Lerne, wie du täglich deine DAX Chartanalyse erstellst und welche kostenlosen Tools dafür am besten geeignet sind.

 
 
Eine saubere DAX Chartanalyse kann goldwert sein. Besonders wenn sie den Traum eines jeden Traders erfüllt:

Die Vorhersage des zukünftigen Kurses!

Naja, zumindest die grobe Richtung.

Würde unsere DAX Chartanalyse es schaffen, uns einen klaren Handelsplan für die kommenden Tage oder Wochen im DAX aufzuzeigen, hätten wir einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Allerdings wäre das nur der erste Schritt. Der schwierigste Teil kommt nämlich erst nach der DAX Chartanalyse – die Umsetzung der Gedanken und Analyse in einen Trade.

Achja.. und dann auch noch das disziplinierte Durchziehen dieses Trades bis zum bitteren Ende.

Das bittere Ende ist dabei eigentlich gar nicht bitter. Es ist ein schönes Ende, weil wir im Idealfall eine riesige Strecke mitgenommen haben und aus dem stetig gestiegenen Buchgewinn am absoluten Peak einen realisierten Gewinn gemacht haben.

Also lass uns anfangen und Schritt-für-Schritt durchgehen, wie du eine saubere DAX Chartanalyse erstellst.

Anschließend zeige ich dir noch drei sehr gute Chartsoftware Tools, mit denen du die DAX Chartanalyse dann einfach und effektiv vornehmen kannst.
 
 

So erstellst du deine DAX Chartanalyse

 
Bevor du die ersten Linien in den Chart malst und Trends bestimmst, müssen wir erst einmal festlegen, was genau dein Tradingstil ist.

Dabei unterscheiden wir generell drei Handelsstile:

• Scalper
• Daytrader
• Swingtrader

Der Scalper hält seine Trades nur wenige Sekunden oder Minuten. Ihm reichen ein paar Punkte auf Grund eines hohen Hebels.

Der Daytrader hat einen etwas längeren Zeithorizont als der Scalper. Ursprüngliches Ziel des Daytraders ist das Schließen der Position zum Tagesende.

Der Swingtrader hingegen hält seine Positionen in der Regel über mehrere Tage und Wochen.
 
Das anvisierte Kursziel (Take Profit) bestimmt den Handelsstil und damit auch das Risikomanagement des Traders. Auf Basis der potenziellen Haltedauer und des Take Profits werden nämlich Positionsgröße bzw. Hebel bestimmt.

Warum ist es wichtig dass du als erstes deinen Tradingstil findest und danach erst mit der Chartanalyse beginnst?

Denke diesbezüglich einmal über die verschiedenen Trading Zeiteinheiten nach.

Du kannst in deiner Chartsoftware verschiedene Zeiteinstellungen vornehmen und dir den Kursvlerauf im Minuten-, Stunden-, oder Tageschart anschauen.
 

Stelle dir jetzt die Frage:

Macht es Sinn, dass ein Swingtrader im 5 Minutenchart handelt? Oder umgekehrt: Macht es Sinn, dass ein Daytrader nur auf Basis des Wochencharts handelt?

Natürlich nicht. Denn die Zeiteinheit passt nicht zu den Tradingstilen.

Eine komplette Vernachlässigung der genannten Zeiteinheiten macht aber auch keinen Sinn.

Die Lösung sieht so aus, dass ALLE Tradingstile sowohl die Minutencharts als auch den Tages- oder Wochenchart analysieren müssen.

Je nach Ansatz muss der eine Trader dann verstärkt den 5-Minutenchart hinzuziehen (Scalper) und der andere den Stunden- oder Tageschart (Swingtrader).

Scalper und Daytrader müssen also auch den 4h-Chart oder den Tageschart begutachten, um den übergeordneten Trend festellen zu können.
 
 

DAX Chartanalyse – Schritt 1: Übergeordneter Trend

 
Wir wollen im ersten Schritt den übergeordneten Trend feststellen, um die „Großwetterlage“ herausfiltern zu können.

Denn auch als Daytrader sollten wir uns gut überlegen, ob wir das nötige Selbstvertrauen für einen Trade zusammenkriegen, wenn wir aus dem 15-Minutenchart heraus einen Short eingehen, aber der Tageschart ganz klar long zeigt.

Wir nehmen jetzt weiterhin an, dass unser Tradingstil das Swingtrading ist und dementsprechend die Charts betrachten.

Dazu schauen wir uns im ersten Schritt den Dax als Tageschart (also 1 Kerze = 1 Tag) an.
 
Dax Chartanalyse Tageschart
 
Hier erkennt man, dass der Trend long ist. Es ist kein steiler sondern eher ein seitwärts gerichteter Aufwärtstrend.

Der DAX notiert über der EMA200 und hat im betrachteten Zeitraum vom Tief bis zum Hoch ca. 3000 Punkte zurückgelegt.

Jetzt weiß ich, dass mein favorisiertes Setup für einen Daytrade tendenziell long ausgerichtet sein wird.

