Erfolgreiches Trading besteht aus vier Schlüsselfaktoren. Dabei musst du Moneymanagement und Risikomanagement auf dein Tradingsetup und deine persönliche Kontogröße beziehen. Hier erfährst du wie es geht.

 
 
Das Thema Moneymanagement und Risikomanagement ist zugegeben etwas trocken. Ich gebe mir Mühe, es so angenehm und verständlich wie möglich zu präsentieren. 

Speziell Anfänger setzen sich lieber mit dem Aufbau und Backtesting einer neuen Trading Strategie auseinander, als mit Moneymanagement und Risikomanagement.

Fatal, fatal…

Denn meine Trading Strategie bzw. das komplette Trading Setup kann noch so ausgereift sein und auf dem Papier tolle Chance-Risiko-Verhältnisse präsentieren.

Wenn Moneymanagement und Risikomanagement nicht präzise berücksichtigt werden, dann wird jeder Trader auf Dauer Verluste machen und letztendlich scheitern.

Zuerst einmal werden wir uns aber mit den Eigenschaften der beiden Begriffe beschäftigen.
 
 

Unterschied zwischen Moneymanagement und Risikomanagement

 
Beide Begriffe werden gerne vermischt oder verwechselt, was dazu führt, dass
man sich mit einem von beiden, aber selten mit beiden Komponenten beschäftigt.

Doch wenn ich nachhaltig erfolgreich Traden will, dann muss ich den Unterschied fachlich verstehen und in der Praxis berücksichtigen.

Moneymanagement bezeichnet den gezielten Einsatz des vorhandenen Kapitals.
Man überlegt sich, wie viel Geld man pro Trade riskieren will.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Geld ich im Verhältnis zum Gesamtkapital riskiere, desto größer ist mein Risiko.

Gedanklich sollten Trader immer das Risiko und nicht die potenzielle Chance in den Vordergrund der Überlegungen stellen.

Ziel des Moneymanagements ist es, mit geringem Risiko einen stetigen Ertrag zu erzielen, wodurch das Tradingkonto automatisch größer wird.

Risikomanagement ist allgemeiner. Es bezeichnet das Bewusstsein über Risiken, die es generell am Markt bzw. in Verbindung mit einer Investition/Trade gibt.

Dazu kommen nicht nur die Aspekte des Kapitaleinsatzes sondern auch alle anderen Einflussgrößen wie Broker, Black Swan, Korrelation, etc.
 
 
Zwischenfazit: Risikomanagement ist das große Bild der risikoadjustierten Investition. Moneymanagement als Teil davon sorgt für eine kontrollierte und optimierte Investition des Geldes zur stetigen Kontovergrößerung.

Bis jetzt wissen wir, dass ich mir als Trader über alle Risiken, die mit einer Investition entstehen, bewusst sein und entsprechend agieren muss (Risikomanagement) und mit Hilfe des Moneymanagements für eine risikoadjustierte Optimierung des eingesetzten Kapitals sorge.

Wir wollen nun einmal Fragen des Risikomanagements aufführen, die du als Trader beachten musst:
 

  • Broker: Ist mein Broker zuverlässig in der Orderausführung? Ist er IMMER erreichbar? Was passiert, wenn nicht?
  • Asset: Ist der Markt liquide? Könnte es zu illiquiden Phasen kommen? Was bedeutet das für meine Position?
  • Wie verändern bestimmte Marktereignisse meinen Kontostand?
  • Ist meine Trading Strategie duplizierbar?
  • Korrelieren die Basiswerte in meinem Depot positiv miteinander? Doppeltes Risiko?

 
Es gibt noch viele weitere Fragen, die hier aufgeführt werden können, doch nun hast du einen ersten Eindruck und einen Input, den du für dich weiterentwickeln kannst.

Im nächsten Schritt werden wir Beispiele aus dem Moneymanagement aufzeigen. Dabei geht es hauptsächlich um die Berechnung der richtigen Positionsgröße und ein positives Chance-Risiko-Verhältnis (CRV).
 
 

Moneymanagement Beispiele

 
Wir betrachten nun zwei Trader, Peter und Stefan. Sie haben beide 10.000 EUR Tradingkapital zur Verfügung.

Peter möchte langfristig ein CRV von 1,5 erreichen. Am Beispiel eines DAX Trades kann das wie folgt aussehen: Gewinnchance 150 Punkte (Take Profit), Verlustchance 100 Punkte (Stop Loss).

Stefan reicht ein CRV von 1,2. Bei 120 Punkten Gewinn stehen ihm 100 Punkte potenzieller Verlust gegenüber.

Soweit so gut. Doch was bringen uns diese Annahmen? Kann man sagen, dass Peter ein besserer Trader ist? Erzielt er bessere Ergebnisse?

Die Antwort lautet: Nein!

Denn das CRV alleine sagt uns nichts über den Tradingerfolg aus. Um eine verlässliche Aussage bzw. ein verlässliches Messinstrument zu haben, müssen wir das CRV ins Verhältnis zur Trefferquote setzen.

Die Trefferquote sagt uns, wie oft wir richtig oder falsch liegen. Wenn wir eine Trefferquote von 40% haben, dann sind von 10 gemachten Trades nur 4 Gewinn- und 6 Verlusttrades dabei.

Zurück zum Beispiel:

Peter hat nach 100 gemachten Trades zwar sein 1,5er CRV, aber eine Trefferquote von 40%. Ist er erfolgreich?

