Start TF Research Welcome back: Volatilität - Geld verdienen wird wieder anspruchsvoller

Welcome back: Volatilität – Geld verdienen wird wieder anspruchsvoller

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Die Volatilität ist zurück an den Märkten und bringt für Investoren und Trader in den nächsten Wochen neue Chancen aber auch Risiken. Die Zeit von „buy and hold“ ist vorbei, oder?

Zwei Börsenwochen liegen hinter uns, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Nachdem es in der letzten Woche (05.02-09.02) ordentlich Bewegung im Markt gab und die Nervosität der Anleger zu spürbar war, kam es in der aktuellen Woche doch zu einer recht ruhigen Phase mit nur einer Ausnahme am Mittwoch.

Überall in den mehr oder weniger seriösen Medien war von einem „Crash“ zu lesen. Mir ist klar, dass Artikel und Berichte mit Wörtern wie „Crash“, „Katastrophe“ und „Panik an der Börse“ mehr Leser anziehen. Dies hat dann aber weniger zum Ziel, die aktuelle Lage aufzuklären.

Eine Korrektur (kein Crash!), und da ist sich die Mehrheit einig, war und ist vielleicht noch immer mehr als überfällig. Ob S&P, Dow Jones oder dem DAX. Panik herrschte keinesfalls. Die Kredit- und Währungsmärkte haben sich weiterhin normal verhalten und dort war nichts von einem „Crash“, „Panik“ oder ähnlichem zu spüren.

Wenn Panik am Aktienmarkt herrscht, fokussiert sich diese nicht nur auf einen Markt, sondern durchdringt alle. Doch was war letzte Woche passiert?

Einer der meist favorisierten Trades der Wall Street hat sich am Montag plötzlich in Luft aufgelöst und ist seitdem so nicht mehr umsetzbar. Über Jahre hinweg haben Investoren über den Volatilitätsindex (VIX) Volatilität leerverkauft und gleichzeitig den S&P gekauft.

Die hat über einen langen Zeitraum auch gut funktioniert. Die Volatilität hat immer weiter abgenommen und gleichzeitig erreichten die Indizes fast täglich neue Rekordstände.

VIX vs. S&P500 Chart
Quelle: investing.com

Doch letzte Woche Montag hat sich am Abend dieser Trade plötzlich umgedreht. Der VIX stieg auf den höchsten Stand seit dem Brexit Mitte 2016 und immer mehr Leerverkäufer haben Ihre Positionen eingedeckt.

Danach blieb der VIX auch erst einmal auf einem höheren Stand, bevor er sich in dieser Woche wieder auf sein ursprüngliches Niveau nach unten bewegt hat.

VIX Crash Chart
Quelle: investing.com

Fundamental gab es keinerlei Gründe für eine solche Reaktion. Es kamen keine Wirtschaftsdaten, Quartalszahlen oder ähnliches. Auch sollte die zukünftige Geldpolitik nicht für große Überraschungen sorgen.

Die meisten Verkäufe von Aktien waren rein emotional begründet. Solche „Abstürze“ in so kurzer Zeit sorgen für Aufmerksamkeit. Da so gut wie jeder weiß, dass die Korrektur schon längst hätte kommen müssen, springt eine große Masse auf diese Verkaufswelle auf um noch zu einem besseren Kurs verkaufen zu können.

Solche emotionalen Verkäufe beschleunigen die Abwärtsbewegung weiter. Zusätzlich gab es in der letzten Woche noch große Positionen an „Market on Close“ Orders.

Dies sind bestimmte Orders, die nur zum Marktschluss ausgeführt werden dürfen. Dadurch kam es zu weiterem Verkaufsdruck in den letzten Handelsminuten. In dieser Woche kamen dann Berichte, dass der VIX wohl manipuliert wurde.

Jason Zuckerman von Zuckerman Law hat einen Brief an die US Börsenaufsicht (SEC) geschickt. In diesem beruft er sich auf einen Whistleblower, der laut dem Brief schon in Senior Positionen bei den Top Investment Banken gearbeitet hat.

Dieser behauptet, dass man mit einem ausgeklügelten Algorithmus den VIX nach unten bzw. oben manipulieren kann. Hierbei werden (vereinfacht) Orders gepostet, nur um diese anschließend sofort zu stornieren und nicht auszuführen. Es geht nur darum, kurzzeitig mögliche Kauf- bzw. Verkaufsaufträge anzugeben und so für ein mögliches Handelsvolumen zu sorgen.

