Start Trading Fachwissen Sentimentbestimmung: Risk-On / Risk-Off kennen und handeln

Sentimentbestimmung: Risk-On / Risk-Off kennen und handeln

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In diesem Beitrag lernst du, was mit Risk-On beziehungsweise Risk-Off Sentiment im Börsenhandel gemeint ist und wie du es bestimmen kannst.

Seit der Finanzkrise 2008/09 sind die globalen Finanzmärkte zunehmend miteinander vernetzt.

Es lässt sich regelmäßig beobachten, dass bestimmte Werte innerhalb einer Asset-Klasse im Gleichschritt auf oder abwerten.

Grund dafür sind globale Kapitalumschichtungen von risikoreicheren Assets hin zu risikoärmeren Assets und umgekehrt.

Das Risk-On bzw. Risk-Off Sentiment zeigt die Stimmung oder Reaktion des Marktes auf ein bestimmtes Ereignis. Diese Reaktion kann mehrere Stunden, mehrere Tage oder auch länger anhalten.

 

Was passiert bei Risk-On Sentiment?

Wenn Risk-On Sentiment herrscht, ist die Marktstimmung grundsätzlich positiv. Die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer nimmt dabei zu.

Sämtliche risikobehaftete Assets gewinnen an Wert.

Dazu gehören insbesondere Aktien und hochverzinste Anleihen.

Der Australische Dollar (AUD) und der Neuseeländische Dollar (NZD) gelten als Risk-On Währungen und profitieren von Risk-On Sentiment. Sie weißen außerdem eine positive Korrelation zu den Aktienmärkten auf.

Den Kanadischen Dollar (CAD) würde ich auch zu den Risk-On Währungen zählen. Dieser weißt eine positive Korrelation mit dem Ölpreis auf.

Eine positive Marktstimmung und ein sicheres globales Umfeld sorgt für stabile Öl-Nachfrage. Dementsprechend profitiert auch der Ölpreis vom Risk-On Sentiment.

Auch Industrierohstoffe (außer Gold) steigen.

Defensive Assets wie Staatsanleihen verlieren meist an Wert.

Der Japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF) gelten als Risk-Off Währungen und werten ebenfalls ab.

 

Was passiert bei Risk-Off Sentiment?

Wenn Risk-Off Sentiment herrscht, ist die Marktstimmung negativ. Die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer nimmt ab und sämtliche risikobehaftete Assets verlieren an Wert.

Die Marktteilnehmer suchen in diesem Fall eine sichere Anlage. Das Kapital wird dementsprechend zu risikoärmeren Werten umgeschichtet.

Die Aktienindizes und die Risk-On Währungen wie der AUD, NZD und der CAD geraten unter Druck.

In diesem Marktumfeld sind Gold, Staatsanleihen der Industrienationen und defensivere Aktien gefragt.

Der JPY und der CHF profitieren ebenfalls vom Risk-Off Sentiment und werten auf. Sie werden auch als „Safe-Haven-Währungen“ bezeichnet.

Oftmals ist auch zu erkennen, dass in diesem Marktumfeld die Volatilität zunimmt.

Ein Wechsel des Sentiments zu Risk-Off kann verschiedene Auslöser haben.

Das können geopolitische Spannungen, negative Wirtschafsdaten oder auch Insolvenzen von marktrelevanten Unternehmen sein.

 

Beispiel

Ein aktuelles Beispiel für einen plötzlichen Umschwung zu Risk-Off Sentiment ist der Corona-Crash im Februar/März 2020.

Der Crash galt auch als „Black-Swan-Ereignis“, also ein unerwartetes Ereignis mit erheblichen Auswirkungen.

Die steigende Zahl der Corona-Infizierten und die damit verbundenen Lockdown-Maßnahmen hat die Stimmung an den Finanzmärkten stark belastet.

Insbesondere die Aktienmärkte und die Ölpreise sind stark gefallen.

Zudem haben die Risk-On Währungen wie der AUD, NZD und der CAD deutlich abgewertet.

Währenddessen waren die „Safe-Haven-Währungen“ wie der JPY und der CHF gefragt und konnten aufwerten.

Das Risk-Off Sentiment hielt dann auch mehrere Wochen an.

S&P 500 während des Corona-Crash

Risk-On / Risk-Off

Quelle: tradingview.com

Wie kann ich das Risk-Sentiment bestimmen?

Es gibt mehrere Tools und Indikatoren, um das Risk-Sentiment zu bestimmen.

Hierzu sei vorab gesagt, dass wir nicht immer eindeutiges Risk-Sentiment am Markt sehen.

Das Risk-Sentiment kann auch für längere Zeit neutral sein, weil wir beispielsweise keine neuen Impulse von der Nachrichtenseite aus bekommen.

Auf der Website von FXStreet gibt es eine hilfreiche Übersicht über die verschiedenen Indikatoren zur Bestimmung des Risk-Sentiments.

Ein weiteres nützliches Tool ist die Forex Heat Map. Trading View bietet diese kostenfrei auf ihrer Website an.

Forex Heat Map von Trading View

Risk-On / Risk-Off

Quelle: tradingview.com

Die Forex Heat Map ermöglicht einen schnellen Überblick über das intraday Geschehen in den Währungsmärkten.

Es lässt dich starke und schwache Währungen in Echtzeit erkennen, und zeigt wie stark sie in Beziehung zueinander stehen.

Hier kann man sich beispielsweise die Entwicklung der Risk-On und Risk-Off Währungen ansehen.

Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass es nur die reine Kursentwicklung wieder spiegelt und nicht unbedingt die fundamentale Lage der Währung.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass trotzdem eindeutiges Risk-On beziehungsweise Risk-Off Sentiment herrschen kann, auch wenn nicht alle Indikatoren in die selbe Richtung zeigen.

Du solltest vor allem die Nachrichtenlage im Blick haben.

Ganz besonders die Schlagzeilen von großen Medienunternehmen wie Bloomberg oder Reuters können marktrelevant sein.

Falls du dir nicht sicher bist, ob eine Meldung marktrelevant ist oder nicht, analysierst du am besten die Charts und schaust ob es auch eine entsprechende Kursreaktion gab.

Fazit

Für die Bestimmung des Risk-Sentiments ist es durchaus von Vorteil, sich nicht nur auf einen Markt zu konzentrieren.

Du solltest immer den gesamten Markt im Blick haben. So bekommst du ein Gespür für die globalen Kapitalströme und kannst rechtzeitig reagieren.

Voraussetzung für die Bestimmung des Risk-Sentiments ist die Einteilung in Risk-Assets und „Safe-Haven-Assets“

Es empfiehlt sich ein Watchlist der relevanten Assets anzulegen und dann in Kombination mit der Nachrichtenlage die Marktbewegungen zu analysieren.

Als Trader kann man sich mit dem Wissen der aktuellen Risikobereitschaft der Markteilnehmer besser positionieren.

Es macht dementsprechend weniger Sinn entgegen dem aktuellen Risk-Sentiment zu handeln.

Wenn also zum Beispiel eindeutiges Risk-On Sentiment herrscht, würden sich Long-Trades in den Risk-Assets eher anbieten.

Alles in allem, ist die Bestimmung des Risk-Sentiments im Markt eine wichtige Analysemethode und hilft dabei den eigenen Trading-Prozess zu optimieren und zu verbessern.

Bis demnächst!

Lukas

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Lukas Godau
Lukas ist Analyst bei TradingFreaks. Er erstellt Artikel zu allen relevanten Tradingthemen sowie tägliche Watchlists mit Trade Ideen für das Trading Team, wovon auch die Mitglieder des Top Trader Programms profitieren.

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