Nein. Er steht genau bei 0% Rendite, was immer noch besser als ein Minusbetrag ist, aber nicht das Ziel eines Traders.

Stefan hat zwar ein CRV von 1,2, aber eine Trefferquote von 50%. Behält er über einen längeren Zeitraum diese Quoten bei, macht er nachhaltig Gewinn im Trading.
 
 
So könnte seine Trade-Historie aussehen:

Trade 1: 120 Gewinn
Trade 2: 100 Verlust
Trade 3: 120 Gewinn
Trade 4: 100 Verlust

Du siehst, dass er bei einer Trefferquote von 50% durch das positive CRV in Summe Kontozuwächse hat.

Andersherum ist eine ausgeglichene oder positive Trefferquote uninteressant, wenn
man ein äußerst negatives CRV hat.

Das könnte zum Beispiel passieren, wenn man Gewinne zu früh mit nimmt und Verluste zu lange laufen lässt.
 
 

Das eigene Moneymanagement

 
Mit CRV und Trefferquote haben wir weitere Kennzahlen kennengelernt, aber noch kein funktionierendes Moneymanagement.

Wir müssen zwingend beachten, dass eine Tradehistorie wie oben beschrieben doch eher unwahrscheinlich ist. Mal hat man 3 Gewinntrades am Stück, gefolgt von 7 Verlusttrades und umgekehrt.

Wenn ich die 7 Verlusttrades mit jeweils 20% meines vorhandenen Kapitals ausgeführt habe, dann bleiben mir von anfänglich 10.000 EUR etwas mehr als 2.000 EUR übrig.

Schlechte Wahl.

Es geht nun also darum, vernünftige, dem eigenen Konto angepasste Positionsgrößen für jeden einzelnen Trade zu bestimmen.

Wie geht man da vor?

Wir orientieren uns an der Vorgehensweise vieler professioneller Trader und nehmen die 1% Regel als Faustformel. Diese Regel besagt, dass pro Trade maximal 1% des Kontostands riskiert wird.

Habe ich 10.000 EUR auf dem Konto, dann wird mein nächster Trade maximal 1%, also 100 EUR riskieren.

Nun, da wir einen fixen Eurobetrag ermittelt haben, müssen wir als nächstes die Positionsgröße, also die Stückzahl des Derivats, bestimmen.

Dazu gibt es leider keine Pauschalaussage, denn die Stückzahl ist abhängig vom eigenen Handelsstil.

Wenn ich Swingtrader bin, habe ich in der Regel größere Stopps im Markt, als ein Daytrader und erst recht als ein Scalper.

Bleiben wir beim Daytrader und riskieren 1% beim DAX-Handel. Mit einem CFD Kontrakt wären das 100 Punkte, die der Markt fallen darf. Das ist je nach Setup akzeptabel.

Der Scalper handelt mit höherer Stückzahl, da er nur auf wenige Punkte aus ist. Er möchte 20 Punkte riskieren. Auf Grund der 1% Regel könnte er sich 5 Kontrakte leisten.

Ich hoffe es ist damit klar geworden, dass die Positionsgröße sowohl vom Kontostand, aber auch vom eigenen Handelsstil abhängig ist.

Wie gehe ich in der Praxis vor?

Du hast sowohl CRV und Trefferquote, als auch die Positionsgrößenbestimmung kennengelernt. Die Beispiele verdeutlichen die Notwendigkeit, sollen aber nicht 1:1 kopiert werden.

Für mein persönliches Trading sind diese Kennzahlen wichtig, aber nicht stur und konsequent einzuhalten.

Das bedeutet, dass ich mich natürlich um eine ausgeglichene bis positive Trefferquote und CRV bemühe, doch eine fachliche Ungenauigkeit lasse ich bewusst zu!

Meiner Meinung nach ist es nötig, ein wenig flexibel zu bleiben und einen Trade auch mal vorzeitig zu beenden, wenn das Sentiment an den Märkten gedreht hat und/oder hohes Volumen den Trend bricht.

Auch das Risiko kann manchmal bei 2-3% pro Trade liegen, da meine Markterfahrung und mein Selbstvertrauen in den einzelnen Trade vereinzelt mehr zulässt. Das muss aber jeder für sich entscheiden.
 
 

Fazit:

 
Dem eigenen Moneymanagement und Risikomanagement muss mindestens genauso viel Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet werden, wie der Erstellung und Überprüfung einer Trading Strategie.

Ich behaupte sogar, wer professionell Traden möchte muss neben der Beschäftigung mit der eigenen Psyche die meiste Zeit mit der ständigen Anwendung und Optimierung des Money- und Risikomanagements verbringen.

Leider machen zu viele private Trader den Fehler, und legen diese zeitliche Gewichtung vermehrt auf die ständige Überprüfung des Trading Setups, wobei das der Faktor im Trading ist, dem nach erfolgreicher Implementierung am wenigsten Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.

Abschließend noch der Hinweis, das man nicht einem Monstertrade mit Mega-Gewinn entgegenfiebern darf, sondern versuchen muss, über konstante und nachhaltige (kleine) Gewinne, am Markt langfristig zu bestehen.

Dies ist der einzige, der wahre Weg des Traders!

Viel Erfolg dabei!
 
 

Weißt du, welche 7 kritischen Fehler dein Tradingkonto gefährden?






 

[ABTM id=4911]

 
 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here