Das Volumenprofil zeigt, bei welchen Kursen ein Markt tatsächlich gehandelt wurde, nicht nur wann sich der Kurs bewegt hat. Trader nutzen es, um mit dem Point of Control (POC) und der Value Area objektive Unterstützungs- und Widerstandszonen für Ein- und Ausstiege zu erkennen, sofern der Markt echtes, börslich ausgewiesenes Volumen liefert. Bei TradingFreaks ist das Volumenprofil Teil der technischen Analyse aus der Indikatoren-Rubrik, deren Grundlagen der kostenlose Trading lernen Starterkurs vermittelt.
Viele Einsteiger sehen den Point of Control oder die Value Area im Chart, ohne die Begriffe zuordnen zu können und steigen eher nach Bauchgefühl als nach System ein und aus. TradingFreaks vermittelt Werkzeuge der technischen Analyse wie das Volumenprofil im Rahmen einer TÜV-ISO-9001-zertifizierten Ausbildung (TÜV Rheinland). Die Zertifizierung bezieht sich auf das Qualitätsmanagement, nicht auf Trading-Ergebnisse.
Wer POC und Value Area lesen kann, erkennt objektive Unterstützungs- und Widerstandszonen statt sich auf Bauchgefühl zu verlassen. Genau hier lernst du alles, von der Definition bis zum Beispiel-Trade auf Basis von POC und Value Area.
Was ist das Volumenprofil?
Das Volumenprofil visualisiert das Handelsvolumen als treibende Kraft hinter einer Kursbewegung. Es zeigt, zu welchen Preisen tatsächlich gehandelt wurde. Trader nutzen es vor allem, um Ein- und Ausstiege gezielter zu timen, weil es objektive Preiszonen statt subjektiver Einschätzungen liefert. Anwendbar ist es in allen Märkten mit echtem, börslich ausgewiesenem Volumen, also bei börsennotierten Werten wie Aktien oder Indizes.
Wofür wird das Volumenprofil eingesetzt?
Vor dem Einstieg zeigt dir das Volumenprofil, ob der aktuelle Kurs in einer bereits intensiv gehandelten Zone liegt oder in einem dünn gehandelten Bereich, den der Markt erfahrungsgemäß schnell wieder verlässt. Genau diese Unterscheidung nutzt du, um Einstieg, Ziel und Stop-Loss zu planen, anstatt dich auf Bauchgefühl zu verlassen.
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Wo funktioniert es nicht?
Im Forex-Kassamarkt (Interbankenhandel) liefert das Volumenprofil keine verlässlichen Daten, weil dort keine zentralen Umsatzzahlen ausgewiesen werden. Auch die Deutsche Bundesbank bestätigt diese dezentrale Struktur. Wegen fehlender zentraler Börse werden Devisenumsätze nur alle drei Jahre per Zentralbankerhebung ermittelt. Bei Währungs-Futures ist das Volumenprofil dagegen einsetzbar, weil diese über eine zentrale Terminbörse mit ausgewiesenem Volumen gehandelt werden.
Wie sieht das Volumenprofil im Chart aus?
Das klassische Volumen zeigt sich als Histogramm auf der Zeitachse, wobei jede Kerze von einem Balken repräsentiert wird. Das Volumenprofil dagegen liegt auf der Preisachse und zeigt, bei welchem Kurs wie viel gehandelt wurde. Zwei Grundbegriffe brauchst du dafür, und zwar der Price Range, der die gesamte Handelsspanne des Tages darstellt und der Close, der der Schlusskurs des Tages ist.
Volumenprofil am Beispiel der Apple-Aktie (AAPL)
Zur Anschauung habe ich das klassische Volumen im Tageschart der Apple-Aktie (AAPL) markiert. Die Balken verlaufen waagerecht und zeigen den Umsatz zu einem bestimmten Preis, nicht zu einer bestimmten Uhrzeit.

Gilt das für jeden Zeitrahmen?
