familiären Gegebenheiten sowie deinem Fachwissen passt. Dazu musst du viel ausprobieren, dokumentieren und analysieren.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!

Gruß

Tim

 

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