Doch wo soll ich einen Tradeeinstieg wählen und wie viele Punkte will ich mit dem Trade gewinnen?

Um dafür ein sauberes Trading Setup zu finden gehen wir in eine niedrigere Zeiteinheit, als den Tageschart.
 
 

DAX Chartanalyse Schritt 2: So ermittelst du Einstieg und Ausstieg in einen Trade

 
Ich habe hier den 4-Stundenchart gewählt. Dort erkenne ich nun, wo es gute Chancen für einen Einstieg in einen Long-Trade gibt.
 
DAX Chartanalyse 4h Chart
 
Ich nutze, wie viele Retailtrader aber auch institutionelle Trader gerne Fibonacci Retracements. Dazu findest du hier einen ausführlichen Beitrag.

Aus den Fibos ergeben sich vier potenzielle Gegenbewegungen, sofern der DAX in diese Zonen zurückfällt. An der jeweiligen Linie könnte man also eine Kauforder platzieren, wenn man dort mit einem Ende der Korrektur und der Wiederaufnahme des Longtrends rechnet.

Von den Fibos gefällt mir das 61,8er in diesem Fall am besten, denn es trifft auf die gleiche Stelle im Kurs, wie eine markante Unterstützungslinie (lila, 10819). Hier erhöht sich die Chance auf einen Rebound.

Ich habe aber auch einen orangenen Kreis über den aktuellen Kurs gelegt (ganz oben). Hier sieht der Markttechniker einen Punkt 2. Sobald die aktuelle Seitwärtskorrektur beendet ist und der Kurs ein neues Hoch markiert, ist mit einem steigenden DAX zu rechnen.

Denke daran: Als Swingtrader wollen wir mehrere Tage traden und entsprechend der durchschnittlichen, täglichen Handelsspanne im DAX können wir ein paar hundert Punkte mitnehmen.

Der Daytrader und erst recht der Scalper müsste jetzt in den 5- oder 15-Minutenchart gehen, der Swingtrader nicht mehr zwingend, höchstens zur Verfeinerung des Einstiegs, des Stop Loss und des Take Profits.
 
Was fehlt uns jetzt noch? Der Ausstieg.

Wenn ich mir den Stunden- und den Tageschart anschaue, finde ich nicht wirklich einen geeigneten Ausstiegspunkt, da mir die Skalierung keine historischen Höchstkurse anzeigt (liegt am dargestellten Seitwärts-Aufwärtstrend).

Also gehe ich in die nächsthöhere Zeiteinheit, den Wochenchart.
 
DAX Chartanalyse Wochenchart
 
Hier sehe ich für einen Swingtrader aktuell nur einen interessanten Take Profit. Das Allzeithoch bei ca. 12350 Punkten. Sofern die Fundamentaldaten (Geldpolitik) weiterhin stimmen, könnte das Allzeithoch in den nächsten Wochen angelaufen werden.

Auf Basis des historischen Kursverlaufs in dieser Zone wird es tendenziell gemächlich ablaufen. Also bildlich gesprochen 200 Punkte hoch, 100 Punkte runter, 200 Punkte hoch, usw.

Nun kann man seine Position aktiv managen und den Stop Loss zwischendurch immerwieder nachziehen. Dazu ist der Blick in den Stundenchart empfehlenswert um dort markante Untersützungs- und Widerstandszonen zu finden.

Auch ein Teilverkauf auf halber Strecke kann Sinn machen, wenn man merkt, dass dem DAX die Puste ausgeht. So hat man zumindest einen Teilgewinn realisiert.
 
 

DAX Chartanalyse – Schritt 3: Umsetzung der Ideen

 
Nachdem wir Ein- und Ausstiegspunkte gefunden haben, müssen wir die potenziellen Longtrades weiter planen.

Dazu gehört ein sauberes Risikomanagment, denn wir müssen immer damit rechnen, dass sich unsere Positionen nicht so entwickeln, wie gewollt. Das letzte was wir wollen ist die Gefährdung unseres Kontos.

Wir wollen also pro Trade nur eine kleine Summe unseres Kapitals riskieren und im Notfall die Reißleine ziehen, wenn es gegen uns läuft.

Diese Reißleine ist der Stop Loss. Er hilft uns auch aus psychologischer Sicht, einen Schlussstrich unter einen Trade zu ziehen.

Doch wo legen wir den SL sinnvollerweise in den Markt?

Hier gilt es die Balance zwischen zu eng und zu weit zu finden.

Ein zu enger Stop Loss wird schnell abgefischt, obwohl die Trendrichtung gar nicht gefährdet wurde. Zu einem Trend gehören schließlich Bewegung und Korrektur.

Ein zu weiter Stopp riskiert dagegen zuviel Tradingkapital.

Du wirst merken, dass die Trading Psychologie eine Rolle spielt und ein Stopp auch auf Basis deiner Psyche gewählt werden sollte.

Denn wenn die 1% Regel dir beispielsweise vorgibt, 100 EUR zu riskieren, du aber nach 50 EUR Buchverlust schon nervös wirst und jedes Zucken mit einem Puls von 140 beobachtest, dann wähle ruhig den kleineren Betrag.
 
