Start Trading Fachwissen Put-Call-Ratio: Wie kann ich es im Trading nutzen?

Put-Call-Ratio: Wie kann ich es im Trading nutzen?

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In diesem Beitrag lernst du, was das Put-Call-Ratio ist und wie du es ermitteln kannst. Außerdem erfährst du, wie du es im Trading nutzen kannst.

Der Handel mit Optionen ist sowohl unter institutionellen Investoren als auch Privatanlegern sehr beliebt.

Wichtig ist dabei, dass Put-Call Ratio zu verstehen.

Was ist das Put Call Ratio bei Optionen?

Das Put-Call-Ratio bildet das relative Handelsvolumen von Put- und Call Optionen auf einen bestimmten Basiswert ab. Dies wird oft als Instrument zur Bewertung von Basiswerten und der gegenwärtigen Marktstimmung genutzt. Hier erfährst du alles weitere.

Die Basiswerte können dabei Aktien, Währungspaare, Rohstoffe, Indizes, Anleihen und ähnliche Finanzprodukte sein.

Je nach Basiswert kann die Qualität des Put-Call-Ratio unterschiedlich ausfallen. Prinzipiell gilt, je größer das Handelsvolumen und die Anzahl der Kontrakte, desto verlässlicher ist das Put-Call-Ratio.

 

Definition Optionen

Was sind Optionen?

Mit dem Kauf einer Option erkaufst du dir das Recht, einen bestimmten Basiswert (Aktien, Währungspaare, Rohstoffe etc.) zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem vorab definierten Preis entweder zu kaufen oder zu verkaufen. Optionen ermöglichen es, auf den zukünftigen Wert eines Markts zu spekulieren. Dies gibt einem das Recht, verpflichtet aber nicht dazu, den Markt zu einem festgelegten Preis am oder vor einem festgelegten Datum zu handeln.

Eine Call-Option ist ein Derivat, das dem Käufer das Recht verleiht, einen Basiswert zu einem vorab definierten Preis (auch bekannt als Ausübungspreis) zu kaufen. Das Datum, an dem oder bis zu dem das Recht ausgeübt werden kann, ist festgelegt. Dieser Zeitpunkt wird auch Verfallsdatum genannt.

Eine Put-Option ist ein Derivat, das dem Käufer das Recht verleiht, einen Basiswert zu einem vorab definierten Preis zu verkaufen. Auch hier ist das Verfallsdatum bereits festgelegt. Der Trader wettet dabei auf einen sinkenden Kurs, er geht also gewissermaßen Short.

 

Was ist der Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen?

Optionen sind standardisiert in Bezug auf Basiswert, Kontraktgröße und Laufzeit. Sie werden von einer Terminbörse wie beispielsweise der Eurex eingeführt. Bei Optionsscheinen handelt es sich um Wertpapiere mit eigener WKN. Die Optionsscheine werden von einer Bank emittiert und aufgelegt. Die Banken können die Optionsscheine dann nach Belieben konstruieren.

Hier gibt es einen eigenen Beitrag zu dem Unterschied der beiden Finanzprodukte.

Hier gibt es einen eigenen Beitrag, warum wir vor Optionsscheinen allgemein warnen und Optionen für „besser“ halten.

 

Interpretation

Wenn es eine hohe Anzahl an Call-Optionen im Verhältnis zu Put-Optionen gibt, kann dies eine bullische Marktstimmung signalisieren. Umgekehrt kann eine hohe Anzahl an Put-Optionen im Verhältnis zu Call-Optionen eine bärische Marktstimmung signalisieren.

Für die Ermittlung des Put-Call-Ratio wird das Volumen der gehandelten Put-Optionen, durch das der gehandelten Call-Optionen dividiert.

Werden mehr Call-Optionen als Put-Optionen gehandelt, liegt der PCR-Wert unter 1. Wenn hingegen das Put-Volumen größer ist, ergibt sich ein PCR-Wert über 1.

Ein PCR-Wert unter 1, also ein Übergewicht der Call-Optionen, wird als Kaufsignal angesehen. Es kann so gedeutet werden, dass die Mehrheit der Markteilnehmer steigende Kurse erwartet.

Sollte sich bei der Ermittlung des Put-Call-Ratio ein Wert von über 1 ergeben, wird dies als Verkaufssignal interpretiert und die Mehrheit der Markteilnehmer erwartet fallende Kurse.

