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Bollinger Bänder: Erklärung und Einstellung für Trader

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In diesem Artikel lernst du, was Bollinger Bänder sind, wie du sie einstellst, berechnest und im Trading erfolgreich einsetzt.

Bollinger Bänder sind Teil der Chartanalyse. Die Chartanalyse ist ein wirkungsvolles und beliebtes Mittel unter Tradern und Investoren, um den Handel mit Finanzinstrumenten zu optimieren.

Die Chartanalyse ist auch als technische Analyse bekannt. Dabei wird auf der Grundlage von Markdaten versucht zukünftige Kursbewegungen eines Finanzinstruments vorherzusagen.

Man geht davon aus, dass die aktuelle oder vergangene Kursbewegung auf dem betrachteten Markt der zuverlässigste Indikator für zukünftige Preise ist. Die technische Analyse kann für jedes Finanzinstrument angewendet werden, für das es historische Kursdaten gibt.

Die technische Analyse besteht aus Chartmustern und Kerzenformationen, sowie einzelnen Indikatoren. Diese Hilfsmittel und der betrachtete Zeitrahmen sind die beiden Hauptvariablen für die technische Analyse.

Die Verfügbarkeit verschiedener Zeiteinheiten ist ein wichtiges Mittel der technischen Analyse. Die Zeiteinheiten reichen vom Tick-Chart oder Minutenchart (M1) bis hin zum Wochenchart (W1) oder Monatschart (M1).

Bei einem Kerzenchart entspricht die Zeiteinheit der Dauer einer Kerze. Auf den meisten Handelsplattformen stehen mehrere Zeiteinheiten zur Verfügung.

Übergeordnete Trends sind in den höheren Zeiteinheiten besser erkennbar. Daher nutzen Swingtrader häufiger die höheren Zeiteinheiten. Daytrader oder Scalper konzentrieren sich eher auf kurzfristige Trends und nutzen dafür die niedrigeren Zeiteinheiten. Dennoch macht es als Trader Sinn alle Zeiteinheiten genau zu analysieren unabhängig von dem Trading-Stil den man verfolgt.

Prinzipiell gilt, dass die übergeordneten Zeiteinheiten aussagekräftiger sind als die untergeordneten Zeiteinheiten. So hat der Tageschart beispielsweise eine höhere Wertigkeit als der 5-Minutenchart.

Technische und fundamentale Analyse kombinieren?

Um als Trader langfristig erfolgreich zu sein, reicht es erfahrungsgemäß allerdings nicht aus sich nur auf die technische Analyse zu konzentrieren. Die fundamentale Analyse hat mit Sicherheit einen genauso hohen wenn nicht sogar einen höheren Stellenwert.

Mit Hilfe der Fundamentalanalyse werden wirtschaftliche oder unternehmensbezogene Daten ausgewertet.

Im Forexmarkt können das Wirtschaftsdaten wie Inflation, Bruttoinlandsprodukt oder Arbeitsmarkdaten sein. Zudem spielen geldpolitische Entscheidungen und geopolitische Nachrichten eine wichtige Rolle. Hier wird sich also grob gesagt auf die Makroökonomik konzentriert.

Im Aktienmarkt konzentriert man sich eher auf die Mikroökonomik. Hier unterscheidet man noch zwischen der qualitativen und der quantitativen Fundamentalanalyse.

In der qualitativen Beurteilung gehen subjektive Kriterien mit ein, die zahlenmäßig gar nicht oder nur schwer zu erfassen sind. Dabei kann es sich zum Beispiel um das Geschäftsmodell oder das Vorantreiben von Innovationen handeln.

In der quantitativen Beurteilung, geht es hauptsächlich um die objektive Bewertung des Unternehmens. Diese wird auf Basis von Zahlen aus der Unternehmensbilanz vorgenommen. So kann man zusätzlich Vergleiche zu anderen Wettbewerbern schaffen.

Prinzipiell lässt sich keine Antwort festlegen, ob die eine Analysemethode nun besser ist als die andere. Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass die Kombination aus fundamentaler und technischer Analyse am effektivsten ist.

Wir bei TradingFreaks generieren unsere Trade-Ideen hauptsächlich aus der Fundamentalanalyse. Die Chartanalyse nutzen wir dann zum optimieren unserer Trades. Also beispielsweise für das Trade-Management.