Diese Darstellung ist identisch, unabhängig davon, ob du den Stundenchart oder den Tageschart betrachtest. Die horizontale Verteilung der Balken bleibt gleich, nur die Datenbasis pro Zeitrahmen unterscheidet sich. Ob du kurzfristig auf dem Stundenchart oder längerfristig auf dem Tageschart handelst. Die Logik von POC und Value Area bleibt in beiden Fällen dieselbe.

Volumenprofil in TradingView einrichten
In TradingView öffnest du den Indikatoren-Reiter und suchst nach dem Indikator „Visible Range Volume Profile“. Das Volumenprofil ist damit direkt in TradingView verfügbar, der von TradingFreaks empfohlenen Chart-Plattform für Papertrading und Live-Charts. Nach der Aktivierung erscheinen POC, Value Area und die Verteilungsbalken automatisch im Chart.

Row Size und Value-Area-Prozentsatz einstellen
In den Indikator-Einstellungen findest du die Option Row Size. Ist „Rows Layout“ auf „Number of Rows“ gesetzt, bestimmt Row Size die Gesamtzahl der Zeilen im Histogramm. Bei „Ticks Per Row“ legt der Wert stattdessen die Anzahl der Ticks pro Zeile fest.
Für die Value Area steht der Prozentsatz des Volumens, der farblich hervorgehoben wird. TradingView setzt diesen Wert standardmäßig auf 70 Prozent, anpassbar nach eigener Strategie. Viele Trader kombinieren das Volumenprofil zusätzlich mit einem gleitenden Durchschnitt zur Trendbestätigung.
Farbanpassung für POC, HVN und LVN
Im Style-Tab passt du die Farben der Profilzonen an. Du kannst Farbe und Deckkraft anpassen für Kauf- und Verkaufsvolumen sowie für die Value-Area-Zonen. Eine klare Farbcodierung hilft dir, POC, HVN und LVN auf einen Blick zu unterscheiden.
Wie interpretierst du das Volumenprofil?
Volumen ist kein zusätzlicher Indikator, sondern ein fixer Bestandteil jedes Handels. Jeder Trade verursacht Volumen, und die Verteilung sieht deshalb typisch glockenförmig aus. Den Hochpunkt markiert der Point of Control (POC), das Preisniveau mit dem höchsten Volumen im gewählten Zeitraum und damit der faire Preis des Tages.
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Die Auktionsmarkttheorie einfach erklärt
Um den POC herum liegt die Value Area, die Preiszone, die normalerweise 70 Prozent des Volumens einer Sitzung enthält. Die Auktionsmarkttheorie besagt, dass sich der Markt über diesen Value-Bereich selbst reguliert. Preise außerhalb der Value Area gelten als vorübergehend unfair und werden tendenziell zurückgeholt. Die untere Grenze heißt VAL (Value Area Low), die obere VAH (Value Area High), während VAAL und VAAH unabhängig vom Volumen das Tagestief beziehungsweise Tageshoch markieren.
Langes vs. kurzes Verweilen im Kurs
Verweilt der Kurs länger in einer Preisspanne, entsteht dort mehr Volumen, und der Markt akzeptiert diesen Bereich als fairen Wert. Kurzes Verweilen bedeutet dagegen, dass Käufer oder Verkäufer den Preis als unfair empfanden und ihn schnell wieder verließen. Zur Einschätzung der Volatilität rund um die Value Area ergänzen viele Trader das Volumenprofil zusätzlich mit Bollinger-Bändern.
Wie wendest du das Volumenprofil an?
Das Volumenprofil liefert die stärksten Signale, wenn du es mit anderen Werkzeugen kombinierst. Beispielsweise, die Volumenanalyse zusammen mit der klassischen Charttechnik und der Fundamentalanalyse erhöht die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Trades. POC und HVNs (High Volume Nodes) fungieren dabei als Unterstützungs- und Widerstandszonen, weil dort bereits viele Marktteilnehmer gehandelt haben. POC und HVNs sind damit ein Kernkonzept der technischen Analyse, die TradingFreaks in seinem Trading-Lernen-Bereich behandelt.
Öffnung in der Value Area
Öffnet der Markt innerhalb der Value Area, sind sich die Marktteilnehmer weitgehend einig, welches Preisniveau fair ist. Eine Fortsetzung der bisherigen Preisrange ist in diesem Fall wahrscheinlicher als ein Ausbruch.
