Es gibt eine Trading Strategie im Rahmen der Markttechnik, die bei Tradern schnell zu Verlusten und Frust führt. Meine Erfahrungen mit dieser Markttechnik-Strategie solltest du lesen.

 

Er hat meine Trading-Laufbahn maßgeblich beeinflusst.

Er hat mich lachen, verzweifeln und wieder jubeln lassen.

Die Rede ist von Michael Voigt, dem Autor der Buchreihe „Der Händler“ und dem „Großen Buch der Marktechnik“*.

Bevor ich Voigts Werke gelesen habe, waren meine Tradingaktivitäten auf tägliches DAX-5-Min-Chart gucken und viel Konjunktiv reduziert. Dementsprechend war auch mein Misserfolg gigantisch.

Mit dem 1.Band von Voigt hat sich dann eine ganz neue Perspektive aufgetan. Die Vorstellung der Markttechnik als Handelsansatz, das Verständnis für verschiedene Marktteilnehmer und die große Herausforderung der Emotionen im Trading gaben mir einen ordentlichen Entwicklungsschub.

Ich habe sämtliche Bücher aus der Händlerreihe sprichwörtlich verschlungen und änderte peu á peu meinen Tradingstil. Auch wenn ich nicht sofort erfolgreich war, merkte ich einen Veränderungsprozess und eine wesentlich realistischere Perspektive für mein Trading.

 

Was lehrt uns die Markttechnik?

Die Markttechnik ist keine neue Erfindung und auch nicht der heilige Gral im Trading. Vielmehr handelt es sich um einen Handelsstil, der wie ein Framework agiert und in verschiedene Tradingstile (Swingtrading, Daytrading, Scalping) implementiert werden kann.

Die Markttechnik kann als moderne Form der altbekannten Dow-Theorie verstanden werden.

Prinzipiell geht es darum, Trends in einem Chart zu erkennen und aus der historischen Kursentwicklung und den Kerzenkonstellationen potenzielle Trade Ideen zu entwickeln.

Die Markttechnik zeigt also interessante Setups auf, aber viel wichtiger, auch uninteressante bzw. gefährliche Konstellationen.

 

Trading für Berufstätige

 

Wer nach Markttechnik erfolgreich handeln möchte, muss im ersten Schritt den Trend in diversen Zeiteinheiten erkennen und kann dies sichtbar mit einer Punktezählung 1-2-3 durchführen.

Der Punkt 1 bis Punkt 2 markiert die Bewegung, Punkt 2-3 die Korrektur dieser Bewegung und von dort aus den nächsten Bewegungsschub nach oben, über das Level des alten Punkt 2 (grüne Linie) hinaus.

Wo kann man nun einen Trade platzieren?

Es gibt mehrere Möglichkeiten. Die erste Option ist ein Handel aus der Korrektur heraus. Über Hilfsmittel wie Fibonacci Retracements, gleitende Durchschnitte, etc. kann ein Einstieg an einem Punkt 3 vollzogen werden. Dort hofft man auf einen Rebound, also ein Ende der Korrektur und die Wiederaufnahme der Bewegung in Trendrichtung.

Die zweite Variante ist ein Buy-Stop über dem alten Punkt 2 (grüne Linie). Laut Markttechnik liegen dort die Stopps der Shorties und es kann zu einem Ruck im Orderbuch kommen.

Hier bieten sich tatsächlich gute Chancen, doch hier entsteht auch die Gefahr der Fehlinterpretation, was unweigerlich zu (immensen) Verlusten führen kann.

Warum das so ist und wie du es lösen kannst, erläutere ich dir jetzt im weiteren Verlauf.

 

Vorsicht vor Markttechnik Trading im Forexmarkt

Bisher wissen wir, dass die Erkennung eines Trends wichtig ist und das Lesen des Orderbuchs einen Trade-Einstieg optimieren kann.

Die Frage die sich jeder Markttechnik Trader stellen muss, lautet:

„Wo entsteht Bewegung?“ oder „Wer kauft nach mir?“, was bedeutet, dass es einen guten Grund geben muss, an einem bestimmten Punkt in den Markt zu gehen.

Voigt spricht in seinen Büchern von „5-Sterne-Setups“, die identifiziert werden müssen. Mir gefällt der Gedanke sehr gut, dass ich nicht nur auf 1-2 Assets jeden Tag schaue, sondern 100-200 Basiswerte „screene“ und nur solche handel, die das beste Chane-Risiko-Verhältnis bieten.

Dabei gibt es laut Voigt keine Begrenzung der Asstklassen, was bedeutet, dass auch der Forexmarkt gehandelt werden kann.

Genau hier wird es gefährlich!

Wer sich schon einmal mit den einzelnen Assets wie Rohstoffen, Aktien, Indizes, Forex, etc. intensiver beschäftigt hat, der weiß, dass die Marktteilnehmerstruktur pro Asset grundverschieden ist!

Es gibt z.B. andere Markteilnehmer im DAX als im EURUSD. Das muss dir bewusst sein, denn es beeinflusst die Preisentwicklung massiv. Wenn es die Preise bzw. die Bewegungen beeinflusst, dann  hat es auch Auswirkungen auf deine Tradingstrategie!