Hier der komplette Bericht von Bloomberg (englisch): https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-02-13/vix-manipulation-costs-investors-billions-whistle-blower-says

In dieser Woche kamen dann mit den Daten zu den US Verbraucherpreisen sehr wichtige und mit Spannung erwartete Zahlen. Daten zu Inflation sind für die FED maßgeblich für die Bestimmung der Geldpolitik. Das Ziel der FED ist hier eine Inflationsrate von knapp 2% p.a.

Die meisten Notenbanken (FED; EZB, BoJ…) hatten in den letzten Jahren das Problem dieses Ziel zu erreichen. In dieser Woche haben dann die USA besser als erwartete Inflationsdaten veröffentlicht.

Nach einem kurzen Schock hatte der Markt sich rasch erholt und seitdem herrscht wieder ein halbwegs positives Umfeld. Viele Anleger haben den Discount in der vergangenen Woche genutzt und sich bei zuvor gut laufenden Aktien mit Positionen eingedeckt oder bereits vorhandene Positionen aufgestockt und verbilligt. Nun gilt es in den kommenden Tagen und Wochen in die Einzelwerte und Indizes die Trendlinien wieder zu durchbrechen.

Hierbei schaue ich primär auf den EMA/SMA200 im Stunden- Vierstunden- und Tageschart. Dies Kurse hatten sich in den letzten Wochen und Monaten doch recht weit von diesen Durchschnittslinien entfernt und es war gut und gesund, dass man sich diesen wieder ein wenig angenähert hat.

Ein langsamer Trend begleitet von nötigen Korrekturen ist normalerweise nachhaltiger und beständiger als schnelle Kursanstiege die nur eine Richtung kennen. Ich rechne auch in den kommenden Wochen damit, dass es nicht mehr so „einfach“ wird wie in den letzten Jahren und man nun sein Money- und Risikomanagement unter Kontrolle haben sollte.

Die Volatilität wird zurück sein und wir nähern uns wieder einem „normalen“ Börsenumfeld. Die Zentralbanken haben in den letzten Jahren mit der Geldpolitik dafür gesorgt, dass eigentlich jeder an der Börse verdienen kann.

Es gab über Monate keinen Tag mit einem Rückgang von mehr als drei Prozentpunkten und ein Großteil der Anleger kennt es gar nicht, wie es ist in einem volatilen Umfeld zu bestehen und weiß es auch nicht wie es sich anfühlt mal über Tage oder Wochen durchweg rote Kurse zu sehen.

Viele wissen nicht wie der Markt wirklich funktioniert, wie die verschiedenen Märkte zusammenspielen oder verfügen nur über gefährliches Halbwissen. Es wurde uns in den letzten Jahren nur sehr einfach gemacht und die Notenbanken haben dafür gesorgt, dass man sich um diese Dinge keine Gedanken machen muss.

Mir persönlich haben als Zusammenfassung der aktuellen Situation, der Zukunft und den geänderten Bedingungen diese Sätze von Markus Koch sehr gut gefallen:

„Es ist eine Erinnerung daran, dass man langfristig eine Strategie braucht. In den letzten 18 Monaten waren primär die Anleger die wie Homer Simpson agiert haben die großen Gewinner. Nicht nachdenken, draufspringen und fahren lassen. Wer wie Spock agier hat, also nachgedacht und eine Strategie hatte wurde abgestraft. Möglichst nicht diversifizieren, nur die fünf großen Hightech Firmen kaufen und dann hat man jede Benchmark geschlagen. Und das ist jetzt vorbei und sehr gesund.“

Ich wünsche für die kommenden Wochen gute Nerven und viel Erfolg.

Und solltest du dir bisher noch keine Gedanken über die Dinge wie Money- oder Risikomanagement gemacht haben, wird es spätestens jetzt Zeit.

Andreas Stark

Andreas
Andreas ist gelernter Bankkaufmann und Analyst bei Tradingfreaks. Seine mikroökonomischen und makroökonomischen Fähigkeiten sind goldwert für Trader und Investoren! Er handelt mit Aktien, CFDs und ETFs. Dabei wird eine Strategie bestehend aus "Buy and Hold" und Aktien-Daytrading auf News-Basis verfolgt.

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