Öffnung über VAH oder unter VAL
Öffnet der Markt über dem VAH, haben die Bullen tendenziell die Oberhand, und höhere Kurse sind wahrscheinlicher. Öffnet er dagegen unter dem VAL, dominieren die Bären, und der Markt tendiert eher nach unten.
Beispiel: Ein DAX-Trade mit POC und Value Area
Nimm als reines Anschauungsbeispiel an, dass der DAX range-gebunden um 18.000 Punkte notiert, das Tages-Volumenprofil einen angenommenen POC bei 18.050 Punkten zeigt, die Value Area von einem angenommenen VAL bei 17.980 bis zu einem angenommenen VAH bei 18.120 Punkten reicht. Öffnet der DAX am Folgetag innerhalb dieser Value Area, dient der POC als mögliche Referenz für einen Einstieg in Richtung der bisherigen Range. Für die Stop-Loss-Distanz nutzen viele Trader zusätzlich den ATR-Indikator.
Diese Inhalte dienen der Weiterbildung und stellen keine Anlageberatung dar. Die Erwähnung bestimmter Wertpapiere oder Anbieter ist keine Empfehlung zum Kaufen, Verkaufen oder Halten.
Grenzen des Volumenprofils
Trotz dieser Kombinierbarkeit bleibt das Volumenprofil im Forex-Kassamarkt unzuverlässig, weil der dezentrale Interbankenhandel keine zentral ausgewiesenen Umsatzzahlen liefert. Bei Terminkontrakten wie Währungs-Futures, dem DAX oder Einzelaktien mit zentraler Börsennotierung funktioniert die Analyse dagegen zuverlässig. Prüfe deswegen vor jeder Analyse, ob dein Markt überhaupt echtes, zentral ausgewiesenes Volumen liefert.
Datenqualität hängt vom Anbieter ab
Volumendaten unterscheiden sich je nach Datenanbieter oder Broker, weil nicht jeder Anbieter dieselbe Datenbasis zusammenfasst. Im dezentralen Devisenhandel nutzt die Trading-Community deshalb häufig Proxy-Daten aus Tick-Aktivität und aggregierten Kursfeeds. Die Aussagekraft deiner Volumenprofil-Analyse ist immer nur so gut wie die zugrunde liegenden Daten deines Anbieters.
Vergleiche bei Unsicherheit die Profile aus zwei unterschiedlichen Datenquellen für denselben Zeitraum, bevor du dich auf ein einzelnes Setup verlässt.
Historische Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Beachte auch unseren Risikohinweis.
„Wer strukturiert und nachhaltig Trading erlernen will, ist hier an der richtigen Adresse! Super Community und top Unterstützung von dem gesamten TF Team!“ - Maximilian on Trustpilot
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das Volumenprofil im Trading?
Das Volumenprofil ist eine Chart-Darstellung, die das Handelsvolumen den jeweiligen Preisen zuordnet statt der Zeit, und zeigt dir damit, bei welchem Kurs am meisten gehandelt wurde. Trader nutzen es vor allem, um Ein- und Ausstiege gezielter zu timen, in Märkten mit echtem, börslich ausgewiesenem Volumen wie Aktien, Indizes oder Terminkontrakten. Anders als klassische Indikatoren ist es kein zusätzliches Signal, sondern eine direkte Visualisierung des tatsächlichen Handels.
Wie füge ich das Volumenprofil in TradingView hinzu?
Öffne in TradingView den Indikatoren-Reiter und suche nach „Visible Range Volume Profile“. Nach der Aktivierung erscheinen POC, Value Area und die Verteilungsbalken automatisch im Chart. In den Einstellungen passt du die Row Size an, also die Anzahl der Zeilen oder Ticks pro Zeile, den Value-Area-Prozentsatz mit Standardwert 70 Prozent sowie im Style-Tab die Farben für Kauf- und Verkaufsvolumen und die Value-Area-Zonen.
Was ist der Point of Control?