 

Bollinger Bänder: Einführung

Für die technische Analyse gibt es eine riesige Auswahl an Tools und Indikatoren. In diesem Beitrag möchte ich mich speziell auf die Bollinger Bands (auf deutsch: Bollinger Bänder) konzentrieren.

Die Strategie der Bollinger Bänder wurde von John Bollinger, einem an der Wall Street tätigen Börsenhändler, in den 1980er Jahren entwickelt. Er definierte diese als „Instrument der technischen Analyse, eine Art von Trading Band oder Umschlag“.

In der Entwicklungsphase der Bollinger Bänder wurde an der Börse vor allem mit Aktien gehandelt. Andere Werte waren noch eher unbekannt. Die Bollinger Bands wurden ursprünglich also hauptsächlich für die Analyse beim Handel mit Aktien verwendet.

Im Laufe der Zeit sind die Bollinger Bänder ein beliebter technischer Indikator geworden. Sie werden von vielen Tradern in allen Märkten, einschließlich Währungen und Aktien,  verwendet.

 

Definition und Interpretation der Bollinger Bänder

Bollinger Bänder bestehen aus einem oberen und einem unterem Band auf jeder Seite eines einfachen gleitenden Durschnitts (auf englisch: Simple Moving Average; SMA). Hiermit lassen sich Bereiche von Unterstützung und Widerstand hervorheben.

Um festzustellen, wo ein Bollinger Band von wahrscheinlichen Unterstützungs- und Widerstandsbereichen liegen könnte wird ein statistischer Wert namens Standardabweichung genutzt. Dies ist eine spezifische Variation des breiteren Konzepts des Volatilitätskanals.

Ein Volatilitätskanal bildet Linien über und unter dem zentralen Preismesswert ab. Diese Linien sind auch als Bänder bekannt und verkleinern oder verbreitern sich in Abhängigkeit von der Volatilität eines Marktes. Diese Volatilität wird von den Bollinger Bändern gemessen. Daraus kann man schließlich nützliche Informationen für das Trading ziehen.

Bollinger Bänder werden mithilfe von drei Linien berechnet. Der Simple Moving Average (SMA) ist die erste Linie des Kurses eines Basiswerts. Dabei wird üblicherweise der Durschnitt über einen Zeitraum von 20 Tagen genutzt.

Das untere Band ist der SMA minus zwei Standardabweichungen. Das obere Band ist der SMA plus zwei Standardabweichungen. In 85% der Fälle bleibt der Kurs innerhalb dieser Grenzen.

Einfacher ausgedrückt ging John Bollinger davon aus, dass sich der Kurs eines Börsenwertes aller Wahrscheinlichkeit nach immer sehr nahe an den Werten der vergangenen Tage entlangbewegen wird.

Bollinger Bänder können Informationen über eine Trendfortsetzung oder Trendumkehr geben. Des Weiteren können sie Auskunft über Perioden der Marktkonsolidierung oder bevorstehender Volatilitätsausbrüche geben. Auch mögliche Markthöchst- oder -tiefstände und potenzielle Zielpreise können berechnet werden.

Bollinger Bänder können unter anderem auch zur Bestimmung von Unterstützungs- und Widerstandszonen genutzt werden. Dabei kann das untere Band als Unterstützung gelten und das obere Band als Widerstand. Hierbei wird oft die Annahme verfolgt, dass der Kurs eines der beiden Bänder berührt, von dort aus „abprallt“ und sich schließlich zurück in Richtung gleitenden Durchschnitts bewegen wird.

In ruhigen Marktphasen, in denen sich der Kurs seitwärts bewegt, sind diese Abpraller häufiger zu erkennen. Während eines längerfristigen anhaltenden Trends passiert es öfters, dass der Kurs das eine oder andere Band berührt oder sogar kreuzt, ohne dabei zu seinem Durchschnitt zurückzukehren.

Deshalb ist es wichtig als Trader auch den übergeordneten Trend im Auge zu haben, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Hierfür könnte man beispielsweise nur Handelssignale berücksichtigen, die im Einklang mit dem übergeordneten Trend sind.

