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Dow Theorie: Trading Strategie für Charttechniker

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Welchen Einfluss hat die Dow Theorie auf die Aktienmärkte und wie können Trader sie nutzen? Das erfährst du in diesem Artikel.

 

Charles Dow gilt als einer der Urväter der technischen Analyse und ist zudem Mitgründer des Wall Street Journal. Er entwarf einige Aktienindizes und veröffentlichte eine Artikelserie über seine Theorie.

Charles Dow entwarf im Jahr 1884 zusammen mit Edward Jones den Dow-Jones-Index. Dieser ist heutzutage einer der ältesten noch bestehenden Aktienindizes in den USA. Er setzt sich aus den 30 größten US-Unternehmen zusammen.

Ende des 19.Jahrhunderts entwickelte er die Dow Theorie und bildete damit den Grundstein der heutigen technischen Analyse.

Mit Hilfe der technischen Analyse war Dow der Auffassung, dass man durch die Beobachtung der vergangenen Kursverläufe Aussagen über die zukünftigen Kursentwicklungen treffen könne.

Die von Dow aufgestellten Prinzipien wurden nie als zusammenhängendes Werk betrachtet. Dennoch können sie die Art und Weise, wie Analysten die Märkte betrachten, erheblich beeinflussen.

Charles Dow starb 1902 und aufgrund seines Todes hat er nie seine komplette Theorie über die Märkte veröffentlicht. Allerdings haben mehrere Anhänger und Mitarbeiter Werke veröffentlicht, die den Leitartikel von Dow erweitert haben.

Die Theorie wurde ihrer 100-jährigen Geschichte mehrmals weiterentwickelt. Unter anderem durch Beiträge von William Hamilton in den 1920er Jahren, Robert Rhea in den 1930er Jahren und E. George Shaefer und Richard Russel in den 1960er Jahren. Einige Aspekte der Theorie sind allerdings nicht mehr so relevant wie früher einmal. Zum Beispiel der Fokus auf dem Transportsektor oder den Eisenbahnen in ihrer ursprünglichen Form.

Man sollte jedoch beachten, dass die Annahmen vor mehr als einem Jahrhundert aufgestellt wurden. Heutzutage haben viele Trader ihre eigene moderne Interpretation dieser Prinzipien. Dows Ansatz bildet aber immer noch den Kern der modernen technischen Analyse.

 

Grundaussagen der Dow-Theorie

1. Trends im Markt

Nach Dow ist ein Trend ein Muster aus steigenden bzw. fallenden Hoch- und Tiefpunkten. Die graphische Verbindung der jeweiligen Tiefs bzw. Hochs ergibt eine Trendlinie.

  • primär Trend: Der primäre Trend bezieht sich auf die langfristige Entwicklung. Diese Entwicklung würde in einem Zeitraum von weniger als einem Jahr bis zu mehreren Jahren stattfinden. Hierfür wäre es empfehlenswert, die Kursentwicklung aus der Wochen- oder Monatsansicht zu betrachten.
  • sekundärer Trend: Der sekundäre Trend bezieht sich auf die mittelfristige Entwicklung. Dabei gilt alles von 10 Tagen bis zu 3 Monaten. Hierfür ist es wiederum empfehlenswert, die Kursentwicklung Tages oder dem 4-Stunden Chart zu betrachten.
  • tertiärer Trend: Der tertiäre Trend bezieht sich auf die kurzfristige Entwicklung. Die Betrachtung erfolgt über einen Zeitraum von Stunden bis hin zu einem Monat. Hier empfiehlt es sich die Kursentwicklung aus dem Stundenchart oder aus noch niedrigeren Zeiteinheiten zu betrachten.

 

2. Im Markt gibt es drei Trendphasen

  • Akkumulationsphase: Investoren eröffnen oder verlassen bewusst Positionen gegen die aktuelle allgemeine Marktbewertung. Zu diesem Zeitpunkt gibt es keine erheblichen Veränderungen des Aktienkurses, da diese Einschätzungen gegen den eigentlichen Trend gehen und es somit genügend Käufer gibt, die die Verkäufe ausgleichen – und umgekehrt.
  • Partizipationsphase: Es ist ein deutlicher Umschwung des Marktes sichtbar, sobald der Markt die Einschätzungen der „vorausschauenden“ Investoren aufgreift.
  • Panik – Sobald es dazu kommt, dass sich die willkürlichen Spekulationen durchsetzen, werden „vorausschauenden“ Investoren damit beginnen, gegenläufige Positionen einzugehen. Sie vermuten, dass das Ende des Trends bevorsteht.