Der Point of Control (POC) ist das Preisniveau mit dem höchsten gehandelten Volumen im gewählten Zeitraum und gilt deshalb als fairer Preis des Tages. Zusammen mit High Volume Nodes wirkt der POC häufig als Unterstützungs- oder Widerstandszone, weil dort bereits viele Marktteilnehmer gehandelt haben. Ein POC vom Vortag, zu dem der Kurs noch nicht zurückgekehrt ist, heißt Naked POC (NPOC) und wird ähnlich wie eine Kurslücke früher oder später erneut getestet.
Kann man das Volumenprofil im Forex nutzen?
Im Forex-Kassamarkt, also im klassischen Interbankenhandel mit Währungspaaren, liefert das Volumenprofil keine verlässlichen Daten, weil dort keine zentralen Umsatzzahlen ausgewiesen werden. Bei Währungs-Futures funktioniert die Analyse dagegen, weil diese über eine zentrale Terminbörse mit ausgewiesenem Volumen gehandelt werden. Für Trader, die überwiegend im Forex-Kassamarkt aktiv sind, liefern andere Werkzeuge wie Preisaktion oder Unterstützungs- und Widerstandslinien verlässlichere Signale als das Volumenprofil.
Wie nutze ich die Value Area im Trading?
Die Value Area ist die Preiszone, die normalerweise 70 Prozent des Volumens einer Handelssitzung enthält, begrenzt durch VAL (Value Area Low) und VAH (Value Area High). Öffnet der Markt innerhalb der Value Area, ist eine Fortsetzung der bisherigen Range wahrscheinlich, öffnet er über dem VAH, haben die Bullen tendenziell die Oberhand, und unter dem VAL die Bären. So hilft dir die Value Area, Markteröffnungen richtig einzuordnen, bevor du einen Einstieg planst.
Die wichtigsten Fachbegriffe im Überblick
Price Range: Price Range ist die gesamte Handelsspanne des Tages, vom Tagestief bis zum Tageshoch. Er bildet den Rahmen, in dem sich das Volumenprofil über den Tag verteilt.
Close: Close ist der Schlusskurs des Tages. Er markiert den letzten gehandelten Preis der Session und dient oft als Referenzpunkt für den Folgetag.
POC (Point of Control): POC ist das Preisniveau mit dem höchsten gehandelten Volumen im gewählten Zeitraum. Es gilt als fairer Preis des Tages und häufig als Unterstützungs- oder Widerstandszone.
Naked POC (NPOC): Naked POC ist der POC vom Vortag, zu dem der Kurs noch nicht zurückgekehrt ist. NPOCs werden früher oder später getestet, ähnlich wie Kurslücken (Gaps).
HVN (High Volume Node): HVN ist ein Preisbereich mit hohem Volumen, aber weniger als der POC. Er zeigt eine Phase der Konsolidierung an, in der viele Trader aktiv waren.
LVN (Low Volume Node): LVN ist ein Preisbereich mit sehr wenig Volumen. Der Preis wurde dort von Käufern oder Verkäufern abgelehnt und schnell wieder verlassen.
Value Area (VA): Value Area ist die Preiszone um den POC, die normalerweise 70 Prozent des Volumens einer Sitzung enthält. Sie zeigt, wo sich der Markt mehrheitlich einig war.
VAL (Value Area Low): VAL ist die Unterkante der Value Area. Ein Handel unterhalb des VAL deutet auf eine Ablehnung des bisherigen fairen Preisniveaus hin.
VAH (Value Area High): VAH ist die Oberkante der Value Area. Ein Handel oberhalb des VAH deutet auf steigende Nachfrage über dem bisherigen fairen Preisniveau hin.
VAAL: VAAL ist das Tagestief, unabhängig vom gehandelten Volumen. Es zeigt den niedrigsten Kurs der Session, auch wenn dort kaum gehandelt wurde.
VAAH: VAAH ist das Tageshoch, unabhängig vom gehandelten Volumen. Es zeigt den höchsten Kurs der Session, auch wenn dort kaum gehandelt wurde.
Historische Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Beachte auch unseren Risikohinweis.
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