Einfügen der Bollinger Bänder in Trading View

Um die Bollinger Bänder als Indikator nutzen zu können, muss man diese zunächst zu seinem Chart hinzufügen. Sie sind in fast jeder Handelssoftware standardmäßig enthalten.

In diesem Beispiel zeige ich euch wie ihr sie bei der sehr beliebten Chartsoftware Trading View hinzufügen könnt. Trading View nutzen auch wir tagtäglich und sind sehr zufrieden.

Zunächst wählt man bei Trading View den entsprechenden Basiswert aus. Danach wählt man in der oberen Leiste den Reiter „fx Indikatoren“ aus. Nun gibt man in der Suchleiste „Bollinger Bands“ ein und klickt diese an. Jetzt sollten die Bollinger Bänder automatisch im Chart hinzugefügt sein. Die Standardeinstellungen können so beibehalten werden.

Wenn man den Indikator noch farblich anpassen möchte, geht man zunächst mit der Maus über den Indikator und wählt das „Zahnrad“ Symbol aus. Dies führt einen zu den Einstellungen. Unter dem Reiter „Stil“ kann man nun nach belieben farbliche Anpassungen einstellen.

 

 

Quelle: Tradingview

 

Analyse der Bollinger Bänder

Wie bereits angesprochen, besteht das zentrale Konzept der Bollinger Bänder darin, die Volatilität eines Basiswerts zu analysieren.

Bei der Anwendung der Bollinger Bänder, besteht das Ergebnis in dem bereits erwähnten Volatilitätskanal, der den Verlauf des Kurses umgibt.

Der Kanal verengt sich und rückt näher an den Kurs heran, wenn der Basiswert eine geringe Volatilität aufweist. Umgekehrt wächst der Abstand des Kanals zum Kurs, wenn der Basiswert eine sehr hohe Volatilität aufweist.

Eine Verengung des Kanals wird auch als „Squeeze“ bezeichnet. Ein Squeeze signalisiert eine Periode niedriger Volatilität. Trader und Investoren interpretieren einen Squeeze  oftmals mit künftig erhöhter Volatilität und unmittelbar bevorstehenden Kursbewegungen.

Erfahrene Trader wenden Bollinger Bänder zum Teil auch auf andere Indikatoren an und nicht nur auf Kurse. Dabei ist es zum Beispiel möglich, Bollinger Bänder auf das Handelsvolumen oder auf einen Indikator wie den Relative-Stärke Index (RSI) anzuwenden. Damit können extreme Werte des jeweiligen Indikators sichtbar gemacht werden.

Ausbruchsstrategie: Ein und Ausstiege

Ein Ausbruch (Breakout) liegt dann vor, wenn der Kursverlauf eines der beiden Bollinger Bänder durchbricht. Also wenn der Kurs ungewöhnlich stark nach oben oder nach unten ausschlägt. Da der Kurs meistens zwischen den beiden Bollinger Bänder bleibt, ist jeder Ausbruch unter oder über die Bänder ein Ereignis, das Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Im Falle eines Ausbruchs muss die Kerze über (Long-Trade) oder unter (Short-Trade) dem jeweiligen Bollinger Band schließen. Danach folgt der Einstieg.

Um einen möglichen Ausstiegspunkt zu identifizieren kann man zum Beispiel den ATR-Indikator nutzen. Des Weiteren könnte man auch im Vorhinein ein festes CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) festlegen.

Das Stop-Loss könnte man dann beispielsweise unter bzw. über die Ausbruchskerze legen.

Nach der Konsolidierungsphase bewegt sich der Kurs häufig stark in eine Richtung, sei es nach oben oder nach unten. Idealerweise geschieht dies auch bei hohem Volumen. Wenn es bei der Ausweitung der Bänder gleichzeitig zur Erhöhung des Handelsvolumen kommt, kann es ein Zeichen dafür sein, dass sich der Kurs weiterhin in die Richtung des Ausbruchs bewegt.

Allerdings kann sich der Ausbruch nach einem Squeeze auch als Fehlausbruch erweisen. Dabei passiert es öfters, dass der Kurs unmittelbar nach einem Squeeze in eine Richtung dreht, scheinbar nur um Händler zu der Annahme zu verleiten, dass der Ausbruch in diese Richtung nachhaltig erfolgt. Danach folgt eine Trendwende und die wahre und längerfristige Bewegung in die entgegengesetzte Richtung entsteht.