 

3. Die Märkte diskontieren alle Nachrichten

Ein Aktienkurs spiegelt die zugrunde liegenden Wirtschafts- und Finanzdaten wieder. Dies geschieht ab dem Zeitpunkt, zu dem sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Auch unvorhersehbare Ereignisse wie Terroranschläge, Naturkatastrophen usw. werden schnell  in den Kursen eingepreist.

 

4. Die Indizes müssen sich bestätigen

Diese Aussage bezieht sich auf die Industrie-und Eisenbahn-Indizes.

Zur Hochzeit der Industrialisierung wurde der Dow-Transportation-Index als Schlüsselindikator für wirtschaftliche Aktivitäten angesehen. Dies beruhte auf der Bedeutung des US-Schienennetzes für die Güterbeförderung im ganzen Land. Zu diesem Zeitpunkt war der Rückgang oder Anstieg der Auslastung des Schienenverkehrsnetzes wichtiger als heute, aufgrund der im ganzen Land verstreuten Fabriken.

Dow war der Ansicht, dass kein allgemeiner Bullen-oder Bärenmarkt ausgerufen werden sollte, wenn nicht beide Indizes das gleiche Signal geben. Dies muss nicht gleichzeitig erfolgen, aber zeitlich nahe.

 

5. Das Volumen muss den Trend bestätigen

Das Volumen sah Dow als ein wichtiges Hilfsmittel, um eine Marktbewegung zu widerlegen oder zu bestätigen.

Es kann eine ganze Bandbreite von möglicher Bedeutungen geben, wenn ein Markt ein niedriges Handelsvolumen aufweist. Ein Grund kann ein äußerst aggressiver Käufer oder Verkäufer sein, der versucht, den Markt zu bewegen.

Dow glaubte, dass sich eine „echte“ Markteinschätzung ergeben konnte, wenn es zu signifikanten Preisbewegungen mit hohem Volumen kam.

 

6. Ein Trend gilt bis zur definitiven Umkehr

Die Märkte bewegen sich nicht geradlinig. Es kann zu Phasen kommen, in denen der Trend unter Druck zu geraten scheint. Dafür sind unter anderem fundamentale Ereignisse verantwortlich, die für Volatilität sorgen können.

Grundsätzlich soll man davon ausgehen, dass ein Trend weitergeht, bis er dreht. Das entspricht dem physikalischen Prinzip der Trägheit.

 

 

Quelle: testsieger-konto.de

Besondere Überlegungen der Dow Theorie

1. Schlusskurse und Kursspannen

Charles Dow verließ sich ausschließlich auf die Schlusskurse und setzte nicht so viel Wert auf die Intraday-Bewegungen der Indizes. Damit ein Trendsignal gebildet werden kann, muss der Schlusskurs den Trend signalisieren und nicht eine Intraday-Kursbewegung.

2. Identifizierung von Trends

Ein schwieriger Aspekt bei der Umsetzung der Dow-Theorie ist die genaue Identifizierung von einer Trendumkehr. Ein Anhänger der Dow Theorie handelt mit der übergeordneten Richtung des Marktes. Daher ist es wichtig, dass er die Punkte identifiziert, an denen sich die Trendrichtung ändert.

Eine der Haupttechniken zur Identifizierung von Trendumkehrungen in der Dow-Theorie ist die Peak-and-Trough-Analyse. Ein Peak ist definiert als der höchste Preis einer Marktbewegung. Ein Trough wird als der niedrigste Preis einer Marktbewegung angesehen.

Die Dow-Theorie geht davon aus, dass sich der Markt nicht in einer geraden Linie bewegt. Er springt dabei von Hochs (Peaks) zu Tiefs (Troughs), wobei die Gesamtbewegungen des Marktes in eine Richtung tendieren.

 

Chartformationen

Die Dow Theorie beinhaltet einige wichtige Muster. Diese können Trader nutzten, um Handelsmöglichkeiten zu identifizieren.

1. Doppel-Top und Doppel-Boden

Ein Doppel-Top beziehungsweise ein Doppel-Boden wird im Trading als Umkehrmuster betrachtet.

Bei einer Doppel-Top Formation bilden sich zunächst zwei Hochpunkte auf dem selben Kursniveau. Diese sollten auch möglichst dicht beieinander liegen. Nachdem sich das zweite Hoch gebildet hat, kommt es zu einem Abverkauf. Das Doppel-Top Muster ist bestätigt, sobald der Kurs die vorherige Unterstützung („Nackenlinie“) nach unten hin bricht.

Die Doppel-Top Formation sieht oftmals aus wie ein großes „M“ und ist deshalb auch als M-Formation bekannt.

Bei einer Doppel-Boden Formation bilden sich zunächst zwei Tiefpunkte auf dem selben Kursniveau. Auch diese sollten möglichst dicht beieinander liegen. Nachdem sich das zweite Tief gebildet hat, kommt es zu einem Anstieg. Das Doppel-Boden Muster ist bestätigt, sobald der Kurs den vorherigen Widerstand („Nackenlinie“) nach oben hin bricht.