 

DAX Chartanalyse – Schritt 4: Abgleich mit dem Leitwolf

 
Zugegeben, dieser Schritt könnte auch an erster oder zweiter Stelle erfolgen. Wichtig ist, dass du ihn generell beachtest.

Gemeint ist ein Abgleich mit dem Leitwolf der Aktienmärkte, dem us-amerikanische S&P500. Dieser Aktienindex hat weltweit die größte Bedeutung, denn er gibt die Richtung vor. Sein Handelsvolumen ist nachts über die Futures sogar höher als das Volumen im DAX zur Haupthandelszeit!

Wir müssen uns klar machen, dass der DAX vielleicht temporär mal sein eigenes Süppchen kocht, der S&P500 aber generell die Zügel in der Hand hält.

Mit anderen Worten: Der DAX kann sich der Entwicklung des S&P500 nicht entziehen.

Wenn du in deiner Chartanalyse einen steigenden DAX favorisierst, aber der S&P500 gerade ein deutliches Umkehrmuster ausgebildet hat, solltest du je nach Tradingstil, zuerst abwarten, was dort passiert.

Wenn beide in die identische Handelsrichtung zeigen, stehen deine Chancen auf einen Gewinntrade deutlich besser.

Zusammenfassend haben wir in diesem Artikel also folgendes besprochen:

  1. Tradingstil festgelegt
  2. Übergeordneten Trend ermittelt
  3. Ein- und Ausstiegspunkte markiert
  4. CRV bestimmt, Positionsgröße gewählt + Abgleich mit S&P500

 
Nun zeige ich dir abschließend noch welche Chartsoftware sich zur täglichen Analyse der Charts eignet.
 
 

DAX Chartanalyse mit der richtigen Chartsoftware

 
Eine umfängliche aber dennoch simple Chartsoftware ist goldwert. Dabei haben wir die Möglichkeit, auf kostenpflichtige und kostenlose Charting Tools zurückzugreifen.

Ich stelle dir hier drei Chartprogramme vor, die kostenlos sind, aber ggf. kostenpflichtig erweitert werden können.
 
 
1. Chartsoftware – Traderfox

Als erstes schauen wir uns die Echtzeit-Börsensoftware von Traderfox an.

Das Kernstück von Traderfox ist das browserbasierte Trading Desk. Dort kannst du dir deine eigenen Widgets so zusammenstellen, wie du sie für dein Trading brauchst.

Du kannst diverse Börsenkurse, Marktdaten und Nachrichten abrufen, aber auch Chartsignale und Aktienscreener verwenden.
 
Traderfox ChartsoftwareQuelle: traderfox.de
 
Die kostenlosen Grundfunktionen lassen sich durch Premiumdienste beliebig erweitern.

Als nächstes schauen wir uns das Tool von boerse-go.de an.
 
 
2. Chartsoftware Guidants

Diese Chartsoftware ist bekannt geworden durch Godmode-Trader. Ähnlich wie bei Traderfox gibt es hier diverse Grundfunktionen, die kostenpflichtig erweitert werden können.

Auch hier kann ich mir mein persönliches Trading Desk zusammenstellen.

Besonders interessant: Mittlerweile kann ich bei diversen Brokern (JFD Brokers, Consorsbank, etc) direkt aus Guidants heraus Orders platzieren.
 
Guidants ChartsoftwareQuelle: Guidants
 
Neben dem Charting Tool gibt es auch ein ansprechendes Newsfeed welches du unter https://news.guidants.com/#!Ticker/Feed/?Ungefiltert abrufen kannst.
 
 
3. Chartsoftware – Metatrader

Der Metatrader ist die ultimative Handelsplattform für Retailtrader. Viele CFD und FX Broker bieten den MT4 oder MT5 kostenlos an. Damit kann ich dort meine Chartanalyse erstellen und direkt aus dem Chart heraus handeln.

Im Unterschied zu den vorherigen Tools ist der Metatrader eine Software, die du downloaden musst. Es gibt aber auch Broker, die den Metatrader als Webplattform, also browserbasiert, anbieten. So zum Beispiel GKFX.
 
Metatrader Software
 
Einen Artikel mit Tipps und Tricks zum Umgang mit dem MT4 findest du hier.

Somit hast du nun drei kostenlose Chartsoftware Programme kennengelernt, die du für die Erstellung deiner Chartanalyse nutzen kannst.
 
 

Fazit:

 
Wir haben uns zum einen eine Chartanalysemethode angeschaut und zum anderen geeignete Chartsoftware präsentiert.

Das schöne an der vorgestellten DAX Chartanalyse ist, dass du sie sogar auch auf andere Aktienindizes anwenden kannst.

Das solltest du sogar unbedingt tuen, da es nicht sinnvoll ist, nur einen einzigen Basiswert wie den DAX zu handeln.

Teste verschiedene Chartsoftware und schaue, mit welchem Tool du einfach und übersichtlich arbeiten kannst.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!

 
 

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