Ein Ausbruch stellt aber nicht immer gleich ein zuverlässiges Handelssignal dar. Ein einfacher Ausbruch muss nicht zwingend einen Hinweis auf die Richtung und das Ausmaß der zukünftigen Kursbewegungen geben. Viele Trader begehen hier den Fehler, indem sie glauben, dass das Kreuzen der Bänder ein Signal zum Kaufen oder Verkaufen ist.

Kritik an den Bollinger Bändern

Viele Fachleute der Finanzmärkte üben immer wieder Kritik an den Bollinger Bändern. Die Voraussagen seien laut Meinung der Experten nicht tragfähig genug.

Funktionieren Bollinger Bänder im Trading überhaupt?

Aufgrund fehlender Informationen (hier können auch wieder fundamentale Katalysatoren einen Einfluss haben) lassen sich keine zuverlässigen Aussagen darüber treffen, dass sich ein Kurs zukünftig in einem vorhersehbaren Abstand zum gleitenden Durchschnitt bewegt.

Des Weiteren entspreche der gleitende Durchschnitt nicht die an einen Erwartungswert gestellten Anforderungen. Zudem sei die Annahme der Gauß‘chen Normalverteilung nicht verifizierbar.

Bollinger Bänder werden aus einem einfachem gleitenden Durschnitt berechnet. Das bedeutet, dass ältere Kursdaten genauso gewichtet werden wie die neuesten. Neue Kurse können deshalb durch veraltete Kurse verwässert werden. Außerdem sind die Parameter wie die 2 Standardabweichungen und der 20-tägige Kursdurschnitt etwas willkürlich gewählt und funktionieren möglicherweise nicht in jeder Situation.

Als Alternative könnte man hier den normalen gleitenden Durschnitt durch einen exponentiell gleitenden Durschnitt ersetzten. Damit hätten die neueren Kurse eine höhere Gewichtung als die älteren.

 

Fazit:

Das Verfahren der Bollinger Bänder, welches nach John Bollinger benannt wurde, erlaubt trotz einiger Schwachpunkte einen Blick auf die zukünftig eventuell vorkommenden Veränderungen bei Basiswerten. Der Kursverlauf, den ein Basiswert in der Vergangenheit vorweist, ist ein wichtiger Einflussfaktor.

Mit Hilfe der Kurshistorie ist laut John Bollinger eine Vorhersage bezüglich der zukünftigen Kursentwicklung möglich. Außerdem lässt sich eine Eintrittswahrscheinlichkeit für solch eine Entwicklung benennen. Allerdings sind Bollinger Bänder nicht in der Lage eine Aussage dazu zu treffen, in welche Richtung sich ein Kurs entwickelt.

Aufgrund mangelnder Informationen wird der Methode von Kritikern immer wieder vorgeworfen, keine zuverlässigen Aussagen zu liefern. Des Weiteren werden die Standardabweichung sowie der gleitende Durschnitt nicht als aussagekräftige Werte kritisiert.

Bollinger Bänder sollten wie bei jeder Strategie nicht das einzige Werkzeug eines Traders sein. Die Risiken ihrer Anwendung sollten bei möglichen Handelsentscheidungen berücksichtigt und begrenzt werden.

Trotz alle dem sind Bollinger Bänder im Laufe der Zeit ein sehr beliebtes Mittel der Charttechnik geworden. Sie haben sich zu einem der am häufigsten verwendeten und nützlichsten Indikatoren entwickelt, um extreme Kursbewegungen zu identifizieren.

Falls du erlernen möchtest, wie man die technische und fundamentale Analyse erfolgreich kombiniert, um langfristig erfolgreich im Börsenhandel zu sein, dann schau doch gerne mal bei unserem kostenlosen Newstrading-Webinar vorbei:

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Bis demnächst und Gute Trades!

Lukas

Lukas Godau
Lukas ist Analyst bei TradingFreaks. Er erstellt Artikel zu allen relevanten Tradingthemen sowie tägliche Watchlists mit Trade Ideen für das Trading Team, wovon auch die Mitglieder des Top Trader Programms profitieren.

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