Fibonacci Retracements sind ein beliebtes Tool aus der Werkzeugkiste der Charttechniker. In bestimmten Phasen können Trader damit bestimmte Kursbewegungen prognostizieren. Hier lernst du, wie es geht.

Diese aus der Mathematik des 14.Jahrhunderts stammende Methode lässt sich im Trading verblüffend präzise auf die Vorhersage von Kursbewegungen anwenden.

Einer der Pioniere der Charttechnik war Ralph Nelson Elliott. Für Elliott verlaufen Aktienmärkte in Wellen, ähnlich den natürlichen Gezeiten im Meer. Eine Aktienhausse entspricht demnach der Flut, welche von der Ebbe (Baisse) irgendwann abgelöst wird.

Elliott benutzte die Zahlenfolge von Fibonacci, um das Ausmass der Ebbe (also der Kurskorrektur) zu prognostizieren.

Er zerteilte die Strecke zwischen Hoch- und Tiefpunkt einer Bewegung entsprechend den Regeln des Goldenen Schnitts.

Als Resultat ergaben sich drei wichtige Marken, die von großer Bedeutung sind. Neben 38,2% sind es sowohl 50% als auch 61,8%.

Behalte diese Marken im Hinterkopf!

Denn genau diese Marken sind bedeutende Widerstands- und Unterstützungszonen in der Charttechnik.

Es ist teilweise schon erschreckend, wie genau der Kurs an diesen Marken dreht.

Wie du das für dein Handels-Setup nutzen kannst, zeige ich dir nun am Beispiel des DAX (Stundenchart).

DAX Fibonacci

Wir sehen im Chart eine schöne Aufwärtsbewegung, ausgehend vom temporären Tief bei 10183 Punkten.

Nach ein paar Tagen markierte der Kurs dann ein lokales Hoch bei ca. 10650 Punkten.

Du kannst das Tief bei 10183 auch als Trendwende handeln (sofern du es erkennst). Ein sehr zuverlässiges Trendwende-Muster ist der „Hammer“, bestätigt durch eine bullische Folgekerze, so wie es hier abgebildet ist.

Nach diesem Muster handeln wir hier aber nicht. Also weiter im Text. Nun haben wir den Up-Move abgewartet und nutzen eine kleine Korrektur dieser Aufwärtsbewegung für einen Longeinstieg.

 

Hier kommt jetzt das Fibonacci Retracement ins Spiel.

Mit Hilfe des 38,2er Fibonacci Retracement versuchen wir einen ersten Einstieg zu finden.

Doch in welche Richtung wollen wir überhaupt handeln?

In diesem Falle suchen wir einen Long-Einstieg, da der Trend übergeordnet Long ist und wir nur nochmals eine günstige Gelegenheit suchen, um an der Long-Welle teilzunehmen. Das 38,2er Level dient als Orientierung, wo der Kurs nach erfolgter Korrektur wieder nach oben drehen könnte.

Wir legen also das Fibonacci Retracement über die komplette Aufwärtsbewegung an. Das erkennst du im Chart an der roten, diagonalen Linie, die vom Hoch bis zum Tief führt.

Da sich der Kurs bereits auf dem Rückweg Richtung Norden befindet, suchen wir nun unseren ersten Short-Einstieg beim 38,2er Retracement. Wir hoffen,dass der Kurs dort nach oben abprallt und eine weitere schöne Aufwärtstrecke vor sich hat.

Wir warten also ab, wie sich der Kurs bei ca. 10.470Punkten verhält.

Nach ein paar Stunden..

Fibonacci Retracement

Wir sehen, dass der Kurs sehr schön am 38er RT gedreht hat und nun in Richtung Norden drehte.

Der grüne Kreis markiert die Zone rund um das 38,2er Fibo-Level und dort befindet sich nun auch unser getätigter Einstieg mit einem Long CFD auf den DAX. Einen Stop Loss kann man je nach persönlichem Risikomanagement knapp unter dem 38,2er Level wählen oder unter den anderen Levels.

Man sieht im weiteren Chartverlauf auch, dass der Kurs einige Stunden das 38,2er Level testete und dann nach oben hin ausgebrochen ist. Hieran erkennst du, wie wichtig es ist, die „Füße still halten zu können“ und nicht voreilig Schlüsse ziehen.

Einen Take Profit (Ausstieg) haben wir im Bereich des letzten lokalen Hochs (also bei 10640 Punkten) gewählt. Hier kam der Kurs dann auch erstmal nicht weiter. Dennoch waren das gute 170 Punkte Gewinn.

An diesem Beispiel hast du die einfache, aber dennoch präzise Funktionsweise der Fibonacci-Retracements kennen gelernt.

Du kannst das Traden nach diesem Setup ganz einfach einstudieren, in dem du dir historische Kursverläufe anschaust und mit deinem Chartprogramm die Hoch- und Tiefpunkte verbindest.

Noch ein paar Tipps zum Fibonacci Retracement:

 

  • Es wird immer die aktuelle Bewegung betrachtet.
  • Kombiniere die Fibos 38er, 50er und 61er mit einem Unterstützungslevel oder einem Widerstandslevel (siehe Charts)
  • Nutze Fibos zunächst in größeren Zeiteinheiten ab 1h-Chart

Die Fibos funktionieren in höheren Zeiteinheiten gut, weil viele Marktteilnehmer (auch Institutionelle) auf diese Level achten und dementsprechend Ihre Orders platzieren.

Vor allem das 38,2er Level findet große Beachtung unter Tradern und Spekulanten. Die Chance auf einen Gewinntrade wird erhöht, wenn in diesem Zielbereich weitere Indikatoren wie Pivot Points oder Widerstands-/Unterstützungszonen liegen.

Selbstverständlich kann man auch Abwärtstrends mit Hilfe des Fibonacci Retracement handeln. Wie erwähnt geht es darum, mit Hilfe dieses Tools einen Widereinstieg in einen Trend zu finden.

Fazit:

Fibonacci Retracements sind natürlich keine Allzweckwaffe. Die gibt es beim Trading nicht. Hier werden Wahrscheinlichkeiten gehandelt und Risk- und Moneymanagement berücksichtigt.

Die Fibos bieten dir aber eine gute Möglichkeit, einen Abpraller nach erfolgter Korrektur zu handeln – und zwar sowohl long als auch short!

Du kannst dieses Instrument ohne Risiko im Rahmen von Backtests und Papertrades einfach testen und dein Trading optimieren.

Als Forex Newstrader ist es für mich ein Tool, was meinen Trade optimieren kann, aber niemals die alleinige Begründung für einen Long oder Short darstellt.

Hier erfährst du mehr zu meiner Trading Strategie.

Viel Erfolg

Tim

 

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