Quelle: fxguys.co.uk

 

2. Flaggen und Dreieck Formation

Flaggen und Dreiecke gehören zu den zuverlässigsten trendbestätigenden Formationen.

Die Flagge ist im klassischen Sinne ein abwärts gerichteter Trendkanal. In dieser Phase nehmen Investoren, nach einem dynamischen An- oder Abstieg Gewinne mit, was zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Trendbewegung führt. Im übergeordneten Bild befindet sich der Kurs aber weiterhin in einem Aufwärtstrend.

Eine weitere trendbestätigende Form ist das Dreieck. Das Dreieck kann symmetrisch, aufsteigend oder absteigend sein.

Das symmetrische Dreieck kann als Konsolidierungsmuster sowohl in Abwärtstrends als auch in Aufwärtstrends auftreten.

Das absteigende Dreieck tritt als Konsolidierungsformation innerhalb von Abwärtstrends auf. Das aufsteigende Dreieck zeigt eine Konsolidierung während eines Aufwärtstrends an.

 

 

Flagge

Dreieck

 

Dow Theorie: Performance

Es gab bereits mehrere Tests, um die Wirksamkeit der Dow Theorie zu bestimmen. Im Jahr 1998 wurde eine Studie veröffentlicht, bei der ein neuronales Netzwerk entwickelt wurde, das die Regeln zur Identifizierung des primären Trends einbezog.

Das Dow-Theorie-System wurde gegen eine Buy-and-Hold-Strategie für den Zeitraum von 1929 bis September 1998 getestet. Wenn das System den primären Trend als bullisch identifizierte, wurde eine Long-Position in einem hypothetischen Indexfonds initiiert. Wenn das System einen bärischen Primärtrend signalisierte, wurden Aktien verkauft und das Geld in festverzinslichen Instrumenten angelegt. Durch die Entnahme von Kapital aus Aktien wird das Risiko beziehungsweise die Volatilität des Portfolios deutlich reduziert. Dies ist ein sehr wichtiger Aspekt des Dow-Theorie-Systems und des Portfolio-Managements. Das Konzept des Risikos bei Aktien hat sich im Laufe der Zeit verringert, aber es ist immer noch eine Tatsache, dass Aktien mehr Risiko tragen als Anleihen.

Über einen Zeitraum von 70 Jahren übertraf das Dow-Theorie-System eine Buy-and-Hold-Strategie um etwa 2 % pro Jahr. Darüber hinaus trug das Portfolio deutlich weniger Risiko.  In den letzten 18 Jahren hat das Dow-Theorie-System den Markt um etwa 2,6 % pro Jahr untertroffen. Jedoch hat das Dow-Theorie-System in den letzten 18 Jahren risikobereinigt besser abgeschnitten als eine Buy-and-Hold-Strategie. Außerdem wurde festgestellt, dass das Dow-Theorie-System in Bullenmärkten unterdurchschnittlich abschneidet und in Bärenmärkten überdurchschnittlich gut abschneidet.

Fazit

In seiner Analyse zur Dow Theorie setzte Dow hauptsächlich auf Schlusskurse. Intraday-Bewegungen hatten für ihn wenig Relevanz. Nur Schlusskurse konnten Signale generieren, da sie die Essenz des Tageshandels darstellen.

Kritiker der Dow-Theorie verweisen oft darauf, dass Dow durch seinen Fokus auf Primärtrends relevante Kursbewegungen verpasste. Dow ging es allerdings nicht darum, künftige Kursverläufe vorherzusagen. Dies wird oft fälschlicherweise angenommen. Er suchte vielmehr nach Bewegungen, um die künftige wirtschaftliche Entwicklung vorab an den Kursen abzulesen. Dow „verpasste“ also nichts, sondern verfolgte schlicht einen anderen Ansatz.

Charles Dow gilt nicht nur unter Chartanalysten als Legende. Auch durch die Entwicklung seiner Aktienindizes revolutionierten er den Börsenhandel.

Noch heute hat die Dow-Theorie einen großen Einfluss und wurde auf verschiedenste Weise weiterentwickelt.

Um im Börsenhandel langfristig erfolgreich zu sein, erfordert es eine gesunde Mischung aus fundamentaler und technischer Analyse.

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Bis demnächst und gute Trades

Lukas

 

 

Lukas Godau
Lukas ist Analyst bei TradingFreaks. Er erstellt Artikel zu allen relevanten Tradingthemen sowie tägliche Watchlists mit Trade Ideen für das Trading Team, wovon auch die Mitglieder des Top Trader Programms profitieren.

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