Vorsicht vor Month-End-Flow im Forexmarkt

Month-End-Flow ist ein regelmäßiges Ereignis im Forexhandel, bei dem es zu kuriosen Bewegungen mit hoher Volatilität kommt. Trader müssen aufpassen und ihre Positionen entsprechend managen. Hier lernst du wie das geht.

Tatsächlich gibt es ein Ereignis im Forex Trading, das kaum bekannt ist und dennoch für erheblichen Schaden in deinem Tradingkonto sorgen kann.

Die Rede ist vom Month-End-Flow oder auch Month-End-Play.

Bevor wir darauf kommen, was genau sich dahinter verbirgt, eine kurze Geschichte zu meinen Erfahrungswerten diesbezüglich.

Ich habe irgendwann einmal eine Auswertung meiner Trades gemacht und habe dabei eine interessante Feststellung gemacht. Mir ist aufgefallen, dass meine Performance an den letzten beiden Handelstagen  eines Monats enorm schlecht war. Ich habe daraufhin ca. 10 Monate zurückverfolgt und bemerkt, dass die beiden letzten Tage eines Monats allesamt verlustreich waren.

Warum war das so?

Ich hatte zuerst keine Idee und hielt es für einen blöden Zufall. Doch irgendwann hörte ich ein Kommentar meines damaligen Mentors: “Achtet auf den Month-End-Flow heute”. Einige Stunden später ergänzte er: “Wie gesagt, klassisches Month-End-Play”.

Ich wurde neugierig und fragte nach, was er damit meinte. Mir wurde plötzlich klar, warum ich mit meinem Daytrading Stil in den letzten 12 Monaten mit erstaunlicher Regelmäßigkeit zum Ende des Monats vom Markt “verprügelt” wurde.

Dazu nun mehr.

 

Was ist Month-End-Play bzw. Month-End- Flow?

Wer der englischen Sprache mächtig ist, hat bereits herausgelesen, dass dieses Ereignis zum Monatsende stattfindet, besonders am letzten Handelstag eines Monats.

An diesem Tag kommt es oft zu kuriosen, volatilen Bewegungen im Forexmarkt, die nicht dem eigentlichen Sentiment entsprechen. Ein Beispiel: Wenn die Stimmungslage im GBP eigentlich schwach ist, weil die Notenbank über Zinssenkungen nachdenkt oder politische Themen für Unruhe sorgen, kann es sein, dass der GBP an diesem Tag dennoch übermäßig stark an Wert gewinnt.

Warum ist das so?

Versetzen wir uns noch einmal in die Lage der großen Marktteilnehmer. Also die wirklichen Big Boys, die die Kurse mit Ihren Orders (zumindest temporär) bewegen können. Dazu gehören Pensionsfonds, Staatsfonds, Hedgefonds, etc.

Die Fondsmanager dieser Flagschiffe müssen regelmäßiges Rebalancing betreiben.

Wenn ein Fonds beispielsweise nur in den FTSE100 und den Dow Jones investiert, hat er sowohl GBP als auch USD Engagements.

Startet der Monat mit einer 50/50 Gewichtung zwischen den beiden Positionen und es kommt im Laufe der nächsten Wochen zu einer Outperformance des FTSE100 gegenüber dem Dow Jones, entwickelt sich ein Ungleichgewicht innerhalb des Portfolios.

Mit anderen Worten, der Fonds ist nun stärker im FTSE100 und damit im GBP investiert. Dieses Übergewicht muss wieder abgebaut werden, es kommt zum Rebalancing.

Wie findet das Ausbalancieren statt?

Ganz einfach über eine Short Position im GBPUSD, da hierbei GBP verkauft und USD gekauft wird.

Wenn nun viele Big Boys ihre Orders in dieser Weise in den Markt werfen, kann es zu starkem Momentum, oder regelrechten Spikes im betrachteten Forexpaar kommen.

Wo liegt das Problem für private Trader?

Besonders Daytrader mit kurzfristigem Piphorizont zweifeln schnell an ihrem Setup, wenn die Volatilität für ein Abfischen des Stopps sorgt. Vor allem an solchen Tagen, an denen die Bewegungen in den Forexpaaren nicht zur eigentlichen Marktlage passen.

Wer nur auf Basis der Charttechnik tradet, hat es generell sehr schwer im Forexmarkt (untertrieben). An solchen Tagen ist es jedoch besonders fahrlässig, anhand von Indikatoren und Linien Entscheidungen für einen Trade zu treffen.

Wer Anfänger ist, sollte sich gut überlegen, ob er an solchen Tagen überhaupt traden muss. Es gibt noch 20 andere Tage um Gewinne im Trading zu erzielen, an denen die Chancen besser stehen.

Fortgeschrittene müssen ihr Risikomanagement zwingend überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Es kann Sinn machen, die Stopps weiter als üblich zu setzen und vielleicht auch durch Hedges zu ersetzen. Das muss aber in das Gesamtkonzept des Traders passen und ist keine Allzweckwaffe!

 

Fazit:

Month-End-Flow, auch Month-End-Play genannt, ist ein regelmäßiges Ereignis, das unter Retailtradern kaum bekannt ist, aber für viel Frustration sorgt.

Nun weißt du, was sich dahinter verbirgt und solltest dir dieses Event sichtbar im Kalender markieren.

Überprüfe deine Tradingstrategie an diesen Tagen und überlege, ob und wie du traden möchtest.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!

 

 

 

3 Kommentare zu „Vorsicht vor Month-End-Flow im Forexmarkt“

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Tim Grueger

Tim ist CEO & Trader bei tradingfreaks.com. Er ist Bachelor of Science (Finance) und hat für zwei große Banken gearbeitet. Tim handelt hauptsächlich das Forex und Aktien Newstrading, so wie diverse Hedgefunds und Propfirmen. Du kannst seine Strategie im kostenlosen Webinar sowie im Top Trader Programm einsehen und erlernen.
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