Ein Wert zwischen 0,5 und 1 wird meistens als Seitwärtstrend an den Märkten angesehen.

Einige Marktteilnehmer betrachten das Put-Call-Ratio auch als Kontraindikator. Derivate werden nicht nur zur Spekulation verwendet, sondern können auch als Absicherung beziehungsweise als Versicherung dienen.

Wenn eine Menge Absicherungen auf der Verkaufsseite platziert werden, bedeutet das, dass die Händler sich Sorgen über fallende Kurse machen.

Einige Händler kaufen also, wenn das Put-Call-Ratio über 1 liegt. Anders herum verkaufen sie, wenn das Put-Call-Verhältnis unter 1 liegt. Diese Händler versuchen also mit der Korrektur Geld zu verdienen.

 

Put-Call-Ratio an der Eurex

Die European Exchange (Eurex) entstand 1988 aus dem Zusammenschluss der DTB und der zur SWX Swiss Exchange gehörenden SOFFEX. Sie ist eine der weltweit größten Terminbörsen für Finanzderivate. Außerdem war sie eine der ersten Terminbörsen, die den Zugang zum Derivatemarkt über elektronische Handels- und Clearingplattformen ermöglicht hat.

Das Produktangebot an der Eurex hat sich über die Jahre stetig ausgeweitet. Es können Derivate auf Indizes, ETFs oder auch auf Einzelaktien gehandelt werden. Dabei kann man sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzten.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, seltene Produkte wie beispielsweise Derivate auf Zinsen oder Volatilität zu handeln.

An der Eurex werden zwei Arten von Derivaten gehandelt. Zum einen die Futures und zum anderen die Optionen.

Über die rein elektronische Handels- und Clearingplattform der EUREX, werden jährlich über zwei Milliarden Terminkontrakte gehandelt.

Die Anzahl an gehandelten Optionen an der Eurex ist sehr hoch, daher hat das Eurex-Put- Call-Ratio durchaus eine hohe Aussagekraft. Das gehandelte Volumen bietet also eine gute Grundlage, um die Marktstimmung analysieren zu können.

 

Wie kannst du auf die Marktdaten der Eurex zugreifen?

Die aktuellen Marktdaten und Statistiken können kostenfrei auf der Website der Eurex eingesehen werden.

Die Suchleiste kann genutzt werden, um die Daten des gewünschten Basiswert aufzurufen.

Put-Call-Ratio

Im Folgenden werde ich die Ermittlung und Interpretation des Put-Call-Ratio anhand der DAX-Optionen an der Eurex erläutern. In diesem Beispiel schauen wir uns die DAX-Option mit Verfallsdatum am 21. Mai 2021 an. Handelstag ist der 05.05.2021.

Am 05.05.2021 wurden hier insgesamt 23.464 Kontrakte gehandelt. Davon sind 4.482 Call-Optionen und 18.982 Put-Optionen. Daraus ergibt sich ein Put-Call-Ratio von 4,235.

Put-Call-Ratio

 

Wir sehen also dass das Put-Call-Ratio höher als 1 ist und somit die Mehrheit der Optionshändler erwartet, dass der DAX am 21. Mai 2021 tiefer notieren wird.

 

Fazit

Das Put-Call-Ratio kann als Hilfsmittel hinzugezogen werden, um die allgemeine Marktstimmung zu analysieren. Allerdings ist das Put-Call-Ratio als Indikator nicht immer verlässlich.

So können extreme Tagesausschläge das Bild sehr leicht verzerren. Außerdem vertrauen viele Finanzexperten viel mehr auf die Richtung und Schnelligkeit der Wertänderung als auf die absolute Höhe der Kennzahl.

Erfahrungsgemäß funktioniert das Put-Call-Ratio in einem abwärtsgerichteten Trend nicht so gut als Prognoseinstrument für Wendepunkte wie bei Aufwärtsbewegungen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man sich im Trading nicht nur auf einen bestimmten Indikator oder eine Kennzahl verlassen sollte. Für die Entscheidungsfindung ist das Zusammenspiel aus fundamentaler und technischer Analyse sowie das Abgleichen verschiedener Indikatoren ausschlaggebend.

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Bis demnächst und Gute Trades!

Lukas

Lukas Godau
Lukas ist Analyst bei TradingFreaks. Er erstellt Artikel zu allen relevanten Tradingthemen sowie tägliche Watchlists mit Trade Ideen für das Trading Team, wovon auch die Mitglieder des Top Trader Programms profitieren.

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