Auf diesen Aspekt wird in den Büchern von Michael Voigt überhaupt nicht richtig eingegangen. Da ich meine Strategie im Forex Newstrading gefunden und nahezu perfektioniert habe, spielt die Markttechnik in meinem Handelsstil eine untergeordnete Rolle. Dennoch konnte ich aus beiden Handelsansätzen Vorteile für meinen Tradingstil herausziehen, wodurch ich auch die Gefahr eines Markttechnik-Stils im Forex Trading erkannt habe.

 

Der Punkt 2 im Forexmarkt als Trader-Falle?

Wie oben beschrieben ist der Punkt 2 eine durchaus interessante Zone im Chart eines beliebigen Basiswertes. Laut Markttechnik liegen dort sowohl die Stopps der Shorties (im Abwärtstrend die Stopps der Longies) als auch die Buy-Stopps der Longtrader, die in den Markt kommen wollen. Wird dieser Punkt 2 dann tatsächlich wieder erreicht, werden sämtliche Orders „market“ ausgeführt. Der Trader erhofft sich dadurch einen Ruck im Orderbuch, was aufgrund des hohen Volumens zu einem volatilen Anstieg führt.

Der Scalper würde diese Vola nach wenigen Punkten bereits als Ausstieg sehen, der Daytrader hat vielleicht bereits die Hälfte der anvisierten Strecke absolviert und der Swingtrader freut sich über einen guten Vorsrpung für seinen Trade. Du siehst, dass alle Tradingstile mit dem Punkt 2 vereinbar sind.

Dieses Szenario klappt durchaus im Aktienmarkt, im Rohstoffmarkt und hin- und wieder in Indizes wie DAX und DOW. Der Grund dafür liegt in der Absicht der Marktteilnehmer, die als Spekulanten, Arbitrageure oder Investoren auftauchen und in der geringen Liquidität dieser Basiswerte.

Im Forexmarkt hingegen gibt es weitere Marktteilnehmer wie international tätige Firmen, die Devisen aus Geschäftszwecken benötigen sowie Zentralbanken, die ihre Geldpolitik managen müssen. Die Masse der täglichen Transaktionen sorgt dafür, dass der Forexmarkt der liquideste Markt der Welt ist. Alleine das tägliche Handelsvolumen im USD liegt bei durchschnittlich 5 Billionen USD.

Wenn ein deutscher Mittelständler Waren in den USA einkauft, dann muss er EUR anbieten und USD nachfragen. Wenn Daimler seine Einnahmen aus Geschäften in Großbritannien umwandeln will, müssen GBP angeboten und EUR nachgefragt werden. Wenn die EZB den EUR abwerten muss, kann sie frisches Geld drucken und die EUR auf den Markt werfen. Und so weiter…

Diese Tätigkeiten führen in der Regel Investmentbanken durch. Die Händler bekommen von den Großkunden Aufträge, die abgearbeitet werden müssen. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Kunde einen möglichst günstigen Preis für das Wechselgeschäft haben will. Das Risiko dafür liegt also beim Händler der Bank. Stellt er sich dumm an, wird ein schlechter Wechselkurs den Ertrag der Firma schmälern und die Kundenbeziehung auf eine harte Probe gestellt.

Logischerweise wird ein erfahrener Investmentbanker für große Aufträge schrittweise vorgehen und nicht alles auf einmal in den Markt schmeißen. Dabei sucht er Zonen, in denen höchstmögliche Liquidität vorliegt.

Wieso ist der Punkt 2 nun gefährlich?

Weil genau dort die beschriebene Liquidität in Form von Stopps liegt. Der Händler kann bei entsprechendem Volumen den Kurs im FX Paar dorthin bewegen, macht unter Umständen einen Gewinn in seinem Buch und kann dann die Kundenorder abarbeiten.

 

EURGBP Markttechnik

 

Diese Kundenaufträge werden gerne in ruhigen Tradingzeiten abgearbeitet, in denen wir „Range-Bound-Trading“ sehen. Ein Leitzinsentscheid wäre zum Beispiel ein zu risikoreiches Event.

Warum könnte das im DAX oder einer Aktie nicht auch passieren?

Natürlich kann  es dort auch passieren, aber die Absicht der Marktteilnehmer ist dort wie gesagt eine andere und die Chance, dass der Kurs an einem gut sichtbaren Punkt 2 weiter steigt, einfach größer.

 

Fazit:

Die Markttechnik ist ein beachtenswerter Handelsansatz. Michael Voigt hat mir mit seinen Ausführungen in der Entwicklung sehr weitergeholfen. Im Forex Trading ist bei einem bestimmten Ansatz (Punkt 2) aber Vorsicht geboten.

Hauptgrund für das unterschiedliche Chance-Risiko-Verhältnis ist die Marktteilnehmerstruktur, die von Asset zu Asset abweicht. Dir muss klar sein, wer mit welcher Intention Forex, Aktien, Rohstoffe und Co. handelt. Erst dann kannst du eine funktionierende Tradingstrategie aufbauen.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg und gebe dir mit unseren kostenlosen PDFs gerne weitere Hilfsmittel an die Hand:)

Bis in Kürze

Tim

 

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